Rezension: "Highschool der Vampire: Die Reifeprüfung"

Titel: Highschool der Vampire: Die Reifeprüfung
Originaltitel: Sophomore Year
Autor: Douglas Rees
Verlag: Ueberreuter
Seitenzahl: 251
Preis: 14,95€
ISBN-10: 3800056143
ISBN-13: 978-3800056149
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Worum geht's?
Vier Monate sind vergangen seit Cody Elliot die Vlad-Dracul-Schule vor der endgültigen Schließung bewahrte. Für die Jenti - "Vampir" gilt als Beleidigung - ist er ein Held, in der Schule läuft es besser und er ist sogar mit Vampirprinzessin Ileane zusammen. Nichts könnte besser sein; doch dann taucht seine Cousine Turk auf. Sie ist eine exzentrische Künstlerin und stellt Codys hart umkämpftes "normale" Leben mit ihrer rebellischen Art auf den Kopf. Urplötzlich entscheidet sie, in Crossfield, einem Stadtteil New Sodoms, eine Mühle zu kaufen und dort ihr persönliches Atelier aufzubauen. Cody ist fasziniert von diesem verlassenen Ort und beschließt, ihn zum Hauptthema seiner Geschichtsarbeit zu machen. Ileana und Codys bester Freund Justin sind fassungslos. Sie können Codys Entschluss nicht nachvollziehen; schließlich ist Crossfield ein Ort des Grauens, an dem einst Jenti auf unaussprechliche Weise von den Gadjos getötet worden. Sie stellen Cody vor die Wahl: Freundschaft oder Geschichtsarbeit? Aber Cody wäre nicht Cody, wenn er nicht versuchen würde, die Jenti und Gadje trotz der Vergangenheit Crossfields zu versöhnen...

Kaufgrund:
"Highschool der Vampire: Die Reifeprüfung" lag überraschenderweise mit im Paket, das der Ueberreuter-Verlag mir zukommen lassen hat.

Meine Meinung:
Um nicht völlig planlos an die Geschichte heranzugehen, habe ich zuerst den Vorgänger gelesen. Wie sich schnell herausstellte, war dies überhaupt nicht nötig: Der Leser erhält nach Turks Vorstellung von Cody selbst eine ausführliche Beschreibung dessen, was in "Highschool der Vampire" wichtiges geschehen ist. Ich wünschte mir, ich hätte das vorher gewusst. Leider war ich vom ersten Teil der Reihe ziemlich enttäuscht, daher gelang es mir nicht recht, diese Fortsetzung ohne Vorurteile zu beginnen. Im Nachhinein kann ich zurecht behaupten, dass meine Sorgen unbegründet waren, denn Rees hat viele meiner Kritikpunkte am Vorgänger ausgemerzt.

Protagonist Cody ist erwachsener und reifer geworden, wirkt nicht mehr so übereilig wie zuvor. Seine alten Ansichten hat er jedoch keinesfalls aufgegeben: Noch immer sind Gerechtigkeit, Ehrlichkeit und Freundschaft die entscheidenden Werte in seinem Leben, nach denen er sein Handeln richtet. Zu Beginn des Romans geriet ich ins Staunen, da es so schien, als würde Codys Hartnäckigkeit über seine Einstellung siegen. Wenn sich nun auch noch der Protagonist, einer meiner wenigen Pluspunkte des Vorgängers, als unsympathisch herausstellen würde, dann hätte ich das Buch sofort beendet. Aber keine Angst; im Gegensatz zum ersten Teil besitzt "Highschool der Vampire: Die Reifeprüfung" eine gewisse Tiefgründigkeit. Cody ist Cody geblieben, allerdings riskiert er mehr als je zuvor, um die Welt ein bisschen besser zu machen.

Während der erste Teil der Reihe sich völlig auf Cody fixierte und die Nebencharaktere fast außen vor ließ, wird ihnen im zweiten Teil viel Beachtung geschenkt. Man erfährt viel über Vampirprinzessin Ileana, Codys besten Freund Justin und den alten Feind Gregor, sodass ihre Charakterzüge und Handlungen verständlicher werden. Es gibt sogar unerwartete Informationen über die alten Figuren, die einen nur noch neugieriger auf mehr machen. Am besten gefallen hat mir allerdings Codys Cousine Turquoise, genannt Turk. Sie ist eine extrovertierte Künstlerin; keine Möchtegern-Malerin auf deinem dunklen Tripp, sondern eine echte Frau vom Fach, die mich mit ihrem Wissen über die Kunst fasziniert und mitgerissen hat. Nennenswert ist dabei, dass Rees die Kunst nicht auf Gemälde reduzierte. Auch Musik und Dichtung spielen eine große Rolle. Für mich war der künstlerische Aspekt auf jeden Fall ein riesiges Highlight!

Der Autor hat die Beziehung zwischen Cody und seiner Cousine Turk auf eine wunderbare Art verdeutlicht. Er beschreibt den Wandel, den die beiden vollziehen, nicht zu detailliert; trotz der Oberflächlichkeit des Erzählens ist die Beziehung keinesfalls als eben solche zu beschreiben. Es fällt einem als Leser leicht, nachvollziehen zu können, wie Cody und Turk zusammenwachsen und zusammen wachsen.

Der Schreibstil ist, wie bereits beim ersten Teil, ein riesiges Plus für den Roman. Mitreißend, humorvoll und mit einer Menge Gefühl stellt Rees Codys Leben und Gefühle dar, indem er es so wirken lässt, als würde Cody einem die Geschichte selbst erzählen. Kaum fängt man an zu lesen, möchte man gar nicht mehr aufhören. Leider muss ich auch hier wieder sagen, dass dies völlig am Schreibstil und nicht an der Spannung lag.

Spannung hat in "Highschool der Vampire: Die Reifeprüfung" leider gefehlt. Diesen Kritikpunkt hatte ich bereits beim Vorgänger, jedoch gibt es hier einen entscheidenden Unterschied: Während beim ersten Teil sogar eine interessante Handlung fehlte, hat die Fortsetzung eine wohl durchdachte
Geschichte vorzuweisen, die den Leser auch ohne jegliche Spannung in ihren Bann zu ziehen weiß. Einige Leser, die sich für das künstlerische Konzept des Romans nicht begeistern können, werden an diesem Buch keinen großen Gefallen finden.

Cover:
Das Cover gefällt mir leider überhaupt nicht. Das Symbol ist sehr passend, denn es symbolisiert die Jenti mit ihren Wolfsgestalten. Insgesamt spricht es mich nicht an; hätte ich es vom Ueberreuter-Verlag nicht zugeschickt bekommen, hätte ich es aufgrund des Covers nicht gekauft. Schade! Ein farbenfroheres Titelbild wäre meiner Meinung nach angebrachter; schließlich ist die Geschichte nicht so düster, wie es durch das Cover scheint.

Fazit:
Ein amüsantes Buch, das durch die Kunst dem untypischen Highschool-Roman einen besonderen Reiz verschafft. Es liefert schöne Lesestunden und zieht den Leser mit seinem Lesefluss in den Bann. Die Handlung sowie die Charaktere haben mir gut gefallen; leider haben die Spannung und das "gewisse Etwas" gefehlt, sodass ich keine volle Punktzahl vergeben kann. 4 Lurche hat "Highschool der Vampire: Die Reifeprüfung" durchaus verdient. Mein Tipp für Neueinsteiger: Verzichtet auf den ersten Teil!


♥ Vielen Dank an den Ueberreuter-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥

Über den Autor:
Douglas Rees kam in Kalifornien zur Welt. Er ist Autor mehrerer Bücher, darunter Highschool der Vampire. Er war Geschichtslehrer an einem College, Tellerwäscher, Miteigentümer einer Ballettschule (er kann nicht tanzen), Geschichtenerzähler, Krankenwärter und noch so einiges. Heute arbeitet er als Bibliothekar in der Abteilung "Junge Erwachsene" in der Gegend um die Bucht von San Francisco, wo er mit seiner Frau Jo (dem Vorbild für die lykanthropische Bibliothekarin in den beiden Highschool der Vampire-Bücher) und zu vielen Katzen lebt.

Kommentare:

  1. Hehe, ich wusste, dass irgendwann doch die Welle der Rezensionen bei dir kommen musste, so viele Bücher wie du der Weile schon gelesen hattest. Und da ist sie auch schon ^^

    Ich bin gerade wirklich erleichtert, dass ich mir den ersten Teil nicht angetan habe, sonst wäre ich wahrscheinlich mit noch mehr Vorurteilen an das Buch heran gegangen. Deinen Kritikpunkten kann ich nur zustimmen und es freut mich, dass dir die künstlerischen Aspekte der Geschichte auch so gefallen haben :D Das hätte ich bei dem Buch einfach nicht erwartet.

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  2. Naja, irgendwann muss ich die Beleglinks schließlich auch abschicken können! =D

    Hach, liebe Kirsche, da bin ich ja erleichtert, dass du mit meinen Kritikpunkten übereinstimmst. Aber ja, ohne den ersten Teil ist es wirklich besser. Du glaubst gar nicht, wie wenig Lust ich auf die Fortsetzung hatte, nachdem ich mit dem ersten Teil fertig war. Deswegen habe ich auch so lange dafür gebraucht! ^^"

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