Rezension: "Plötzlich Fee - Sommernacht"

Titel: Plötzlich Fee - Sommernacht
Originaltitel: The Iron Fey 1: The Iron King
Autor: Julie Kagawa
Verlag: Heyne fliegt
Seitenzahl: 496
Preis: 16,99€
ISBN-10: 9783453267213
ISBN-13: 978-3453267213
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Worum geht's?
Meghan Chase setzt all ihre Hoffnungen in ihren sechzehnten Geburtstag, der alles verändern soll. Sie glaubt fest daran, dass aus ihrem unscheinbaren Ich, das nirgendwohin zu gehören scheint, eine selbstbewusste Ballkönigin werden wird - schließlich läuft das so in den Geschichten. Doch an ihrem Geburtstag wird ein schreckliches Märchen wahr, vor dem Meghan am liebsten fliehen würde: Ihr bester Freund Robbie gesteht ihr, dass er eine Fee, ihr kleiner Bruder Ethan durch ein Wechselbalg vertauscht worden und sie selbst nicht die Tochter ihres verschwundenen Vaters, sondern die des Feenkönigs Oberon ist, der über den Lichten Hof herrscht und im ständigen Konflikt zur dunklen Königin Mab steht. Mit all dem will Meghan nichts zu tun haben! Um Ethan zu retten, begibt sie sich trotzdem in das Feenreich Nimmernie und trifft dabei nicht nur auf ihren leiblichen Vater und unzählige Gefahren, sondern auch auf Mabs Sohn Ash, in den sie sich auf keinen Fall verlieben darf...

Kaufgrund:
Ich bin schon auf das englische Original aufmerksam geworden und stand kurz davor, es mir zu kaufen. Zum Glück kam der Heyne-Verlag mir zuvor und hat den Einstieg in die "Iron Fey" -Reihe ins Deutsche übersetzt.

Meine Meinung:
"Plötzlich Fee - Sommernacht" ist ein gelungener Einstieg in Julie Kagawas Reihe. Allein der Schreibstil der Autorin fasziniert und ist es Wert, gelesen zu werden. Sehr detailliert und bildhaft beschreibt sie Umgebungen und Situationen, sodass es dem Leser bereits zu Beginn gelingt, sich Meghans Welt genau vorstellen zu können und sich in diese hineinzuversetzen. Der Schreibstil ist so flüssig und flockig, dass selbst die knapp 500 Seiten des Romans im Nu gelesen sind.

Die Geschichte wird aus Meghans Sicht erzählt. Wir lernen sie als unglückliches, gewöhnliches Mädchen kennen, das sich verzweifelt nach der ersten großen Liebe sehnt. Sie ist sehr naiv und blind vor Sehnsucht, dazugehören zu können. An ihrem sechzehnten Geburtstag, in den Meghan all ihre Hoffnungen gesetzt hat, erlebt sie eine große Überraschung - allerdings nicht die erhoffte positive Wende in ihrem Teenagerdasein, sondern eine Wahrheit, die ihr Leben ins Chaos stürzt: Sie ist eine halbe Fee. Ab hier beginnt sich die Protagonistin zu verändern. Meghan vollzieht einen tiefgründigen, weitgehenden Wandlungsprozess. Es passiert Schritt für Schritt, jedes Geschehnis wirkt sich auf sie aus und macht aus ihr eine mutige Kämpferin, die alles für ihre geliebten Menschen tun würde. Während die alte Meghan zu Beginn der Geschichte heulend auf dem Schulklo sitzt, stellt sich die neue Meghan jeglichen Gefahren, um ihren Bruder zu retten, und riskiert dabei sogar ihr eigenes Leben. Durch ihre sarkastische Art macht Meghan sich noch sympathischer. Sie bringt die Leser zum Grinsen und sorgt dafür, dass man sich sehr leicht mit ihr identifizieren und mit ihr mitfühlen kann.

Auch die Nebencharaktere haben mich begeistert. Besonders Meghans bester Freund Robbie, Mabs Sohn Ash und der sprechende Kater Grimalkin, die die Protagonistin auf ihrer abenteuerlichen Reise begleiten, wurden großartig ausgearbeitet. Man erfährt im Laufe der Handlung sehr viel über die beiden Jungen, wodurch ihre Art und ihre Handlungen verständlicher werden. Sie wirken niemals oberflächlich oder unnatürlich. Zu viel wird im ersten Teil der "Plötzlich Fee"-Reihe jedenfalls nicht über sie verraten, sodass man noch immer neugierig bleibt. Grimalkin, genannt Grim, ist und bleibt ein geheimnisvoller Kater, der nicht gerne Dinge über sich preisgibt, sich aber trotzdem sofort in die Leserherzen schleicht. Hoffentlich erfährt man in den Fortsetzungen mehr über ihn und die vielen anderen Nebencharaktere wie Oberon, Mab und Narissa. Sie bieten alle großes Potential.

Obwohl es sich um einen Fantasy-Roman handelt und viele altbekannte Motive und Themen genutzt werden, erwecken sie niemals einen abgekupferten Eindruck. Alle wurden klasse umgesetzt und toll mit Kagawas neuen Ideen verwoben. Besonders die Eisenfeen, mit denen sich die komplette Buchreihe beschäftigen wird, haben mich fasziniert.

Die Handlung erweckt zunächst den Eindruck, als würde sich "Plötzlich Fee - Sommernacht" in eine typische paranormale Highschool-Schnulze entwickeln würde. Aber falsch gedacht! Dramatik, Action, Tragik und viele Überraschungen ziehen sich durch den gesamten Roman. Die Geschichte entwickelt sich rasant zu einem abenteuerlichen Kampf um Leben und Tod. Meghan und ihre Begleiter müssen sich ohne jegliche Verschnaufspause einer Gefahr nach der anderen stellen. Mit jeder Seite des Buches baut sich die Spannung weiter aus, Langeweile kommt niemals auf. Man gerät in einen so starken Lesefluss, dass man überhaupt nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Keine der 500 Seiten war überflüssig.

Natürlich gibt es - wie sollte es auch anders sein - eine Liebesgeschichte. Es hat mich wirklich überrascht, dass sie erst während des letzten Drittels eine wichtigere Rolle einnimmt. Auch wenn sich die Gefühle schon vorher anbahnten, entwickeln sie sich erst recht spät. Ein absoluter Pluspunkt, da so Meghans eigentlich Absicht - die Rettung ihres Bruders - nicht in den Hintergrund gerät, sondern den Handlungsverlauf maßgeblich bestimmt. Insgesamt ist die Liebe im ersten Teil der Reihe aber ein wunderschöner Aspekt, der in den Folgeteilen hoffentlich näher betrachtet wird.

Kagawa hat den ersten Teil ihrer Serie genau im richtigen Moment beendet. Die Haupthandlung der Geschichte ist abgeschlossen, trotzdem bleiben viele offene Fragen zurück. Es handelt sich aber keinesfalls um einen nervigen Cliffhanger. Die unbeantworteten Fragen dienen als perfekte Grundlage für die Fortsetzung, die ich schon voller Sehnsucht erwarte. Im Herbst 2011 soll es dann soweit sein!

Der einzige kleine Makel, der mich während des Lesens etwas gestört hat, ist die Bezeichnung "Fee". Diese Bezeichnung finde ich unangebracht, da mich die Feen in Kagawas Buch viel mehr an Elfen erinnern. Dieser kleine Kritikpunkt ist allerdings nicht so irritierend, dass er den Lesefluss stören würde.

Cover:
Das Cover ist wunderschön gestaltet worden und läd sofort zum Träumen ein. Allerdings sieht es im Internet viel schöner aus, als wenn man es in Wirklichkeit in der Hand hält: Man sieht den blättrigen Wimpern leider stark an, dass sie auf das Auge animiert worden sind.

Fazit:
Ein großartiger Auftakt einer neuen Serie, der Lust auf mehr macht. Bis auf die Sache, dass die Feen eigentlich Elfen sind, habe ich auch gar nichts zu meckern. Kagawa hat einen großartigen Schreibstil, die Charaktere sind interessant und sympathisch, und jede einzelne Seite im Buch bringt die Handlung voran. Deshalb kann ich gar nicht anders, als volle 5 Lurche zu vergeben!


♥ Vielen Dank an den Heyne-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥

Über die Autorin:
Julie Kagawa wurde in Sacramento, Kalifornien, geboren, bevor sie im Alter von neun Jahren mit ihrer Familie nach Hawaii umzog. Schon in ihrer Kindheit war das Schreiben ihre große Leidenschaft: Langweilige Schulstunden vertrieb sie sich damit, all die Geschichten festzuhalten und zu illustrieren, die ihr im Kopf herumspukten - nicht gerade zur Freude ihrer Lehrer. Nach Stationen als Buchhändlerin und Hundetrainerin machte sie später ihr größes Interesse zum Beruf und wurde Autorin. Sie lebt und schreibt ind Louisville, Kentucky.

Kommentare:

  1. Kompliment Lurchi, sehr lange Rezi, schön geschrieben, etwas zu lang für meinen Geschmack, aber das ist natürlich Geschmackssache.

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  2. Super Rezension, Lurchi ;)
    Jetzt bin ich noch gespannter auf das Buch! :D
    Schade, dass ich es noch nicht besitze.
    Lieben Gruß:)

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  3. Schöne Rezension :)
    Ich habe mir das Buch vor kurzem auf Englisch gekauft, weil ich den Titel und das Cover im Original viel gelungener finde und freue mich schon sehr darauf.

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  4. schöne rezi :D ach ich will das buch auch unbedingt noch lesen bin schon voll gespannt :D

    lg july

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  5. Tolle Rezension (wenn auch etwas zu ausführlich), die Lust auf dieses Buch macht. :)

    Lg, Sabine

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  6. Das Buch steht auch auf meiner Wunschliste, ich freue mich schon drauf.
    Lieben Gruß
    AnjaS

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  7. Irgendwie erinnert mich die Grundhandlung der Geschichte total an Elfenkuss von Aprilynne Pike, das ich gerade gelesen habe. Hoffentlich wandern wir jetzt nicht von einem Vampir-Hype zu einem Elfen-Hype...
    Lg, Antje

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  8. @Alle(:D): Vielen Dank für euer Lob!

    @Antje: "Elfenkuss" habe ich auch gelesen, aber "Plötzlich Fee" fand ich definitiv besser. Von der Art her erinnert mich "Plötzlich Fee" eher an die Bücher von Cassandra Clare. Also nicht abschrecken lassen! Die meisten Geschichten bauen hören sich doch heutzutage ähnlich an :)Und ich glaube, der Elfen-Hype wird nicht so stark ausbrechen. Aber ich mache mir momentan Sorgen um meine geliebten Dystopien! Da bricht echt ein Hype aus...

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