Rezension: "Rose und das Geheimnis des Alchemisten"

Titel: Rose und das Geheimnis des Alchemisten
Originaltitel: Rose
Autor: Holly Webb
Verlag: arsEdition
Seitenzahl: 320
Preis: 12,95€
ISBN-10: 3760753329
ISBN-13: 978-3760753324
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Worum geht's?
Rose war gerade ein Jahr alt, als sie als Findelkind von dem St.Bridgets Waisenhaus für Mädchen aufgenommen wurde. Jedes Mädchen darin träumt davon, eine Prinzessin zu sein und als verloren geglaubte Tochter von adligen Eltern abgeholt zu werden. Nun, neun Jahre später, weiß Rose, dass Träume eben Träume bleiben. Sie möchte einfach nur aus dem Waisenhaus raus, egal wie! Eines Tages geschieht das Unfassbare: Miss Bridges, die Haushälterin des königlichen Alchemisten Mr. Foutain, möchte ein Mädchen mitnehmen und ausbilden. Rose wittert ihre große Chance, legt sich mächtig ins Zeug und - tatsächlich, Miss Bridges wählt sie. Doch bereits nach wenigen Tagen im Haus bemerkt Rose, dass ihr Wunsch nach einem normalen Diestmädchendasein in weite Ferne rückt: Sie besitzt magische Fähigkeiten, kann mit Katern sprechen und Pflanzen um Hilfe bitten. Rose will davon nichts wissen! Oder doch? Als in London plötzlich Kinder spurlos verschwinden, muss Rose sich entscheiden.

Kaufgrund:
Durch einen Zufall bin ich auf die "Rose"-Reihe von Holly Webb gestoßen. Historische Geschichten in Verbindung mit Magie gehören zu meinen absoluten Lieblingen, und da Rose im London des 19. Jahrhunderts lebt, hat mich der Klappentext natürlich sofort angesprochen.

Meine Meinung:
Holly Webb ist mit Rose eine perfekte Protagonistin gelungen. Sie ist klug, vertrauenswürdig, hilfsbereit,... - eben alles, was ein liebenswertes Mädchen ausmacht. Freundschaft ist ihr sehr wichtig. Während des ganzen Romans merkt man Rose an, dass sie niemals vergisst, woher sie kommt: dem Waisenhaus. Sie ist stets zurückhaltend und bescheiden, und obwohl sie der Verführung ihrer magischen Fähigkeiten ausgesetzt wird, geht sie für ihre jungen zehn Jahre sehr vernünftig und erwachsen damit um und handelt dementsprechend. Viele werden dies nun für unnatürlich halten: Welches Kind ist denn so? Dazu sei gesagt, dass die Geschichte im 19. Jahrhundert spielt. Kinder mussten während dieser Zeit viel früher Verantwortungsbewusstsein entwickeln. Verglichen mit der heutigen Zeit ist dies selbstverständlich nicht authentisch, aber ich finde es umso besser: Rose stellt ein klasse Vorbild dar und vermittelt den jüngeren Lesern Moralvorstellungen wie "Glaube an dich und die Freundschaft" und "Vergiss niemals, wer du bist!". Trotz allem ist Rose niemals eine Alleskönnerin oder -wisserin, die die Spannung zerstören würde. Sie findet die Lösungen auf ihre Probleme immer zur rechten Zeit, niemals zu früh, niemals zu spät, sodass der Leser mit ihr mitgrübeln kann und auf eine besondere Weise mit den Geschehnissen verbunden ist.

Wenngleich es so klingen mag, als würde sich Webb in "Rose und das Geheimnis des Alchemisten" auf Rose fixieren und die anderen Charaktere außen vor lassen, so kann ich jeden beruhigen, der Nebenfiguren genauso liebt wie ich: Ob der Zauberlehrling Freddie, der sprechende Kater Gustavus (genannt Gus) oder Mr. Fountains arrogante Tochter Isabella - alle sind sehr individuelle Figuren, die einem mit ihren Stärken und Schwächen ans Herz wachsen. Webb hat einzigartige Charaktere geschaffen, die nicht das sind, was sie anfangs zu sein scheinen. Es gibt viele unerwartete Wendungen, durch die man als Leser mit Rose zusammen lernt, hinter die Fassaden zu blicken und die wahren Menschen zu erkennen. Mein Lieblingscharakter war Gus, der sprechende und zaubernde Kater. Immer einen weisen und lustigen Spruch auf Lager, hat er mich ein wenig an Kater Tausendschön aus "Der siebte Schwan" erinnert.

Die Handlung an sich ist nicht neu, dafür sind die altbekannten Themen super umgesetzt worden. Es wirkt nicht verkrampft innovativ oder zu abgekupfert. Außerdem fand ich es klasse, dass die Geschichte trotz der vertrauten Motive niemals durchsichtig oder oberflächlich wird. Die Spannung ist bis zur (vor)letzten Seite garantiert und fesselt an das Geschehen.

Das Ende ist sehr aufregend gestaltet worden. Man ist so sehr darin gefangen, dass man das Buch gar nicht mehr zur Seite legen kann, selbst wenn man möchte. Eine einzige Sache hat mich darin jedoch gestört. Da es sich um ein Kinderbuch handelt, finde ich die Altersempfehlung zu niedrig. Leser werden am Ende mit blutigen Kämpfen und dem Tod konfrontiert. Letztendlich ist es natürlich von Kind zu Kind verschieden, ob es damit umgehen kann. Eltern würde ich empfehlen, diese letzten Kapitel erst einmal selbst zu lesen und dann zu entscheiden!

"Rose und das Geheimnis des Alchemisten" ist eine der wenigen Geschichten, von denen ich mir sicher bin, dass sie sowohl jung als auch alt ansprechen wird. Protagonisten Rose ist herzallerliebst, ihr Schicksal mitreißend und ihre magischen Fähigkeiten aufregend! An dem ersten Teil der "Rose"-Reihe ist alles stimmig; ich kann dazu nur sagen: Ein Lese-Muss!

Cover:
Rose in ihrer Dienstmädchentracht und der magische Kater Gustavus, erkennbar an seinen unterschiedlichen Augenfarben, sind auf dem deutschen Cover abgebildet. Ich finde es nicht besonders ansprechend, aber auch nicht ausgesprochen schlecht. Mit dem englischen Original kann es allerdings nicht im geringsten mithalten!

Fazit:
So sehr ich auch suche, ich kann einfach nichts finden, was ich an diesem Buch aussetzen könnte. Geschichte, Charaktere und Schreibstil haben mich begeistert und mitgerissen. Aufgrund des heftigen Endes würde ich die Altersempfehlung des Verlags kritisieren. Es ist natürlich von Kind zu Kind verschieden, aber 9 Jahre ist eine zu niedrig angesetzte Empfehlung. Ich hätte sie auf 11-12 Jahre gesetzt. Dies ist jedenfalls keine Kritik am Buch; daher vergebe ich volle 5 Lurche! Ich freue mich riesig auf die Fortsetzung und kann kaum abwarten, sie zu lesen.


♥ Vielen Dank an arsEdition für dieses Rezensionsexemplar! ♥

Über die Autorin:
Holly wurde im südöstlichen London geboren und ist dort aufgewachsen, aber sie hat viel Zeit an der Suffolk Küste verbracht. Als Kind hatte sie zwei Hunde, eine Katze und einmal sogar neun Rennmäuse (ein Unfall). Mit etwa zehn Jahren verliebte sich Holly in die Geschichten der antiken griechischen Mythologie, die sie dazu brachten, Griechisch und Latein zu studieren und Klassiker zu lesen. Fünf Jahre lang arbeitete sie als Lektorin für Kindergeschichten, bevor sie entschied, dass ihr das Schreiben mehr Spaß machte - und es vom Sofa aus einfacher zu erledigen war. Jetzt lebt sie mit ihrem Mann, drei Söhnen und einer Katze und führt eine "Girl Guide"-Gruppe. Die "Rose"-Bücher basieren auf ihrer Kindheitsliebe zu historischen Geschichten, und den Wunsch, dass Tiere wirklich sprechen können.

Kommentare:

  1. Sowas, bin durch puren Zufall auf diese Rezension gestoßen und jetzt will ich das Buch unbedingt lesen :D

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  2. Liebe Lisa, das hat das Buch auch absolut verdient!
    Das nenne ich mal einen glücklichen Zufall! ;)

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