Rezension: "Onkel Montagues Schauergeschichten"

Titel: Onkel Montagues Schauergeschichten
Originaltitel: Uncle Montague's Tales of Terror
Autor: Chris Priestley
Verlag: Bloomsbury K&J
Seitenzahl: 224
Preis: 15,90€
ISBN-10: 9783827053718
ISBN-13: 978-3827053718
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Worum geht's?
Edgars Onkel Montague wohnt mit seinem unheimlichen Diener Franz, den nie jemand zu Gesicht bekommt, in einem mysteriösen alten Haus. Onkel Montague besitzt eine Menge Plunder, und zu jedem seiner Sammlerstücke kennt er eine eigene Geschichte. Edgar liebt die gruseligen Erzählungen seines Onkels und nimmt selbst den langen, schaurigen Weg durch den dunklen Wald auf sich, um ihn zu besuchen. Doch mit jeder Geschichte, die Onkel Montague erzählt, geschehen mehr und mehr seltsame Dinge: Der Nebel verdichtet sich, eine unbehagliche Atmosphäre kommt auf und Furcht einflößende Geräusche sind zu hören. Was steckt wirklich hinter Onkel Montagues Schauergeschichten? Er behauptet, sie seien alle wahr. Aber wie kann er von ihnen wissen, wenn die Protagonisten seiner Erzählungen entweder tot oder völlig verrückt geworden sind...?

Kaufgrund:
Durch eine liebe Freundin, die Kirsche, bin ich auf dieses Buch aufmerksam geworden. Normalerweise fallen Gruselgeschichten nicht in mein Leseschema; dafür bin ich ein zu großer Angsthase. Aber schließlich handelt es sich hier um ein Kinderbuch, das kann nicht so schlimm sein... oder doch?

Meine Meinung:
"Onkel Montagues Schauergeschichten" ist eine Ansammlung von gruseligen Kurzgeschichten, die durch einen übergeordneten Handlungsstrang miteinander verwoben werden: Onkel Montague freut sich sehr über Edgars Besuch und empfängt ihn freundlich in einem Zimmer voller seltsamer Gegenstände, den der Onkel seit Jahren angesammelt hat. Manche von ihnen scheinen Edgar auf mysteriöse Weise anzuziehen, und da er weiß, welch großes Erzähltalent in seinem Onkel steckt, lässt er es sich selbstredend nicht entgehen, ihn um eine Gruselgeschichte zu bitten. Doch keine der Kurzgeschichten steht für sich selbst, so wie es anfangs scheint...

Sobald Onkel Montague anfängt, seine Geschichten zu erzählen, fühlt man sich augenblicklich in Edgar hineinversetzt. Durch die schaurig-schöne Atmosphäre wirkt es beim Lesen beinahe so, als würde man selbst im Sessel sitzen und den Erzählungen vor dem Kaminfeuer lauschen. Dies steigert den Lesedrang extrem, man möchte stets wissen, wie es weitergeht! Zum einen liegt das natürlich an den Furcht einflößenden Geschichten zu den jeweiligen Gegenständen, aber die gesamte Leseatmosphäre macht mehr aus, als man anfangs zu denken vermag. Ich war beeindruckt, wie viel Tiefe in den jeweiligen Geschichte steckte, und das sie sich in Sachen Furcht, Ernst und Brutalität(!) immer wieder übertrumpfen konnten. Dadurch blieben "Onkel Montagues Schauergeschichten" bis zur letzten Seite spannend. An dieser Stelle möchte ich unbedingt erwähnen, dass das Buch nichts für schwache Nerven ist. Die Altersempfehlung (12-13 Jahre) erscheint für ein "gruseliges Kinderbuch" sehr hoch angesetzt, ist meiner Meinung nach aber fast noch zu niedrig. Einige Leser der empfohlenen Altersklasse werden sicherlich noch Probleme damit haben, die Ernsthaftigkeit, die Lehren und die Konsequenzen der Geschichten zu entdecken und zu verstehen.

Selbstverständlich kann der Leser zu den beiden Protagonisten Edgar und Onkel Montague, sowie zu den Nebencharakteren bzw. Hauptcharakteren der Schauergeschichten keine richtige Bindung aufbauen. Es handelt sich hierbei schließlich um Kurzgeschichten, und nicht um einen Roman. Trotzdem schafft es Priestley, dass man mit jeder einzelnen Figur mitfiebert und sie in sein Herz schließt; egal, wie klein ihre Rolle auch zu sein scheint. Besonders der kleine Edgar hat es mir angetan!

Abschließend muss ich zugeben, dass ich mich an einigen Stellen des Buches ernsthaft gegruselt und mich etwas vor der nächsten Seite gefürchtet habe - besonders während der beiden letzten Kurzgeschichten. Priestley steigert sich von Erzählung zu Erzählung. Während ich bei ersten Geschichte noch den Eindruck hatte, den "Grusel" gut wegstecken zu können, wurde ich bei den letzten eines besseren belehrt. "Onkel Montagues Schauergeschichten" liefert dem Lesen den perfekten Gruselspaß und hat definitiv mehr zu bieten als so mancher Horrorfilm!

Cover:
Das Cover gehört definitiv zu meinen Lieblingen. Es zeigt eine umfassende Illustration von David Roberts, der auch die Geschichten innerhalb des Buches bebildert hat. Das Cover beinhaltet viele der Gegenstände, die Onkel Montague bei sich zuhause aufbewahrt, und bietet dem Leser somit einen Bezug zum Text. Kurz und knapp: Es könnte nicht besser sein!

Fazit:
"Onkel Montagues Schauergeschichten" ist eine wunderbare Sammlung von Kurzgeschichten, die zurecht "Schauergeschichten" genannt werden dürfen. Durch die Atmosphäre, die Chris Priestley erzeugt, und die gruseligen Erzählungen bekommt man eine richtige Gänsehaut! Die Illustrationen von David Roberts verstärken den Gruselfaktor zusätzlich. Absolut empfehlenswert und für mich ein Lesemuss! Deshalb vergebe ich 5 Lurche und stürze mich sofort auf die Fortsetzung, "Schauergeschichten vom schwarzen Schiff".


♥ Vielen Dank an den Bloomsbury-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥

Über den Autor und den Illustrator:
Chris Priestley ist Autor, Illustrator, Maler und Cartoonist. Seit er ein Teenager war, liebt er Grusel- und Geistergeschichten. Er hat bereits mehrere Kinderbücher veröffentlicht und lebt in Cambridge. David Roberts hat zahlreiche Kinder- und Jugendbücher illustriert und wurde mit verschiedenen Preisen ausgezeichnet. Er lebt in London.

Kommentare:

  1. Hach, das freut mich so, dass es dir genauso gut gefallen hat wie mir :D
    Ich hoffe, dass der dritte Teil wieder so gut wird wie der erste ^,^

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  2. ich bin eigentlich kein Fan von Kurzgeschichten aber vielleicht versuche ich es doch mal...

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  3. @Cherry: Ich hoffe mit dir mit xD

    @dyabollo: Du wirst es nicht bereuen ;)

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  4. Auch wenn ich normalerweise einen weiten Bogen um alles mache, das nach Horror aussieht, hat mich deine Rezension doch neugierig gemacht. Das Buch kommt auf meinen Wunschzettel. Ich hoffe einfach, dass, da die Empfehlung von einer ebenfalls für Grusel anfälligen Person kommt, es nicht arg schlimm wird. Offenbar ist übersteigerte Schreckhaftigkeit was Bücher angeht eine Bürde, die diejenigen Menschen zu tragen haben, die sich (zu) gut in Bücher hineindenken und mitfiebern können.

    LG Rekymanto

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