Rezension: "Der Kleine Prinz"

Titel: Der Kleine Prinz
Originaltitel: Le petit prince
Autor: Antoine de Saint-Exupéry
Verlag: Karl Rauch Verlag
Seitenzahl: 128
Preis: 5,90€
ISBN-10: 3792000504
ISBN-13: 978-3792000502
Kaufen bei:
Worum geht's?
Der Autor selbst, Antoine de Saint-Exupéry, berichtet von seiner Begegnung mit dem kleinen Prinzen: Saint-Exupéry flog mit seinem Flugzeug über Afrika, als ein Motorschaden ihn zu einer Landung in der Wüste Sahara zwang. Dort traf er auf einen kleinen jungen mit blondem Haar, den kleinen Prinzen von seinem fremden Planeten. Der kleine Prinz berichtet von seiner Reise über sechs andere Planeten, ehe er zur Erde kam, seinen Erlebnissen, seinen Erkenntnissen. Doch wie der Bruchpilot an seinem Flugzeug schraubt, um bald Heim fliegen zu können, so sehnt sich auch der kleine Prinz nach seinem Planeten und der darauf lebenden, schönen Blume.

Kaufgrund:
"Der Kleine Prinz" ist ein Klassiker, der in jedes Regal gehört. Da ich als kleiner Leselurch nicht das Vergnügen hatte, Freundschaft mit dem kleinen Prinzen zu schließen, bestand dringender Nachholbedarf!

Meine Meinung:
"Der Kleine Prinz" ist eines der Bücher, über das man nur schwer schreiben kann. Man kann es in seine Einzelheiten zerpflücken, es analysieren, seine Bedeutungen und Botschaften herauslesen und diese auf Papier bringen. Trotzdem werden all diese Texte nicht das übermitteln, was der Leser wirklich fühlen und begreifen wird, wenn er es selbst liest.

Die Erde ist der siebte Planet, den der kleine Prinz auf seinem Abenteuer bereist. Zuvor hat er viele verschiedene Personen kennen gelernt: Den König, den Eitlen, den Säufer, den Geschäftsmann, den Laternenanzünder und den Geografen - allesamt Erwachsene, die sich in in ihren Rollen bereits versteift haben und nicht mehr wandelbar oder entwicklungsfähig sind. Der kleine Prinz kann und möchte sich nicht mit diesen Figuren anfreunden; er, als Kind, kann die Erwachsenen nicht verstehen! Genauso, wie der junge Saint-Exupéry nicht verstand, warum die Älteren seine Bilder nicht erkennen konnten und wieso sie ihn in seine Rolle zwangen. Durch den Fuchs lernt der blonde Junge auf der Erde, was es heißt, Freundschaft zu schließen, das Besondere zu erkennen, es zu ehren und ihm treu zu sein. Der Fuchs ist es auch, der das Heimweh des Prinzen weckt und ihm verdeutlicht, wie wichtig die schöne Blume auf seinem Planeten ist, die er einst verließ. Bevor er seine Heimreise antreten kann, stößt er in der Wüste auf Saint-Exupéry, freundet sich mit ihm an, berichtet ihm von seinen Reisen - und schafft es, die von den Älteren mühsam eingepflanzte Rolle des Piloten herauszureißen, wie er es auf seinem Planeten mit den Affenbrotbäumen getan hat. Was sich wie ein Kinderbuch anhört, ist eine tiefsinnige Geschichte über die Wahrheit und das Erwachsenwerden.

Saint-Exupérys Schreibstil ist einem Kinderbuch angemessen, aber keinesfalls leicht. Er erzählt die Geschichte bildhaft, nicht zu ausschweifend - dafür nutzt er doch lieber die Illustrationen - und mit ganz viel Poesie. Hinter seinen geschriebenen Worten steckt so viel Tiefe, so viel Bedeutung; sie bringen uns so viel über das Leben, die Menschen, ihre Persönlichkeiten und auch uns selbst bei, ohne dabei einen belehrenden Eindruck zu hinterlassen. Nicht nur Kinder, sondern auch Erwachsene können einiges vom kleinen Prinzen lernen; zumindest dann, wenn sie sich von ihm "zähmen" lassen.

Die Geschichte wird von Illustrationen des Autors begleitet, die ihr einen ganz besonderen Charme verleihen. Sie dienen jedoch nicht der bloßen Belustigung und Veranschaulichung, wie es bei vielen Kinderbüchern der Fall ist, sondern sind eng mit der Handlung verknüpft. Saint-Exupéry lässt uns durch seine Bilder ganz persönlich an seiner Begegnung mit dem Prinzen teilhaben, denn es handelt sich um genau dieselben, die der blonde Junge auch zu sehen bekommen hat!

Cover:
Es handelt sich um eine Zeichnung des Autors selbst, die den kleinen Prinzen auf einem Planeten zeigt. Niemand könnte Charaktere und Welt besser darstellen als der Autor selbst, umso glücklicher und zufriedener bin ich mit diesem Cover!

Fazit:
Nun, nachdem ich "Der Kleine Prinz" selbst gelesen habe, kann ich den üblichen "Das Buch MUSS man gelesen haben!"-Meinungen absolut zustimmen. Eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft, die den Leser tief in der Seele berührt - sofern er es zulässt, nicht so wie die Bewohner der verschiedenen Planeten! "Der Kleine Prinz" lernt während seiner abenteuerlichen Reise viel und gibt es an Saint-Exupéry weiter, der es wiederum uns überliefert. Endlich ist es auch bei mir angelangt und ich vergebe volle 5 Lurche für den zeitlosen, berührenden Roman "Der Kleine Prinz". 
"»Adieu«, sagte der Fuchs. »Hier mein Geheimnis. Es ist ganz einfach: Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das wesentliche ist für die Augen unsichtbar.«", "Der Kleine Prinz", S. 96, 14. Auflage, Karl Rauch Verlag, Düsseldorf


Über den Autor:
Antoine de Saint-Exupéry wurde am 29. Juni 1900 in Lyon geboren. Er verlor früh den Vater und wurde von der Mutter auf dem Schloss de La Mole erzogen. Er war Schüler in einem Jesuitenkolleg, später Architekturstudent in Paris, Soldat bei der Luftwaffe, Handelsvertreter. In den zwanziger Jahren wurde er Flieger und flog die Strecke Toulouse-Casablanca-Dakar. Im September 1939 wurde Saint-Exupéry Pilot in einer Aufklärer-Staffel, im Dezember 1940 ging er nach Amerika, 1943 kam er an die Front in Nordafrika. Am 31.7.1944 startete er vom Flughafen Borgo auf Korsika zu seinem letzten Aufklärungsflug. Er ist nie zurückgekehrt. Das Wrack seiner Maschine wurde im Jahr 2000 auf dem Grund des Mittelmeers bei Marseille geortet und 2004 gehoben und identifiziert.

Kommentare:

  1. "Der kleine Prinz" habe ich früher schon mal als Hörbuch gehabt und damals war ich nicht wirklich begeistert von der Geschichte. Mittlerweile glaube ich allerdings das ich damals einfach noch zu jung war um die Geschichte überhaupt richtig zu verstehen und nach deiner Rezension überleg ich mir doch mal, ob ich dem Buch nicht noch eine Chance geben will :D

    AntwortenLöschen
  2. Da bin ich ja wirklich froh, dass du den kleinen Prinzen, wenn auch als schon etwas erwachsenerer Lurch, noch kennen gelernt hast :) Ich hab das Buch damals mit 14 oder so zum ersten Mal gelesen und fand es auch ganz toll. Später hab ich es dann noch mal in der Schule behandelt, aber das war schrecklich, weil wir es da so auseinander genommen haben und ich die Lehrerin auch nicht mochte ;)

    AntwortenLöschen
  3. @leseflower: Ich kann dir nur dringend dazu raten, das Buch noch einmal zu lesen :) Ich sehe das nämlich wie du und denke, dass man in jungen Jahren noch nicht alles aus dem Buch erfassen kann, was es einem sagen möchte.

    @Miss Bookiverse: Och nein, wie blöd! :( Wenn ich in der Schule ein Buch oder einen Film analysiert habe, dann kann ich es privat nicht mehr lesen bzw. anschauen. Ich weiß nicht, aber irgendwie ist das gewisse Etwas weg...

    AntwortenLöschen
  4. @Lurchi: Ja, so geht's mir auch. Es wird einfach alles so auseinander gepfückt, dass jeglicher Zauber genommen wird. Und beim Kleinen Prinzen hat mich immer am meisten genervt, dass überall, wo er erwähnt wurde, nur die Fuchsszene und das "man sieht nur mit dem Herzen gut" erwähnt wird. Als wenn das Buch nur aus dieser einen Szene bestünde :/

    AntwortenLöschen
  5. @Miss Bookiverse: *pfeif* Ich habe die Stelle ja auch zitiert, sie ist einfach zu schön :D Aber ja, du hast Recht. Ich hasse es auch, wenn Bücher auf bestimmte Sätze reduziert werden.
    Das Problem bei Schulanalysen ist einfach, dass man sie nicht mehr aus dem Kopf bekommt >.< Man kann nicht mehr Träumen, kann dir nur zustimmen =/

    AntwortenLöschen
  6. @Lurchi: ja, ich hab das Buch ja damals auf Kassette gehört, weil ich noch nichtmal lesen konnte, kein wunder das ich da den inhalt noch nicht wirklich verstanden habe^^ aber jetzt steht das Buch auf meiner "Buchwunschliste" :D

    AntwortenLöschen
  7. Na ja oder man fragt sich, wie diese ganzen Analytiker so viel da rein intepretieren konnten ;D

    AntwortenLöschen
  8. Ich habe den kleinen Prinzen auch erst vor einer Woche gelesen und wollte dann die kommenden Tage auch eine Rezi schreiben. Lustig, dass wir fast zeitgleich dieses Buch lesen.

    LG Brownie :)

    AntwortenLöschen
  9. Hallo Leselurch,
    den "Kleinen Prinzen" habe ich schon etliche Male gelesen bzw. gehört, sodass dieses Buch bereits ein so fester Bestandteil meines Literarischen-Fundus geworden ist, dass ich auf die Idee eine Rezension zu schreiben, bislang gar nicht gekommen bin.

    Zurückblickend kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich als Kind die Tiefe dieses Buches nicht erkannt habe, obwohl mich seine "Heimreise" schon damals immer sehr traurig gemacht hat. Da das Buch ja relativ kurz ist, werde ich es, angeregt durch deinen Post, nocheinmal lesen. Vielen Dank dir also. Und wer weiß, vielleicht schreibe ich ja auch noch eine Rezension. Dieses Meisterwerk kann eigentlich garnicht genug Aufmerksamkeit bekommen.

    LG Rekymanto

    AntwortenLöschen
  10. Hihi,

    ich kann nur zustimmen. Als Kind fand ich Der kleine Prinz weniger beeindruckend. Jetzt fällt es mir schwer, das Buch zu lesen, allerdings aus positiven Gründen. Es geht so tief unter die Haut wie kaum ein anderes. Also ja, ich bin auch der Meinung, dieses Herzstück sollte in jedem Regal stehen!

    AntwortenLöschen

legal notice. based on design by Charming Templates.