Rezension: "Oksa Pollock. Die Entschwundenen"

Titel: Oksa Pollock. Die Entschwundenen
Originaltitel: Oksa Pollock - La Forêt des égarés
Autor: Anne Plichota und Cendrine Wolf
Verlag: Oetinger
Seitenzahl: 459
Preis: 18,95€
ISBN-10: 3789145033
ISBN-13: 978-3789145032
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Worum geht's?
Oksas bester Freund Gus ist verschwunden! Durch einen unglücklichen Zufall wurde er das Opfer eines mysteriösen Zaubers - und befindet sich nun in einem Gemälde! Augenblicklich bereiten sich Oksa und die anderen Rette-sich-wer-kann auf eine Reise in das seltsame Kunstwerk vor, um Gus zu befreien und zurück in das Da-Draußen zu bringen. Leichter gesagt, als getan; im Gemälde angekommen muss sich die mutige Truppe vielen schwierigen Prüfungen stellen. Dies ist der einzige Ausweg! Und während Oksa und die anderen an ihre persönlichen Grenzen stoßen, nutzt ein Feind in der wirklichen Welt die Gunst der Stunde...

Kaufgrund:
Nachdem mir bereits der erste Teil der "Oksa Pollock"-Reihe so gut gefiel, wollte ich natürlich unbedingt wissen, wie es mit der Jungen Huldvollen und ihren treuen Rette-sich-wer-kann weitergeht.

Meine Meinung:
Willkommen zurück in Oksas Welt! Nach dem ereignisreichen und abenteuerlichen ersten Roman der Serie folgt nun endlich die lang ersehnte Fortsetzung. Aber was genau ist in "Oksa Pollock. Die Unverhoffte" eigentlich passiert? Wer sich nicht mehr an die bisherige Handlung erinnern kann, muss nicht verzagen, denn das neue Buch beginnt mit einer zusammenfassenden Rückblende, die das Gedächtnis wieder auffrischt.

Die Handlung beginnt rasant und hält dieses Tempo bis zur letzten Seite an. Diesmal kommt Oksa kaum zum Verschnaufen, denn ein spannendes Ereignis jagt das nächste. Ist eine kraftraubende Prüfung bestanden, wartet bereits ein neues Rätsel auf die Rette-sich-wer-kann. Das Autorinnenduo Wolf und Plichota hat viel Wert darauf gelegt, eine mitreißende Geschichte zu schreiben und das ist ihnen ausgesprochen gut gelungen! Langeweile ist in "Oksa Pollock. Die Entschwundenen" ein Fremdwort!

Nicht nur die vielen gefährlichen Abenteuer machen den neuen Teil der Serie so aufregend. Durch einen Verrat aus den eigenen Reihen, den Tod einer liebenswürdigen Figur und die Aufdeckung vieler überraschender Wahrheiten stockt selbst dem Leser einige Male der Atem! Und dann ist da noch die Liebe... Hach, ja, auch unsere Oksa wird erwachsen und fängt an, sich für Jungs zu interessieren! Besonders der geheimnisvolle Tugdual lässt ihr Herz höher schlagen, aber auch ihr bester Freund Gus hat es Oksa angetan. Langsam, aber sicher entwickelt sich in "Oksa Pollock. Die Entschwundenen" eine Dreiecksgeschichte, die die Junge Huldvolle sicherlich oft aus der Fassung bringen wird. Momentan bleibt es noch bei zurückhaltenden Schwärmereien, schüchternem Händchenhalten und einem zaghaften Kuss, doch Wolf und Plichota werden für die Folgebände schon einige Ideen haben!

Nach der letzten Seite musste ich leider feststellen, dass die gesamte Geschichte zwar sehr spannend und mitreißend war, aber eigentlich gar nicht so viel passiert ist. Besonders das Hauptthema der "Oksa Pollock"-Bücher, nämlich die Suche nach dem ersehnten Edefia, kam viel zu kurz und wurde kaum behandelt. Ein klassisches "Füllerbuch"! Normalerweise gefällt mir so etwas nicht, aber "Oksa Pollock. Die Entschwundenen" bildet hier ganz klar eine Ausnahme. Bei so viel Witz, Charme und Abenteuer drücke ich sehr gern ein Auge zu.

Wie bereits beim ersten Band, machen sich Plichota und Wolf einen Cliffhanger zunutze, um die Leselust auf die Fortsetzung zu wecken. Oh, ja, dies ist ihnen gelungen! Mit einem beinahe katastrophalen Ende - rein inhaltlich betrachtet - spannen sie ihre Leser mächtig auf die Folter!

Protagonistin Oksa ist das absolute Highlight der Buchreihe. Mit ihrer sympathischen und ungezügelten Art muss man sie einfach ins Herz schließen. Getreu dem Motto "Erst handeln, dann denken!" tänzelt sie durch das Leben, (fast) immer ein Lächeln auf den Lippen. Mit ihren jungen dreizehn/vierzehn Jahren hat sie ihre kindliche Naivität noch nicht abgelegt, aber ein naives Kind ist sie deshalb noch lange nicht! Oksa weiß genau, welch große Rolle sie als Junge Huldvolle innehat und dass sie die Hoffnungsträgerin aller Rette-sich-wer-kann ist. Sie versucht, den Erwartungen aller gerecht zu werden, ohne sich dabei selbst zu verlieren. Bisher ist das der frechen und mutigen Ninja-Kriegerin sehr gut gelungen und ich hoffe sehr, dass es dabei bleibt!

Die Nebencharaktere haben sich im Vergleich zum Vorgänger stark weiterentwickelt. Viele von ihnen entdecken völlig neue Seiten an sich, die die Handlung entscheidend voranbringen. Besonders Oksas Vater Pavel muss sich einer persönlichen Sache stellen, die er stets zu verdrängen versuchte. Auch Tugdual, der im ersten Buch noch sehr blass blieb, erhält endlich mehr Konturen und wird zu einem der interessantesten Charaktere. Leider entwickeln sich nicht alle Figuren zum Guten... Aber was wäre ein guter Roman ohne Bösewichte?

Dass sich "Oksa Pollock" definitiv an die jüngere Teenie-Leserschaft richtet, merkt man dem Schreibstil stark an. Eine leichte, kindliche Sprache ohne große bildhafte Schilderungen sorgt dafür, dass sich die Seiten sehr schnell lesen lassen und keine monotonen Beschreibungen entstehen, die langweilig werden könnten. Ältere Leser werden bei einigen Szenen deshalb zwar Schmunzeln müssen, im Großen und Ganzen aber auch auf ihre Kosten kommen. Oksa reißt jeden mit, ob jung oder alt!

Cover:
Wieder einmal hat Künstlerin Anike Hage, bekannt durch ihre "Gothic Sports"-Mangaserie, ganze Arbeit geleistet. Ihre Darstellung von Oksa entspricht genau meinen Vorstellungen; es ist, als hätte Anike Hage Oksa aus meinem Kopf auf das Cover gezaubert! Diesmal sind außerdem Gus und Tugdual darauf abgebildet, die Oksas Gefühle im zweiten Band der Reihe mächtig auf den Kopf stellen. Von ihnen bin ich leider nicht sonderlich begeistert. Sie entsprechen kaum meinen Vorstellungen!

Fazit:
"Oksa Pollock. Die Entschwundenen" ist eine würdige und mitreißende Fortsetzung, die dem Vorgänger in nichts nachsteht. Viel Spannung, Spaß, Gefühl, Dramatik und noch mehr Action machen Oksas neues Abenteuer zu einem echten Lesegenuss. Gute vier Lurche für Oksa Power-Pollock!


♥ Vielen Dank an den Oetinger Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥

Über die Autoren:
Cendrine Wolf wurde 1969 in Colmar im Elsass geboren. Sie absolvierte eine Sportausbildung und arbeitete einige Jahre mit Kindern, bevor sie Bibliothekarin an der Stadtbücherei von Straßburg wurde. Heute widmet sie sich als freie Autorin ganz ihrer Lieblingsbeschäftigung, dem Schreiben.

Anne Plichota, 1968 im französischen Dijon geboren, studierte Chinesisch und Kulturwissenschaften und verbrachte einige Jahre in Asien, bevor auch sie Bibliothekarin an der Stadtbücherei von Straßburg wurde, wo sie heute noch lebt und arbeitet.

Kommentare:

  1. eine schöne rezi :D ehrlich !! habs selbst auch schon seit einiger zeit durch ;D

    lg july

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  2. Oh, ich hab den ersten Band hier immer noch seit Ewigkeiten ungelesen rumliegen *lalala* Vllt sollte ich das iwann mal ändern ;)

    LG!

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  3. Mal wieder eine tolle Rezension. Mich interessiert diese Buchreihe leider nicht, aber vielleicht werde ich mir das erste auch mal anschauen ;) GLG Jana

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