Rezension: "Meridian: Flüsternde Seelen"

Titel: Meridian: Flüsternde Seelen
Originaltitel: Wildcat Fireflies
AutorIn: Amber Kizer
ÜbersetzerIn: Karin Dufner
Verlag: Pan
Seitenzahl: 432
Preis: 14,99€
ISBN-10: 3426283654
ISBN-13: 978-3426283653
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Worum geht's?
Meridian Sozus Leben war noch nie normal, einfach oder unbekümmert. Seit frühster Kindheit kommen die Tiere zu ihr, um zu sterben. Nun, nach ihrem sechzehnten Geburtstag, sind es auch die Menschen, die durch sie in den Himmel gelangen. Denn sie ist eine Fenestra, das Fenster zum Jenseits. Zusammen mit Tens, ihrem Wächter und Geliebten, macht sie sich auf eine gefährliche Reise. Sie sind auf der Suche nach anderen, die so sind wie Meridian, um sie vor den Aternocti zu schützen; eine grausame Gruppe, die die Seelen der Verstorbenen in die Hölle bringen wollen. In einer Kleinstadt spüren Meridian und Tens zum ersten Mal die Nähe einer Fenestra, doch die Zeit rennt ihnen davon.

Kaufgrund:
"Meridian: Dunkle Umarmung" ist eines meiner ersten Bücher aus dem Pan-Verlag gewesen und konnte mich auf Anhieb von sich überzeugen. Als ich die Fortsetzung dann im Verlagsprogramm entdeckte, war die Neugierde geweckt!

Meine Meinung:
Beinahe nahtlos knüpft der zweite Teil der "Meridian"-Reihe an seinen Vorgänger an. Knapp ein Monat ist seit Geschehnissen aus "Meridian: Dunkle Umarmung" vergangen und das Protagonistenpärchen Meridian und Tens befindet sich auf der Suche nach einer weiteren Fenestra, auf die sie durch seltsame Zeitungsartikel aufmerksam geworden sind. An dieser Stelle möchte ich erwähnen, dass ein Neueinstieg in die Serie sehr schwierig ist (es soll ja Leute geben, die Buchreihen nicht mit dem ersten Band beginnen!). Da Amber Kizer sich nicht lange mit Zusammenfassungen oder Wiederholungen herumschlagen möchte, wirft sie ihre Leser kurzerhand mitten in die neue Geschichte. Wer den ersten Teil bereits gelesen hat, wird sich auch nach einer langen Lesepause schnell wieder zurecht finden können. Aber Seiteneinsteiger, die noch nicht einmal die Grundzüge der Geschichte kennen, werden große Verständnisprobleme haben. An diejenigen kann ich stärkstens appellieren: Ab in die Buchhandlung und her mit "Meridian"!

Man mag es kaum glauben, aber "Meridian: Flüsternde Seelen" ist im Vergleich zu seinem Vorgänger um einiges erwachsener und ernster. Am deutlichsten merkt man diese Entwicklung bei den Charakteren, aber auch die Handlung ist reifer, durchdachter, komplexer. Die Gefahren werden größer, die Probleme schwerwiegender - generell ist die Spannung hochgradiger. Auch in Sachen Gefühl greift Amber Kizer tiefer. Die Beziehung zwischen Meridian und Tens erreicht eine neue Stufe und wird intensiver, und das nicht allzu knapp! Während es in "Meridian: Dunkle Umarmung" noch bei zaghaften Küssen blieb, wird für Meridian das "erste Mal" nun immer wichtiger.

Trotzdem: Es handelt sich noch immer um ein Jugendbuch, das ab 14 Jahren empfohlen wird, und das merkt man dem Roman in einigen Momenten an. Leider macht Kizer an ein paar Stellen zu auffällige Anspielungen, die den weiteren Handlungsverlauf verraten und die Spannung abflauen lassen. Sie war anscheinend sehr darum besorgt, dass ihre jüngeren Leser des Rätsels Lösung nicht von allein finden würden. Glücklicherweise wiederholt sich dieser Makel nicht allzu oft, weshalb ich ihn Amber Kizer nur zu gern verzeihen möchte.

Der Großteil der Handlung wird aus Meridians Sicht erzählt, wie es die "Meridian"-Fans aus dem Vorgänger gewohnt sind. Mittlerweile hat sie gelernt, mehr oder weniger mit ihrer Gabe als Fenestra umzugehen, ohne sich dabei schmerzhafte Verletzungen zuzufügen. Die Dinge, mit denen sie kämpfen muss, haben sich quasi umgedreht: Aus dem normalen Mädchen, das mit einer besonderen Gabe umzugehen lernen muss, ist eine junge Frau mit einer speziellen Fähigkeit geworden, die nun mit den normalen Dingen des Lebens konfrontiert wird. Natürlich ist Meridian noch immer darum bemüht, die Aternocti zu besiegen, andere Fenestrae zu finden und ihre Gabe zu perfektionieren. Aber nun sind es mehr die alltäglichen Probleme, die an ihren Nerven nagen, denn durch ihre Liebe zu Tens lernt sie nicht nur die Leidenschaft, sondern auch die Eifersucht kennen.

Während der anderen Kapitel ist es Juliet, die uns die Welt durch ihre Augen blicken lässt. Solange sie sich erinnern kann, lebt sie in einer Rehaklinik für ältere Menschen, die auch einige Kinder aufnimmt. Die Heimleiterin missbraucht die Kinder, schlägt sie und lässt sie für sich arbeiten, um die gebrechlichen und kränklichen Älteren nicht selbst anfassen zu müssen. Juliet bestreitet die Tage mit nur einem Ziel vor Augen: den sechzehnten Geburtstag, an dem sie aus dieser Hölle entfliehen kann. Ja, Juliet hat es in ihrem Leben bisher nie leicht gehabt. Ihre Mutter hat sie nicht geliebt und nun muss sie auch noch dieses abscheuliche Leben führen. Die einzige Ruhe findet Juliet, wenn sie am Sterbebett der älteren Patienten sitzt und ihnen die letzte Ehre erweisen kann. Dass dahinter viel mehr als die bloße "Ruhe" steckt, die Juliet zu ihnen treibt, weiß sie selbstverständlich nicht.

Die Nebencharaktere sind wie die Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Amber Kizer bietet uns eine wilde Mischung aus den unterschiedlichsten Figuren. Ob still, aufgeweckt, kitschig, religiös, gutmütig oder sonst etwas - in diesem Buch ist von allem etwas dabei! Man kann nicht anders, als mit den freundlichen Charakteren zu sympathisieren. Besonders der offenherzige Rumi konnte mein Herz für sich gewinnen. Bloß die Figuren, die zu den Aternocti gehören, bleiben wieder völlig im Dunkeln. Neue Informationen über diese furchteinflößende Bande gibt es kaum, aber daran wird Kizer sicherlich bald etwas ändern.

Cover:
Ganz im Stil des Vorgängers hält sich das Cover von "Meridian: Flüsternde Seelen" sehr düster und dunkel. Die grünlichen Verzierungen, die Insekten-Silhouetten und die Ranken sind wirklich wunderschön gestaltet worden. Ein weiteres Paradebeispiel für die Kunstfertigkeit der großartigen Grafiker des Verlags! Wenn da nur nicht wieder dieses Mädchengesicht auf dem Cover wäre...

Fazit:
Die Serie um Meridian hat absolutes Suchtpotenzial. Wer den ersten Band mochte, wird den zweiten lieben! Eine tolle Handlung mit viel Spannung und eine großartige Kombination aus den unterschiedlichsten Charakteren konnten mich begeistern. Schreiben Sie schneller, Frau Kizer! Wir wollen die Fortsetzung! Insgesamt vergebe ich gute 4 Lurche.


♥ Vielen Dank an den Pan-Verlag für dieses Rezensionsexemplar! ♥

Über die Autorin:
Amber Kizer liebt saure Süßigkeiten, laute Popmusik und den Geruch von Lilien. Außerdem backt sie für ihr Leben gerne und lebt auf Whidbey Island, einer Insel, die leider nicht in der Südsee liegt, sondern vor der Küste des US-Bundesstaats Washington. Mehr Informationen im Internet: www.AmberKizer.com

Kommentare:

  1. Ich habe Teil 1 von Meridian hier :)

    Ich bin gerade auf deinen Blog gestoßen und habe ein bisschen auf deinem Blog gestöbert und mich dazu entschlossen, regelmäßiger Leser zu werden.
    Ich würde mich sehr freuen, wenn du meinen Blog besuchen würdest und auch über Verbesserungsvorschläge. 

    Hier der Link zu meinem Blog:
    http://rozasleselieblinge.blogspot.com/


    Liebe Grüße
    Chrisy

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  2. Durch das erste Buch habe ich meinen Namen gefunden und ich habe es total geliebt und wußte lange gar nicht, dass es eine Reihe wird. Bis ich im Herbst dieses hier gesehen habe. Ich muss es mir uuuunbedingt zulegen und nach dieser Rezi kann ich mich ja noch mehr darauf freuen!

    LG

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