Rezension: "Hachiko waits"

Titel: Hachiko waits [englische Sprache]
AutorIn: Leslea Newman
IllustratorIn: Machiyo Kodaira
Verlag: Square Fish
Seitenzahl: 96
Preis: $ 6.99 / ~ 5,40€
ISBN-10: 0805073361
ISBN-13: 978-0805073362
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Worum geht's?
Professor Ueno und sein Akita Hachi sind ein Herz und eine Seele. Obwohl Ueno schon viele Hunde großgezogen hat, weiß er: Hachi ist etwas ganz besonderes. Noch nie ist ihm ein Hund begegnet, der so klug, so gut und so lieb war wie dieser. Eines Tages beginnt Hachi, sein Herrchen auf dem Weg zur Arbeit bis zum Shibuya Bahnhof zu begleiten und ihn von dort auch wieder abzuholen. Tag für Tag läuft er morgens an der Seite des Professors bis zum Bahnhof, wartet, bis der Zug abgefahren ist, kehrt Heim und taucht pünktlich fünf Minuten vor drei Uhr wieder auf, um Ueno abzuholen. Tag für Tag, Jahr für Jahr. Auch dann noch, als Professor Ueno längst nicht mehr von seiner Arbeit zurückkehrt...

Kaufgrund:
Diesmal wurde ich erst durch einen Film auf ein Buch aufmerksam. "Hachiko - Eine wunderbare Freundschaft" mit Richard Gere hat mich zu Tränen gerührt, sodass ich kaum an diesem Buch vorbei kam.

Meine Meinung:
So wenig Seiten - und doch so viel Inhalt. In gerade einmal 96 Seiten erzählt Leslea Newman die berührende Geschichte des Akita Hachi, der über 10 Jahre lang Tag für Tag auf sein Herrchen wartete. Es ist eine auf wahren Geschehnissen basierende Geschichte über die tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier, die uns bezaubert, Gefangen nimmt und berührt. Eine Geschichte, die nicht viel Handlung besitzt, aber dafür umso mehr zu sagen hat. Eine Geschichte, die uns zu Tränen rührt und die man niemals vergisst. Eben eine Geschichte, die man gelesen haben muss.

Genauso wie der Film handelt es sich hierbei nicht um die exakte wahre Geschichte, sondern um eine veränderte Fassung. Im Gegensatz zum Regisseur Lasse Hallström hat Autorin Leslea Newman ihre Handlung jedoch nicht amerikanisiert, sondern so nah wie möglich an der Realität gelassen. Bloß ein paar Charaktere, wie zum Beispiel den jungen Yasuo und seine Mutter, hat sie hinzugefügt, um die Geschichte besser erzählen zu können. Welche Änderungen sie genau vorgenommen hat, hat sie in den Anmerkungen am Ende des Buches notiert.

Ja, in nicht einmal 100 Seiten eine Beziehung zu den Charakteren herzustellen ist schwer. Man kann sie kaum richtig kennenlernen und erfährt nur sehr wenig über die verschiedenen Persönlichkeiten, die hinter den Fassaden stecken. Dennoch ist es Newman mit Leichtigkeit gelungen, alle handelnden Figuren in unser Herz zu schleusen, und uns das Gefühl zu geben, sie - auch ohne all die Informationen - auf eine besondere Weise zu kennen. Folgender Dialog hat sich dabei unweigerlich in mein Gedächtnis gebrannt:
The woman reached out to stroke Hachi's fur again. "Hachi, you are a very good dog," she said to him. "And your master was a very good man."
Yasuo picked up Hachi's bowl and looked at the woman. "Did you know Professor Ueno?" he asked.
"No," the woman answered. "But it is clear to me that he was a fine man. That is why Hachi continues to hope and to wait. He remembers the kindness of his master." (S. 61-62)

Leslea Newman ist Kinderbuchautorin und erzählt auch ihre Fassung der Geschichte über Hachi in einem kindgerechten Ton. Sie nutzt kurze, einprägsame und gefühlvolle Sätze, die für Kinder leicht zu verstehen sind. Aber auch Erwachsene werden berührt sein und zwischen den Zeilen sogar wichtige Ratschläge finden, die sich auf das ganze Leben beziehen. Dank des leichten Schreibstils eignet sich "Hachiko waits" ideal für all diejenigen, die eben erst anfangen, Bücher auf englisch zu lesen und noch über keinen großen Wortschatz verfügen.

Untermalt wird die Geschichte durch großartige Illustrationen von Machiyo Kodaira. Jedes einzelne Bild fängt die dazugehörige Szene perfekt ein, als wäre es eine Momentaufnahme oder sogar ein Foto. Eine tolle Arbeit, die das Buch zu etwas noch Besondererem macht.

Als kleines Extra befindet sich auf den letzten Seiten ein Glossar, in dem alle japanischen Begriffe und Namen erläutert werden, die Leslea Newman in ihrem Buch genutzt hat. Wer also nicht weiß, was Hachi so gerne frisst, wenn er "Yakitori" bekommt, muss nicht verzweifeln, sondern kann es ganz einfach nachschlagen!

Cover:
Schlicht und einfach, aber aussagekräftig und perfekt: Was hätte passender sein können als der wartende Hachi?

Fazit:
"Hachiko waits" ist ein ergreifendes, absolut berührendes Buch über eine tiefe Freundschaft zwischen Mensch und Tier, über Loyalität, über Hoffnung. Ich kann es jedem, egal ob jung oder alt, nur wärmstens ans Herz legen. Lest es und schaut euch auch den Film an, aber haltet immer die Taschentücher parat! Diese unvergessliche Geschichte lässt wirklich niemanden kalt! "Hachiko waits" von Leslea Newman bekommt von mir volle 5 Lurche.


Über die Autorin:
Mehr über Leslea Newman könnt ihr auf ihrer Homepage http://www.lesleanewman.com/ erfahren.

Kommentare:

  1. Den Film fand ich auch soooo schön und traurig und überhaupt. Ich wusste gar nicht, dass es dafür auch eine Buchvorlage gibt. :)

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  2. ich habe mir den Film gar nicht erst angeguckt, denn ich musste schon beim Lesen deiner Rezi zum Buch weinen...ich kenne eine ähnliche Geschichte, die sich angeblich in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin, zugetragen hat...Dort ist der arme Hund jedoch verhungert, denn er wollte einfach nichts mehr essen nachdem sein Herrchen gestorben ist :(

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  3. Ich habe den Film bis heute nicht gesehen, da er ziemlich bald nachdem unser Hund gestorben ist, rausgekommen ist und ich prinzipiell bei Tierfilmen viel mehr heule als bei anderen....Ich habe dann mal nur einen Ausschnitt gesehen und habe schon da Rotz und Wasser geheult...deshalb werde ich den Film eher nie ansehen können....beim Buch wird es mir wohl kaum besser gehen, fürchte ich....seufz! Aber ich wusste auch nicht, dass es eine Buchverfilmung war.
    Liebe Grüße
    Martina

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  4. Ich habe den Film gesehen (da war ich schwanger) mein Gott, ich habe so sehr geweint. Aber er war großartig!!! <3
    Tolle Rezi :)

    LG
    Lilly

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  5. @Karo: Es ist ja keine direkte Buchvorlage ;-) Aber ja, der Film ist sooo toll!!!

    @zeilenreisende: Oh weh, das ist ja furchtbar. :( Aber Hunde sind eben treue Tiere... da gibt es viele Geschichten, die so berührend sind, nicht wahr? :(

    @Martina: Ich kann mir gut vorstellen, wie schwer es einem dann fällt. Aber der Film drückt schon sehr stark auf die Tränendrüse. Da bleibt kein Auge trocken :'(

    @Lilly: Dankeschön! :) Als du schwanger warst?! Ohje! Ich kann mir vorstellen, dass die Tränen da noch viel doller liefen als sonst! Aber es ist einfach so ein schöner Film...

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  6. Ich habe die Verfilmung gesehen und es war so furchtbar zum heulen. Habe noch Stunden nach dem Film Tränen in den Augen gehabt. Die Tatsache, dass dies eine wahre Geschichte ist hat mich bis ins Mark erschüttert. 'Haschiko' ist ein großes Beispiel, wie treu Tiere sind und wie sehr sie lieben können.
    Tolle Rezension, Luchi!

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  7. @Sandy: Dankeschön! Ich finde die Geschichte um Hachiko auch total berührend - mal ehrlich, wer fängt da nicht an zu heulen?!

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  8. Ich wusste auch nicht, dass es ein Buch über diese berührende Geschichte gibt. Für mich ist aber leider Buch noch Film etwas, da ich ein sehr großer Hundefreund bin und mich solche Geschichten sehr schnell zu Tränen rühren. Obwohl, manchmal ist man ja in so einer rührseligen Stimmung...

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