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Titel: Ronar AutorIn: Anke Höhl-Kayser Verlag: Books on Demand Seitenzahl: 256 Preis: 16,80€ ISBN-10: 3837052605 ISBN-13: 978-3837052602 Kaufen bei: ![]() |
Der zwölfjährige Ronar weiß nicht,
wo er herkommt oder wohin er gehört. Er ist ein Findelkind, das kurz
nach seiner Geburt vor den Toren Haanars abgelegt worden ist. Der
Dorfschmied und seine Frau haben sich des kleinen Jungen angenommen
und ihm alles gegeben, was er zum Leben braucht - bis auf das Gefühl,
eine Familie zu haben und geliebt zu werden. Seine zahlreichen
Geschwister haben ihn stets spüren lassen, dass er nicht dazugehört.
Auch seine Ziehschwester Irith hat sich über ihn und seinen Hang zu
Träumereien lustig gemacht. Trotz aller Rückweisung ist es jedoch
der tapfere Ronar, der sich auf die gefährliche Suche begibt,
nachdem Irith von einer Horde unbekannter Reiter entführt wird. Er
hört nicht auf die Warnungen der anderen und macht sich auf zu einer
Reise in den mysteriösen Nebelwald, indem die magischen Elthen
leben. Nie ist jemand unbeschadet aus dem Wald herausgekommen, doch
Ronar verspürt keine Furcht. Er macht sich auf, um Irith zu finden -
und findet dabei heraus, wer er wirklich ist und was seine Bestimmung
ist...
Kaufgrund:
Meine Meinung:
Auf dieses Buch wäre ich niemals
aufmerksam geworden, hätte die Autorin nicht selbst ein wenig
Werbung gemacht. Der Klappentext klang so vielversprechend, dass ich
zu "Ronar" nicht Nein sagen konnte!
Meine Meinung:
BoD-Bücher (Books on Demand) haben es
nicht leicht. Kein anderer Verlag ist mit so vielen Vorurteilen
behaftet wie der Selbstverlag: es gibt kein vernünftiges Textlayout,
also kann das Buch nur schwierig zu lesen sein; ein Lektorat ist bei
BoD eine Seltenheit, der Text muss mit Fehlerchen in Sachen
Rechtschreibung und Zeichensetzung geradezu übersät sein; wenn kein
renommierter Verlag Interesse an der Geschichte hatte, muss sie ja
schlecht sein. Die breite Masse an selbst veröffentlichten,
unbearbeiteten Büchern haben diese Vorurteile sicherlich nicht ohne
Weiteres entstehen lassen, doch Anke Höhl-Kaysers erster Roman
zeigt, dass es auch anders geht! "Ronar" hat nicht nur eine
ordentliche Struktur, sondern auch weniger Fehler als so manches Buch
aus einem bekannten Verlag.
Als ich mit "Ronar" begann,
wollte ich eigentlich nur kurz in das erste Kapitel hineinschnuppern.
Die Zeit war knapp und ich wollte mir bloß einen ersten Eindruck
verschaffen, um einschätzen zu können, was mich in diesem Debüt
erwartet. Nun, was soll ich sagen? Aus dem geplanten ersten Kapitel
sind noch neun weitere geworden, ehe mich ein genervtes
Telefonklingeln zurück in die Wirklichkeit brachte. Anke Höhl-Kayser
hat es geschafft, mich mit ihrem wunderschönen Schreibstil bereits
nach wenigen Sätzen in Ronars Welt eintauchen zu lassen - und das so
stark, dass ich am liebsten nicht mehr aus ihr herausgekommen wäre!
Die detaillierte und poetische Sprache der Autorin ist ein besonderes
Highlight: Wer es schafft, die Leser mit seinen Worten mitzureißen,
zu berühren und in eine fremde Welt zu entführen, der darf sich
wahrlich als Geschichtenerzähler und Schriftsteller bezeichnen!
Ein schöner Schreibstil kann eine
schlechte Geschichte leider nicht retten, das hat schon so manches
Buch bewiesen. Auch um "Ronar" musste ich zu Beginn bangen:
Zwar konnten mich die Worte förmlich zum Lesen verführen, aber die
Handlung schien sich in Belanglosigkeiten zu verrennen. Von Kapitel
zu Kapitel geschehen neue Dinge, die keinen großen Eindruck
hinterlassen. Oft schleicht sich sogar der Gedanke in den Kopf, dass
man sich dieses Kapitel doch getrost hätte sparen können! Je länger
man Ronar auf seiner Reise begleitet, desto klarer wird jedoch, dass
die Autorin ihre Leser mit diesen Eindrücken ganz bewusst an der
Nase herumführen will! Denn was einen in "Ronar" erwartet
ist keine gewöhnliche Fantasy-Geschichte, sondern ein ausgeklügelter
Plot über Selbstfindung, den Wert der Freundschaft und die Macht der
Manipulation, geschickt umwoben von einer phantastischen Welt voller
Magie. Jeder Moment, jedes noch so kleine Wesen hat in "Ronar"
seinen Sinn und Zweck für den weiteren Verlauf der Geschichte -
sogar ein Hase, der aus dem Gebüsch gehoppelt kommt, hat eine
tiefere Bedeutung als man ihm zutrauen mag. Bis zum Schluss
erschließen sich Kapitel für Kapitel neue Fakten und Wahrheiten,
die die Handlung maßgeblich beeinflussen und letztlich zu einem
tollen Abschluss führen. Je näher das Ende jedoch rückte, desto
schneller schritt die Handlung voran. Hier hätte ich mir definitiv
mehr Seiten gewünscht!
Alles, was Ronar während seines
Abenteuers erlebt, und jeder, auf den er dabei trifft, prägt den
Jungen und sorgt dafür, dass er sich am Ende des Romans zu dem
entwickelt hat, der er geworden ist. Sowohl gute als auch schlechte
Einflüsse wirken auf ihn ein, ziehen ihn vom Licht zum Schatten und
wieder zurück. Selten darf man einem Protagonisten so intensiv dabei
zusehen, wie schwierig es ist, zu sich selbst zu finden. Anke
Höhl-Kayser ist es mit dem zwölfjährigen Ronar gelungen, einen
außergewöhnlichen Protagonisten zu schaffen, der einem zu Beginn
der Geschichte augenblicklich ans Herz wächst und dort einen festen
Platz sicher hat. Man begleitet ihn gerne auf seiner Reise und
fiebert pausenlos mit, möchte ihm am liebsten persönlich zur Seite
stehen und ihm behilflich sein. Doch es gibt auch Momente, in denen
man ihn an der Schulter packen, durchrütteln und anschreien möchte.
Ronar ist ein komplexer Charakter, der Leser bewegen kann.
Ronar sticht unter all den üblichen
Protagonisten des Genres stark hervor, doch die Nebencharaktere
bleiben bloß im guten Mittelmaß. Die Autorin konzentriert sich so
stark auf Ronar, dass andere Figuren kaum noch eine Chance haben,
selbst zu glänzen. Besonders mit der entstellten Parina, um die sich
viele geheimnisvolle Gerüchte ranken, hätte ich mir mehr Zeit
gewünscht, um ihren Charakter genauer betrachten zu dürfen. Bloß
der Elthenkönig Althanian erhält die Aufmerksamkeit, die ihm
gebührt, und zeigt damit, wie wichtig Nebencharaktere sein können,
wenn man ihnen Beachtung schenkt. Bleibt zu hoffen, dass die
interessanten Figuren des ersten Buches in den Folgebänden nicht in
Vergessenheit geraten.
Cover:
So einfach und doch so ausdrucksstark.
Mit diesem schlichten Cover ist es der Künstlerin Noëlle-Magali
Wörheide gelungen, die Atmosphäre von "Ronar" großartig
einzufangen und sich von den Mainstream-Covern abzuheben.
Fazit:
"Ronar" beeindruckt mit einer
vielschichtigen, bedeutungsvollen und klug gestrickten Geschichte
fernab vom Mainstream. Ein toller, absolut liebenswürdiger
Protagonist und der außergewöhnliche Schreibstil der Autorin sorgen
dafür, dass man dieses Buch so schnell nicht mehr vergisst! Ich
hätte mir allerdings an einigen Stellen - besonders am Ende! -
gewünscht, dass Anke Höhl-Kayser ausführlicher auf die Dinge
eingeht. Insgesamt vergebe ich für "Ronar" sehr gute 4
Lurche.

♥ "Ronar" von Anke Höhl-Kayser auf scribando.com ♥
Über die Autorin:
Anke Höhl-Kayser,
geboren 1962, studierte Literaturwissenschaften in den Fächern
Anglistik, Skandinavistik, Amerikanistik und Germanistik. Ihr
Magisterexamen machte sie an der Ruhr-Universität Bochum. Sie lebt
mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Wuppertal.







































































































































































































































6 Kommentare:
Ich bedanke mich für diese ausführliche und schöne Rezension!
Mit ganz liebem Gruß,
Anke Höhl-Kayser
Danke, für die ausführliche Information, über das Buch.
wie unterschiedlich doch die Meinungen sein können ;)
Hey,
auf meinem Blog läuft gerade eine Verlosung bei der ihr das Buch "Die Bestimmung" von Veronica Roth gewinnen könnt. :) lisa-buecherchaos.blogspot.com
Sehr erfrischend, mal wieder eine so gut und ausführlich geschriebene Rezi zu lesen! Danke!
Gruß
Nadine
hey
hab deinen blog gerade entdeckt. wirklich tolle rezensionen und ich bin auf die seite scribando gesossen. wirklich interessant.
lg
summer von schlüsselreiz
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