Rezension: "Cold Belt - Feuerblut"

Titel: Cold Belt - Feuerblut
AutorIn: Deborah C. Winter
Verlag: tredition Gmbh
Seitenzahl: 168
Preis: 12,99€
ISBN-10: 3849116883
ISBN-13: 978-3849116880
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Worum geht's?
Nachdem ihr Vater seine Arbeit verloren hat, muss Lilly zusammen mit ihrer Familie in die Kleinstadt Harts ziehen und alles aufgeben, was ihr wichtig war: ihr sicheres Leben, ihre Freunde und ihren Traum, ein professionelle Violistin zu werden. Ihr fällt der Umzug zwar schwer, aber Lilly weiß, dass das die einzige Chance ihrer Familie ist, um ein halbwegs normales Leben zu führen. Und eigentlich ist Harts gar nicht so übel, denn Lilly findet schnell neue Freunde. Darunter ist auch der mysteriöse Caleb, der ihr Herz seit der ersten Begegnung höher schlagen lässt. Doch das aufregendste an ihrem neuen Zuhause ist das "Cold Belt" hinter ihrem Haus, jener abgeschotteter Bereich, in dem Vampire leben. Was über die Grenze schreitet, ist Freiwild. Lilly weiß, dass es streng verboten ist, ein "Cold Belt" zu betreten, aber als eines Nachts das Sicherheitssystem ausfällt, siegt ihre Neugierde über ihre Vernunft: Sie betritt das gefährliche Areal der Vampire - und läuft einem von ihnen direkt in die Arme...

Kaufgrund:
Auf den Auftakt der "Cold Belt"-Reihe wurde ich durch die Autorin selbst aufmerksam. Sowohl Cover als auch Klappentext haben mir so gut gefallen, dass ich das Buch schnell in meinem Regal stehen haben wollte. Besonders die innovative Mischung hat mich angesprochen.

Meine Meinung:
Mit "Feuerblut" startet Deborah C. Winter eine neue Jugendbuchreihe namens "Cold Belt", in der sie eine gewagte Mischung ausprobiert. Es handelt sich um einen Vampirroman mit dystopischen Elementen! Im Jahr 2012 gaben sich die Vampire öffentlich zu erkennen und wollten Seite an Seite mit den Menschen leben, wie sie es seit Jahrhunderten im Verborgenen taten. Doch die Menschen fühlten sich bedroht und einige Vampire hielten sich nicht an die Regeln. Der dritte Weltkrieg begann, forderte viele Opfer und machte ein friedliches Zusammenleben unmöglich. Also erschufen die Menschen die so genannten "Cold Belts", abgetrennte Lebensräume für Vampire, die durch undurchdringliche Nebelwände völlig von der Welt der Menschen abgeschirmt werden. Doch nun im Jahre 2027 haben die Vampire genug. Sie wollen sich nicht länger einsperren lassen...

"Cold Belt? Wieder ein Vampirroman? Das kann doch nur wieder ein billiger 'Twilight'-Abklatsch sein!" - Wer solche Gedanken hegt, dem sei zu sagen: Falsch gedacht! Muss denn jeder Jugendroman, in dem Vampire auftauchen, gleich eine schlechte Nachahmung sein? Dass solche Gedanken bloß unfaire Vorurteile sind, beweist Deborah C. Winter in ihrem Serienauftakt eindeutig. Ja, es sind Vampire, ja, sie leben in Clans zusammen, und ja, sie haben unglaubliche Kräfte - aber sie funkeln weder in der Sonne noch kann man sie als kitschige Alltagsvampire bezeichnen. Sie sind Gefangene der Ewigkeit, die sich entweder aus Respekt vor dem schlagenden Herzen für ein ruhiges Leben oder aus Hass und Machtgier für eine blutrünstige Hetzjagd auf die Menschen entschieden haben. Sie sind authentische Wesen, die Vampirfans zweifelsohne gefallen werden.

Nach einem kurzen Prolog, der die Leser über die Gegebenheiten in der "Cold Belt"-Reihe aufklärt, springt die Handlung zu Lilly, der Protagonistin des Romans. Da ihr Vater seine Arbeitsstelle verloren hat, müssen sie und ihre Familie ihr komfortables und fortschrittliches Leben in New York aufgeben und in die Kleinstadt Harts ziehen. Dort kommt Lilly das erste Mal persönlich mit den "Cold Belts" in Berührung. Schon immer haben Vampire sie fasziniert, doch sie lösten ebenso ein ungutes Gefühl in ihr aus. Nun, da sie und die Vampire quasi Nachbarn sind, siegt Lillys Neugierde. Seltsame Ereignisse geschehen, die sie an ihre Vernunft erinnern sollten, doch ehe Lilly sich versieht, steckt sie bereits in Schwierigkeiten!

"Feuerblut" beginnt sehr ruhig, denn Deborah Winter nimmt sich viel Zeit dafür, ihren Lesern die fremdartige und merkwürdige Zukunft im Jahre 2027 näher zu bringen und sie mit den Charakteren warm werden zu lassen. Langatmig wird es in dieser Zeit jedoch nicht, denn man möchte um jeden Preis mehr erfahren und lässt sich dabei vollkommen von der Geschichte in den Bann ziehen. Eben hat man noch mit dem Lesen begonnen, schon ist die erste Hälfte des Buches verschlungen - und dann geht’s richtig rund! Die seltsamen Ereignisse überschlagen sich und werfen eine Menge Fragen auf, die beantwortet werden wollen. Zeitgleich erblüht eine romantische Liebesbeziehung, die Romantasy-Fans die Knie weich werden lässt. Mit jeder Seite entwickelt sich der Auftakt der "Cold Belt"-Reihe mehr und mehr zu einem mitreißenden Pageturner, den man nicht aus der Hand legen will. Viel zu schnell ist man schließlich im letzten Kapitel angekommen, das sich ärgerlicherweise als Cliffhanger entpuppt und die Leser mit vielen offenen Fragen alleine lässt. Bis die Fortsetzung mit den ersehnten Antworten erscheint, müssen wir uns leider noch ein wenig gedulden!

Besonders gut gefallen an "Cold Belt - Feuerblut" hat mir, dass die Autorin konkrete Bezüge zu unserer realen Gegenwart geschaffen hat. So ist die Angst einer jeden Leseratte, dass der eBook-Markt irgendwann die Überhand gewinnt und Bücher kaum noch gedruckt werden, in "Feuerblut" Wirklichkeit geworden. Sogar der Vampirhype der vergangenen Jahre wird thematisiert, als Auslöser für die Enthüllung ihrer Existenz angesehen und in Lillys neuer Schule als Referatsthema verliehen. Diese kleinen, aber feinen Verknüpfungen zwischen der fiktiven Zukunft und der echten heutigen Zeit verleihen dem Serienauftakt einen realistischen und authentischen Touch - wenn man einmal von den Vampiren absieht. Aber wer weiß, was uns am 21.12.2012, dem Tag der Enthüllung der Vampire und des Maya-Weltuntergangs, tatsächlich erwartet?

Lilly ist eine Hauptfigur, die sich allein durch ihre eigenen Interessen beliebt macht: Sie liest gern, hortet Bücher in einer eigenen Sammlung, lauscht am liebsten klassischer Musik und spielt selbst Violine. Sie ist kein naives, leichtsinniges Mädchen - auch wenn sie den Ärger anzuziehen scheint -, sondern eine kluge und mutige junge Frau, die das durchzieht, was sie sich in den Kopf gesetzt hat. Sie scheut vor keiner Gefahr zurück, um sich für diejenigen einzusetzen, die sie liebt, und versucht stets, ehrlich und fair zu handeln. Ich mochte sie auf Anhieb gern und kann mir kaum, dass es jemandem anders ergehen wird!

Es gibt unzählige Nebenfiguren in "Feuerblut", deren Namen man sich selbst mit dem besten Gedächtnis nicht alle merken kann. Besonders bei den Vampiren mit ihren exotischen Namen verliert man schnell den Überblick, was bedauerlicherweise zur Folge hat, dass man sie bis auf ein paar Ausnahmen alle über einen Kamm schert. Jeder von ihnen ist mit seiner individuellen Fähigkeit ein ausgesprochen interessanter Charakter, doch leider darf nur ein geringer Teil von ihnen wirklich beweisen, wie viel Persönlichkeit in ihnen steckt. Diejenigen nutzen ihre Chance und zeigen, dass sie sowohl ihre Stärken als auch ihre Schwächen haben.Nichtsdestotrotz bleiben sie mir ein wenig zu blass, was wohl allerdings mehr am eigenen Interesse als an den Figuren selbst liegen mag.

Die menschlichen Nebencharaktere hingegen zeigen deutlichere Konturen und bleiben fester im Gedächtnis als ihre übermenschlichen Kollegen. Besonders Lillys Familie und ihre Clique, denn jeder von ihnen ist auf seine eigene Weise sympathisch, egal, ob es nun Lillys energische und impulsive Mutter ist oder der unbeholfene Sebastian. Bloß mit Lillys bester Freundin Susan konnte ich nicht recht warm werden. Sie erschien mir trotz ihrer lieben Art zu distanziert und ich konnte nicht nachvollziehen, warum ausgerechnet sie bereits nach wenigen Treffen Lillys beste Freundin ist. Insgesamt haben die Charaktere allesamt ihr Potenzial, die Fundamente ihrer Persönlichkeiten sind gelegt und ich hoffe sehr, dass sie in den Folgebänden - oder sogar in den geplanten Zusatzbüchern - weiter ausgebaut werden.

Die Geschichte von "Feuerblut" wurde in 153 Seiten gequetscht - leider im wahrsten Sinne des Wortes, denn die Schrift ist sehr klein! Das ungewöhnliche Schriftbild ist anfangs noch sehr unangenehm zu lesen und sorgt für den ein oder anderen Zeilenausrutscher. Hat man sich aber erst einmal ein wenig eingelesen, ist auch die kleine Schrift kein Hindernis mehr, um das Buch vollkommen genießen zu können.

Auf den letzten Seiten des Buches finden sich einige tolle Extras, die "Cold Belt" noch interessanter machen. Eine Weltkarte zeigt, wie viele Vampire es auf der Welt gibt und wie sie sich auf den verschiedenen Kontinenten verteilen. Außerdem gibt es ein aufschlussreiches Glossar, das die wichtigsten Begriffe kurz und bündig erläutert. Wer also nicht genau verstanden hat, was ein "Cold Belt" oder "Warm Shelter" ist, dem ist mit einem kurzen Blick schnell geholfen!

Cover:
Wow! Das ist mal ein Cover, das vor eigener Persönlichkeit strotzt! Lilly und ihre Violine, zusammen mit der wunderschönen Rose auf einem düsteren Hintergrund, ergeben ein wundervolles Gesamtbild, das man gerne im Regal stehen hat.

Fazit:
"Cold Belt - Feuerblut" ist ein interessanter und aufregender Serienauftakt, der eine gelungene Mischung aus einem Vampirroman und einer Dystopie bietet. Wer sich von Vorurteilen lenken lässt und deshalb auf "Cold Belt" verzichtet, ist selbst Schuld und verpasst eine spannende Idee! In Vorfreude auf den nächsten Band vergebe ich 4 Lurche!


Über die Autorin:
Deborah C. Winter ist ein Pseudonym, unter dem die Autorin Fantasyromane schreibt. Sie ist 1984 im Ruhrgebiet geboren und lebt als Film- und Serienjunkie mit über 500 DVDs, skurril vielen Kuscheltieren und sagenhaften 5 (in Worten: Fünf) Büchern in Hamburg. Geschrieben hat sich schon gerne, als sich noch ganz klein war und mittlerweile tut sie das am PC auf äußerst kreative Weise, wie sie mir erzählte - "Ich hab eine Kissen- und Deckenlandschaft auf dem Fußboden und mein Bildschirm steht auf einem weißen Kasten. So sitze ich im Schneidersitz, leicht nach vorn gebeugt da während die Tastatur auf meinen Schienbeinen und am großen Zeh des linken Fußes liegt. Ungesund schreibt es sich übrigens am besten - rechts von mir ein Getränk und Chips, links von mir Pudding und Schokolade *_*." Neben der vierteiligen Cold Belt-Reihe, werden noch weitere Romane erscheinen, die die Charaktere näher beschreiben werden. Kleine Leseproben, Gewinnspiele und mehr kann man auf ihrer Facebookseite finden. [übernommen von Tialda, www.bibliofeles.de]

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