Rezension: "Endless"

Titel: Endless
Originaltitel: Overbite
AutorIn: Meg Cabot
ÜbersetzerI: Margarethe van Pée
Verlag: Blanvalet
Seitenzahl: 384
Preis: 14,99€
ISBN-10: 3764504463
ISBN-13: 978-3764504465
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Worum geht's?
Im letzten Jahr hat sich Meena Harpers Leben grundlegend verändert. Als Dialogschreiberin für ihre geliebte Soap "Eternity" verdiente sie ihren Unterhalt und führte ein (halbwegs) geregeltes Leben. Aber dann lernte sie Lucien kennen, den Sohn Draculas - und ihre große Liebe! Mit ihm traten nicht nur Hingabe und Leidenschaft in ihr Leben, sondern auch Chaos, Verderben und Unglück. Um ihre Familie und ihre Freunde vor bösen Vampiren zu schützen, hat Meena ihre Liebe zu Lucien aufgegeben und sich der Geheimen Garde angeschlossen; einer Organisation, die es sich zum Ziel gesetzt hat, alle unheilvollen Kreaturen auf der Welt zu beseitigen. Meena muss mit sich selbst kämpfen: Sie glaubt fest an das Gute in Lucien, aber tut er das auch? Seit Meena vor sechs Monaten den Entschluss gefasst hat, für die Geheime Garde zu arbeiten, hat sie Lucien nicht mehr zu Gesicht bekommen. Doch der Fürst der Finsternis hat sie niemals aus den Augen verloren. Als Meena eines Tages von ihren Exfreund angegriffen wird - jetzt ist der auch noch ein Vampir! -, ist Lucien augenblicklich an ihrer Seite, um sie zu beschützen. Und Meena muss sich eingestehen, dass ihre Gefühle viel zu groß sind, um ihn wieder gehen zu lassen...

Kaufgrund:
Nachdem ich bereits "Eternity" gelesen hatte, was mich eher mit gemischten Gefühlen zurückließ, wollte ich gerne wissen, wie es mit Meena, Lucien und Alaric weitergeht. Zugegeben: "Endless" hat auf den ersten Blick das Mädchen in mir geweckt, das sich nach dem zauberhaften Kleid der abgebildeten Frau sehnt. Es war also auch eine Coverentscheidung!

Meine Meinung:
Die Handlung beginnt knapp sechs Monate nach den Ereignissen aus "Eternity". Meena hat sich der "Geheimen Garde" angeschlossen, die es sich zum Ziel gesetzt hat, alle bösen Kreaturen auf der Welt zu vernichten. In Manhattan hat es die Organisation besonders auf die Dracul abgesehen, einen gefährlichen Vampirclan, der in den letzten Monaten vor allem durch blutrünstige Morde auf sich aufmerksam gemacht hat. Meena ist mit ihrer außergewöhnlichen Gabe, den Tod anderer Menschen vorhersagen zu können, eine wichtige Bereicherung für die Geheime Garde. Kein Wunder, schließlich kann sie den Vampirjägern voraussagen, auf was sie bei ihrem nächsten Auftrag achten müssen, um am Leben zu bleiben. An der "Front" kämpft Meena allerdings nicht. Obwohl sie keine guten Erfahrungen mit Vampiren gemacht hat, könnte sie sie niemals verraten oder bekämpfen. Denn Lucien Antonescu, Draculas Sohn, der Anführer der Dracul, ist Meenas große Liebe, mit dem sie unmöglich zusammen sein kann. Seit sechs Monaten hat sie ihn nicht mehr zu Gesicht bekommen - dabei ist er stets in ihrer Nähe, um sie vor einer Gefahr zu schützen, die die Geheime Garde noch gar nicht erkannt hat...

Obwohl es sich bei "Endless" um eine direkte Fortsetzung zu "Eternity" handelt, konnte ich mit Erstaunen feststellen, dass man den Roman auch prima lesen kann ohne den Vorgänger zu kennen. Meg Cabot lässt alle wichtigen Geschehnisse aus dem letzten Buch in kleine, aber feine Rückblicke einfließen. Während die Charaktere vor allem zu Beginn oftmals in Erinnerungen schwelgen, kann der Leser entweder seine eigenen Erinnerungen auffrischen - sofern er denn "Eternity" gelesen hat - oder sich gemächlich in die Geschichte hineinfinden. Selbstverständlich sollte man eine Reihe immer mit dem ersten Band beginnen und auch Cabots exakte und geschickt eingefädelte Wiederholungsphase kann nicht einen ganzen Roman mit über 500 Seiten ersetzen. Allein um Protagonistin Meena genauer kennenzulernen, lohnt es sich, erst einmal "Eternity" zu lesen. Trotzdem ist "Endless" ein Paradebeispiel dafür, wie man eine Fortsetzung schreiben sollte, um auch Seiteneinsteigern einen problemlosen Start in das Buch zu gewährleisten.

Meg Cabot bleibt ihrem Stil treu und lässt erneut einen allwissenden Erzähler ans Werk, um Meenas Geschichte zu schildern. In den meisten Kapiteln fokussiert er sich auf die Protagonistin mit der besonderen Gabe, aber auch andere Charaktere - vor allem Lucien Antonescu und Alaric Wulf - dürfen einen Einblick in ihre Sicht der Dinge bieten. Natürlich lässt es sich der Erzähler auch nicht nehmen, einen genaueren Blick in die Gefühlswelt der Figuren zu werfen, in der es diesmal noch verworrener zugeht als in "Eternity". Ja, die obligatorische Dreiecksbeziehung darf selbstverständlich nicht fehlen. Aber seien wir doch ehrlich: Nach Meenas überraschender Entscheidung am Ende des ersten Bandes sind wir absolut heiß darauf zu erfahren, ob sie ihren Entschluss noch einmal überdenken wird.

Die Auflösung, die sich Meg Cabot für Meenas Beziehungschaos am Ende der Geschichte ausgedacht hat, wird bei vielen Lesern anecken. Es ist ein Ende, das man entweder liebt oder hasst - je nach dem, ob man sich dem "Team Lucien" oder dem "Team Alaric" zugehörig fühlt. Aber egal, welcher von Meenas Männern einem persönlich lieber ist, einen solch radikalen und rigorosen Abschluss des Romans hat wohl niemand erwartet. Damit konnte die Autorin noch einmal einige Pluspunkte sammeln, konnte der Rest der Handlung zwar für einige unterhaltende Stunden sorgen, aber nicht wirklich überzeugen.

Protagonistin Meena ist eine starke, aber auch eigenwillige und risikofreudige Frau, die sich ohne zu zögern selbst aufgeben würde, um ihre Familie und ihre Freunde zu schützen. Sie hat das Herz am rechten Fleck und ist mit ihrer Art eigentlich die perfekte sympathische Hauptfigur. Leider konnte ich mich in "Endless", ebenso wie in "Eternity", kaum in sie hineinfühlen. Meenas Handlungen sind zu übermütig, zu unüberlegt, zu aufopferungsvoll. Ich hätte mir mehr "Meena" für mich gewünscht; eine Protagonistin, die mehr auf sich selbst achtet - und das nicht nur, wenn es um ihren Liebhaber Lucien geht. Meena ist wie ein Engel auf Erden, der für das Gute kämpft. Wem das auf Anhieb gefällt und wer kein Problem mit Hauptfiguren hat, die ruhig mehr Ecken und Kanten vertragen könnten, der wird sich auch mit Meena sofort verstehen.

Wovon ich mir in "Endless" viel erhofft hatte, nachdem es bereits im ersten Band viel zu kurz kam, ist Meenas besondere Fähigkeit, den Tod anderer Menschen vorhersehen zu können. Ihre Gabe spielt zwar eine wichtige Rolle, wird allerdings kaum thematisiert. Wie genau nimmt Meena ihre Visionen wahr? Wie schafft sie es, dem Tod quasi in die Augen zu sehen, und dabei nicht wahnsinnig zu werden? Leider nimmt sich die Autorin auch im zweiten Teil kaum Zeit für Meenas Fähigkeit und verschenkt damit eine Menge Potenzial.

Lucien Antonescu, Meenas große Liebe, konnte ich bereits in "Eternity" nicht viel abgewinnen. Einen zu aufgesetzten, zu künstlichen Eindruck erweckte der dunkle Vampirfürst in mir. Er besaß kaum Konturen, war bloß der umwerfende Traumprinz, die unwiderstehliche Versuchung. Bis zum Schluss habe ich ihm seine Rolle und seine Liebe zu Meena nicht abgekauft - und nun weiß ich auch, wieso. In "Endless" zeigt Draculas Sohn endlich eine neue, düstere Seite, die viel interessanter ist als sein altes, viel zu perfektes Gesicht. An einigen Stellen übernimmt zwar noch sein Glitzer-Ich das Sprechen, aber mit jedem Kapitel verändert sich Lucien stärker. Der Vampir hat Durst - großen Durst - und langsam, aber sicher platzt seine Geduld. Er ist der Fürst der Finsternis, der Anführer der Vampire und niemand sollte es wagen, sich seinem Willen zu widersetzen... Der neue Lucien kann mit Sicherheit nicht völlig überzeugen, dafür ist der perfekte Traumprinz noch zu präsent, aber seine dunkle Entwicklung bringt frischen Wind in die Geschichte und ist definitiv interessanter zu verfolgen als seine andauernden Liebesbekundungen.

Cover:
Ganz im Stil von "Eternity" ist auf dem Cover eine frauliche Figur abgebildet, die ein wunderschönes Kleid trägt. Ja, ich muss zugeben, dass mir dieses Cover trotz der Frau gut gefällt - vor allem wegen des blauen Kleides und der kunstvollen Verzierungen! Einen direkten Bezug zum Roman hat das Cover allerdings nicht.

Fazit:
"Endless" ist eine unterhaltsam Fortsetzung für diejenigen, die mit dem Ende von "Eternity" nicht zufrieden waren und wissen wollten, wie es weitergeht. Bis auf Lucien haben sich die Charakter kaum verändert, haben ihr Ziel aber noch genauer vor Augen: Manhattan von allem Bösen zu befreien! Für Fans sicherlich ganz nett, aber sonst nicht mehr als ein amüsanter Roman zum Abschalten. Für "Endless" gibt es 3 Lurche.


♥ Vielen Dank an Blanvalet und Blogg dein Buch für dieses Rezensionsexemplar! ♥

Über die Autorin:
Meg Cabot stammt aus Bloomington, Indiana, und lebt mit ihrem Ehemann und ihren zwei Katzen in New York City und Key West. Nach dem Studium hoffte sie auf eine Karriere als Designerin in New York und arbeitete währenddessen u. a. als Hausmeisterin in einem Studentenwohnheim. Mit großem Erfolg, denn immerhin ließ dieser Job ihr genügend Zeit, ihr erstes Buch zu schreiben. Inzwischen hat Meg Cabot mehr als 40 Romane verfasst und ist eine der erfolgreichsten Jugendbuchautorinnen der Welt. Ihre Plötzlich-Prinzessin-Romane wurden von Hollywood verfilmt.

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