Aktion: Meer Wissen! - Die Auflösung

Liebe Leser,

Heute habe ich die Antworten meiner "Meer wissen!"-Aktion mit Frau Omphalius mit im Gepäck! Na, seid ihr schon gespannt? Es sind wirklich tolle und interessante Antworten, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet!


Nachdem er den Berufswunsch "Atlantisforscher" geäußert hat, würde Colin ganz gerne wissen, ob Sie denn an diesen mystischen Ort glauben oder mit welcher tatsächlichen Region Sie ihn verbinden...
(Schließlich wüsste er gerne, wo er mit der Suche beginnen muss.
) (Von Steffi und Colin)
Wenn man sich wie ich für Geschichte begeistert und die Ozeane liebt, dann kann man eigentlich gar nicht anders als sich auch für Atlantis zu interessieren. Ich habe durch meinen Beruf als ZDF-Redakteurin bestimmt schon jede These zu der Lage von Atlantis in einer Dokumentation ausführlich vorgestellt. Einige Wissenschaftler vermuten, dass das Reich der Minoer auf den griechischen Inseln Kreta und Santorini das ürsprüngliche Atlantis gewesen sein könnte. Andere Forscher glauben, es habe im Atlantik, im Schwarzen Meer, in einem anderen Teil des Mittelmeeres, in der Nordsee oder sogar in der Karibik gelegen. Ich persönlich halte es für ziemlich wahrscheinlich, dass die Minoer die eigentlichen Atlantisbewohner gewesen sind. Sie waren ganz offensichtlich ziemlich klug, wohlhabend, künstlerisch begabt, gut organisiert und sehr erfolgreich in ihren Handelsgeschäften. Sie hatten etwas, das andere Menschen in der Bronzezeit noch nicht hatten, nämlich Freizeit. Man kann das heute noch nachweisen, weil viele Überreste ihrer Freizeitbeschäftigungen bis in die Gegenwart erhalten geblieben sind. Offenbar waren sie große Sportfans. Sie liebten Wettlauf und Ringen und eine ziemlich gefährliche Sportart: Das Stierspringen. Dabei mussten junge Männer und übrigens auch Frauen Saltos über die Hörner eines freilaufenden Stieres machen. Wer so viel Energie in Kunst, Kultur und Sport investieren kann, der hat schon viele Alltagsprobleme wie Nahrungsbeschaffung und -lagerung oder auch den Transport von Waren sehr gut gelöst. Ich würde also auf der Insel Santorini mit meiner Forschung beginnen. Die Minoer müssen faszinierende Typen gewesen sein. Und selbst wenn es sich herausstellen sollte, dass sie nicht die berühmten Atlanter waren, so waren sie auf jeden Fall ein Volk, das Bemerkenswertes geleistet hat. 

War es schon von Kindjheit an ihr Wunsch sich beruflich mit dem Meer und seinen Bewohnern zu befassen? (von Sabrina)
Ja, ich wollte ursprünglich gern Biologin werden und mich innerhab dieses Studiengangs besonders mit den Ozeanenbewohnern beschäftigen. Als ich Kind war, wurden gerade die Unterwasserabenteuer der Tauchpioniere Hans und Lotte Hass im Fernsehen gezeigt. Diese Filme fand ich damals toll und vor allem Lotte Hass, die total locker zwischen all den Haien und Rochen herumtauchte und tolle Fotos machte, habe ich sehr bewundert. Ich bin zwar dann einen anderen Weg gegangen und Journalistin geworden statt Forscherin, aber das Meer ist immer ein sehr wichtiges Thema geblieben.

Und gibt es vielleicht ein Tier/ einen Fisch, der Sie mit seinen Fähigkeiten am meisten beeindruckt? (von Sabrina)
Eines meiner absoluten Lieblingstiere im Meer ist der Oktopus, weil er so wandlungsfähig ist. Er kann sich verbiegen und seine Farbe ändern. Einige Arten ahmen sogar andere Tiere sehr überzeugend nach. Der beste Imitator im Meer ist der Mimikoktopus aus Indonesien. Von der gestreiften Seeschlange bis zur Flunder hat das Tier alles drauf. Unglaublich.... 

Haben Sie eine persönliche Lieblingsstelle am oder im Ozean? (von Chirise) 
Ja, ich habe ein paar Lieblingsstellen. Eine davon befindet sich auf den Klippen von Handa Island. Das ist eine kleine schottische Insel, auf die man nur mit einer ziemlich wackeligen Minifähre gelangen kann. Die ganze Insel ist wunderschön und wenn es nicht zu windig ist, dann kann man sich ein Plätzchen auf den Klippen suchen. Von dort überblickt man ein fantastisches Panorama. Auf den Klippen selbst und auf den vorgelagerten Felsnadeln brüten massenweise Seevögel. Ich finde es unheimlich beruhigend, ihr Kommen und Gehen zu beobachten. Da kann ich wunderbar denken - oder auch gar nicht denken und nur schauen. Meine liebsten Bewohner von Handa Island sind die Puffins. In Deutschland heißen diese lustigen Kerlchen Papageientaucher, aber ich finde Puffin passt viel besser zu ihnen - besonders, weil man sich als Puffin andauernd mit seinen Nachbarn "pufft" und "knufft".  

Wie kann man sich den Arbeitsalltag einer Meeresexpertin vorstellen? (von Chirise) 
Meine Berufsbezeichnung ist Redakteurin. Ich mache Dokumentarfilme, die dann im ZDF gesendet werden. Für den Arbeitsalltag bedeutet das, dass ich viele Reisen mache, zuerst um Themen zu recherchieren und dann für die Dreharbeiten selbst. Wenn alle Bilder nach meinen Ideen von einem Kamerateam abgedreht sind und ich meinen Schnittplan für den Film ausgearbeitet habe, gehe ich mit meinem Material in den Schnitt. Dort setzt dann ein Cutter die Bilder zu dem eigentlichen Film zusammen. Ich beauftrage einen Komponisten die Filmmusik zu komponieren. Dann schreibe ich den Sprechertext und ein Sprecher liest den Text zum Film. Schließlich werden Töne, Musik und Sprecher noch gemischt und alles viele Male kontrolliert. Zwischen all dem muss ich jede Menge Papierberge und zahllose Telefonate bewältigen. Und weil viele dieser Dokus etwas mit dem Meer zu tun haben - und natürlich auch meine Bücher, haben einige Journalisten mich als Meeresexpertin bezeichnet. Damit wollten sie einfach sagen, dass ich eine Menge über das Meer weiß. Eine Berufsbezeichnung ist das aber nicht. Wenn Du Dich für Menschen interessierst, die die Meere erforschen, müsstest Du eher eine Meeresbiologin oder einen Ozeanographen fragen. Das Schöne an meinem Beruf ist, dass ich überall mal reinschnuppern darf. Ich habe zum Beispiel schon in Australien mit den Rangern gearbeitet, die ein paar der ältesten Bewohner der Erde betreuen, die Cyanobakterien. Diese kleinen Einzeller bauen richtige Riffburgen. Oder wir haben Höhlen untersucht, in die kein Lichtschein mehr dringt. Oder sind mit Haien geschwommen....

Können Sie sich vorstellen, dass in den unentdeckten Tiefen der Meere noch Lebewesen hausen, die unser Leben noch grundlegend verändern werden? (von Lurchi)
Ja, ich bin fest davon überzeugt, dass in der Tiefsee noch jede Menge Lebewesen zu finden sind. Viele können wir uns heute vielleicht nicht einmal vorstellen. Daher könnte es durchaus sein, dass einige dazu in der Lage wären, unser Leben zu verändern. In Frank Schätzings Roman "Der Schwarm" zum Beispiel wollen komplexe Einzellerkolonien aus der Tiefsee den Menschen ausrotten, weil sie ihn als Gefahr für alles Leben erkannt haben. Das ist ein genialer Romanstoff, aber ich halte diese Art der Veränderung für eher unwahrscheinlich. Einige Forscher haben auf dem Meeresgrund Wesen entdeckt, die unbekannte chemische Substanzen enthalten. Die Wissenschaftler hoffen, dass diese Substanzen vielleicht nachgebaut und nutzbringend eingesetzt werden können, zum Beispiel in der Medizin. Das wäre eine positive Veränderung, besonders wenn diese Substanzen gegen Krebs oder ähnlich schlimme Krankheiten helfen würden. Insgesamt muss ich allerdings sagen, die im Moment wahrscheinlichste Veränderung ist die, mit der wir das Leben dieser Tiefseewesen beeinflussen. Obwohl wir noch kaum etwas über all diese Kreaturen aus der Tiefe wissen, versinken sie an vielen Stellen schon an Öl, das aus Bohrlöchern austritt, kämpfen gegen Plastikreste oder werden von radioaktivem Müll verstrahlt. Deshalb halte ich es für außerordentlich wichtig, dass wir vor allem darüber nachdenken, welche Veränderungen unser Handeln nach sich zieht. Und was wir tun können, damit ausreichend Rückzugsgebiete für die zahllosen bekannten und unbekannten Arten bleiben. Es wäre doch traurig, wenn man eine Art gerade erst entdeckt, nur um dann festzustellen, dass sie auch schon wieder ausgestorben ist.
 
Na, wenn da noch Fragen offen bleiben... Oh, tatsächlich - es bleibt ja noch ein Gewinner zu benennen! ;) Das Los hat entschieden und das Exemplar von "Das geheimnisvolle Universum der Ozeane" geht an... *trommelwirbel* Sabrina! Herzlichen Glückwunsch! :) Bitte schicke mir doch deine Adresse an leselurch@googlemail.de, damit das Buch bald bei dir eintreffen kann!

Ich hoffe, ihr hattet Spaß an dieser Aktion!
Vielen Dank an Frau Omphalius für die tollen Antworten und den Arena-Verlag für den Kontakt! :) 

Kommentare:

  1. Danke für die tolle und informative Antwort!!!
    Werd ich morgen gleich Colin zeigen :-)

    lg
    Steffi

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  2. Ah, vielen dank Lurchi ♥
    Du machst mich garde überglücklich, seit du das Bcuh vorgestellt hast, will ich es unbedingt lesen, die erste Hälfte meines Lebens war nämlich klar für mich, dass ich Meeresbiologin werde und heuite bin ich Verwaltungsangestellte :-)
    Danke!
    Adresse kommt gleich
    Liebe Grüße
    Sabrina

    Auch an Frau Omphallius einen herzlichen Dank für die schönen Antworten!

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  3. Vielen lieben Dank für diese tolle Aktion und die informativen und sehr interessanten Antworten.
    Herzlichen Glückwunsch, Sabrina :)

    LG Chirise

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