Lesungsbericht: "Rot wie das Meer" mit Maggie Stiefvater

Gestern, am 14. März, war es endlich so weit. Ich durfte die Autorin live erleben, die mich mit jedem ihrer Bücher begeistert und berührt: Maggie Stiefvater! Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, wie aufgeregt ich war. Als man sich vor Monaten Karten für die Lesung vorbestellen konnte, habe ich sofort zugeschlagen und jeden Tag ein Kreuz in meinem Kalender gemacht. Einen Tag weniger warten, yes! Bereits am Vorabend hatte ich meine Tasche gepackt, „Nach dem Sommer“ und „Rot wie das Meer“ zum Signieren eingepackt und natürlich die Kamera geladen, um Fotos zu machen (dabei war ich mir nicht einmal sicher, ob Fotos überhaupt erlaubt waren...).

Es war meine erste Lesung und deshalb war ich gleich doppelt so aufgeregt. Um jemanden bei mir zu haben, der mich vor Ohnmachtsanfällen rettet und wiederbelebt, wenn mein Herz bei Maggies Anblick vor Freude kollabiert, habe ich mich mit Sarah von Sarahs Welt der Bücher (*klick*) verabredet (Liebe Sarah, an dieser Stelle noch einmal einen herzlichen Drücker von mir an dich! Es war so toll, dich kennenzulernen!). Wir trafen uns am Kölner Hauptbahnhof und schlurften gemeinsam bis zum Comedia-Theater, wo die Lesung stattfinden würde. Zum Glück hatte Sarah sich vorbereitet und eine Wegbeschreibung herausgesucht (was ich in aller Aufregung natürlich total vergessen hatte!), sodass wir mehr als pünktlich unser Ziel erreichten.

Dort angekommen warteten wir also sehnsüchtig darauf, endlich in den Saal eingelassen zu werden und uns die bestmöglichen Plätze schnappen zu können. Ahhh, diese Wartezeit hat mich wahnsinnig gemacht! Wie soll man denn auch noch ruhig bleiben, wenn man weiß, dass man gerade unter dem gleichen Dach steht wie Maggie Stiefvater? HALLO? Zum Glück entdeckten wir noch drei andere liebe Bloggerinnen, mit denen wir uns die Wartezeit verplaudern konnten. Liebe Amelie (*klick*), liebe Tanja (*klick*), liebe Jessy (*klick*) – auch an euch geht an dieser Stelle noch ein dicker Knuddler! ♥ Und wo wir gerade schon dabei sind, Liebe zu verteilen: Sarah von serpensortia.de habe ich auch kurz treffen dürfen (aber ohne den hübschen Hut hätte ich sie niemals erkannt!).

Dann wurde endlich die Absperrung von der Treppe genommen, die uns von dem Lesungssaal trennte. Wir durften endlich, endlich, endlich rein und schnappten uns Plätze in der zweiten Reihe. Man, hat mein Herz gerast! Als dann eine Frau auftauchte (an deren Namen ich mich leider nicht mehr erinnere) und Maggie ankündigte, durften wir die Autorin mit einem großen Applaus willkommen heißen. An dieser Stelle wäre ich am liebsten aufgesprungen und nach vorne gerannt, hätte die zauberhafte Maggie geknuddelt, in meine Tasche gepackt und mitgenommen – aber ich konnte mich im letzten Moment doch noch beherrschen und auf meinem Platz bleiben (war aber echt schwer).


Neben Maggie waren noch ein Moderator und Übersetzer (dessen Namen ich auch nicht mehr weiß, irgendwie kann man ihn auf der Veranstaltungsseite aber auch nicht finden...?) und Florens Schmidt, der Sprecher von Sean in der deutschen Hörbuchfassung, dabei. Die Stimmung war von Anfang an großartig. Maggie war zuckersüß, urkomisch und genauso wundervoll, wie ich sie mir vorgestellt habe. Sie machte keinen distanzierten Eindruck, sondern hatte mindestens genauso viel Spaß an der Lesung wie wir und konnte uns mit einem Scherz nach dem anderen und tollen Anekdoten zum Lachen bringen. Der Übersetzer machte allerdings einen eher unvorbereiteten Eindruck, er übersetzte nur sporadisch und manchmal sogar fehlerhaft. Ich war auf jeden Fall sehr froh, dass ich selbst Englisch konnte und Maggie sehr verständlich sprach, denn über die Übersetzungen hätte ich mich sonst sehr ärgern können!

Wusstet ihr, dass Maggie Stiefvater früher Heidi Hummel hieß? Sie war nach eigenen Aussagen ein schwieriger Teenager, trug nur schwarz und war der festen Überzeugung, mit ihrer Band irgendwann berühmt zu werden. Ihren Namen konnte sie nie leiden und da Heidi der Name der Ex ihres Vaters war, hatte ihre Mutter überhaupt nichts dagegen, als sie sich umbenennen wollte. Maggie Hummel klingt sowieso viel toller, oder? Ihren Nachnamen nahm sie dann nach ihrer Hochzeit an.
Maggie erzählte außerdem, dass sie früher selbst unbedingt ein Pferd wollte und hart dafür gearbeitet und gespart hat, um es sich leisten zu können. „Rot wie das Meer“ hat also in gewisser Weise autobiographische Züge... ;) Sie hat sich schon immer für die Mythen um die Kelpies interessiert, sie kam sogar in einem ihrer liebsten Kinderbücher vor.

Nach dem Begrüßungsplausch schauten wir uns die verschiedenen Cover von „Rot wie das Meer“ an und auch den Trailer, den Maggie selbst gemacht hat. Denn Maggie ist nicht nur Autorin, sondern auch eine ausgezeichnete Künstlerin und Musikerin, also ein echtes kreatives Allround-Talent. Sie spielt Dudelsack (ein Wort, über das sie sich köstlich amüsierte) und bekommt vom Spielen kräftige Muskeln. Na, wenn das kein gutes Workout ist! ;)

Anschließend las sie den Prolog auf englisch vor. Würde sie das Hörbuch sprechen, würde ich es mir sofort kaufen! Wow, Maggie ist wirklich eine großartige Sprecherin, die beim Vorlesen jedem einzelnen Wort eine Bedeutung verleiht und sogar die Charaktere zum Leben erweckt. Als sie die männlichen Personen sprach, hat sich Maggie auch darum bemüht, möglichst tief zu sprechen. Hach, das klang so süß! ♥ (Habe ich schon erwähnt, dass ich sie am liebsten mitgenommen hätte?)

Leider war das der einzige Part aus dem Buch, den Maggie vorgelesen hat. Zwei weitere Szenen von Sean hat Florens Schmidt, der deutsche Hörbuchsprecher, übernommen und auf deutsch vorgetragen. Es war auch seine erste Lesung und vor Aufregung hat er sich auch ein, zwei Male versprochen, aber das hat der Stimmung überhaupt nichts ausgemacht. Er hat sich große Mühe gegeben und das hat man auch gemerkt! Ich fand ihn sehr sympathisch und habe ihm seine „Rolle“ als Sean absolut abgekauft!

Habt ihr euch bei „Rot wie das Meer“ manchmal die Frage gestellt, wieso die Bewohner von Thisby sich das antun? Warum sie die Wasserpferde fangen und reiten, wenn sie doch genau wissen, welcher Gefahr sie sich damit aussetzen? Wenn sie doch genau wissen, dass sie dabei ihr Leben aufs Spiel setzen? Maggie hat sich diese Frage beim Schreiben auch gestellt, doch sie verriet uns, dass ihr Mann eine ganz einfache Antwort darauf hatte: Bei gefährlichen Autorennen ist es im Grunde die gleiche Situation – und trotzdem gibt es Millionen von Fans, die sie sich ansehen.

Maggie hat Unmengen von Plotideen in ihrem Kopf herum geistern. Um sie ordnen zu können, schreibt sie ihre Ideen erst einmal als Kurzgeschichten auf. Zusammen mit ihren Schreibfreundinnen Brenna Yovanoff und Tessa Graton betreibt sie sogar einen Blog, auf dem sie diese Kurzgeschichten ausstellt. Die „Merry Sisters of Fate“ (*klick*) haben sich darum bemüht, jede Woche eine andere Kurzgeschichte auf ihrem Blog zu veröffentlichen. Auch die Geschichte, auf der „Rot wie das Meer“ basiert, ist dort zu finden.

Eine Besucherin stellte Maggie die Frage, ob es eine Fortsetzung zu „Rot wie das Meer“ geben wird. Nach dem Ende des Romans hatte ich gar nicht mehr darüber nachgedacht, ob es eine geben könnte, denn für mich war die Handlung abgeschlossen. Maggie ließ uns jedoch hoffen. Sie gab zu, dass sie die Welt, die sie in „Rot wie das Meer“ erschaffen hat, am meisten ins Herz geschlossen hat. Sie hängt sehr an Thisby, den Capaill Uisce und ihrer Atmosphäre und würde sehr gern eine Fortsetzung schreiben, würde dann allerdings ein neues Abenteuer mit anderen Charakteren angehen. Ahhh! Wenn das nicht DIE Nachricht des Tages ist! Leider werden wir uns aber, wenn es eine Fortsetzung geben wird, noch lange gedulden müssen. Denn Maggie sagte, sie müsse selbst erst einmal genügend Abstand zu „Rot wie das Meer“ gewinnen – und bis dahin ist sie nach eigenen Angaben wohl schon 50 Jahre alt!
Eine weitere aufregende Nachricht ist die, dass Warner Brothers Interesse an einer Verfilmung gezeigt hat. Genaueres steht noch nicht fest (oder wollte Maggie nur nichts verraten?), aber das generelle Interesse eines Filmunternehmens an ihrem Roman ist doch bereits ein gutes Zeichen! Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Sache weiterentwickeln wird.

Schon gewusst, dass es eine Playlist zu „Rot wie das Meer“ gibt? Auf ihrer Homepage (*klick*) hat Maggie verraten, welche Lieder sie während des Schreibens gehört hat. Außerdem gibt es ein Rezept für die November-Kuchen, die einem in „Rot wie das Meer“ das Wasser im Mund zusammen laufen lassen. Mhhh, wenn man da nicht Lust auf's Backen bekommt! Maggie verriet, dass sie selbst ein gebrochenes Herz hat, weil sie während ihrer Kindheit und Jugend unter „fiktivem Essen“ leiden musste. Nie konnte sie die Leckereien, die in ihren Lieblingsromanen erwähnt werden, nachbacken und -kochen! Das konnte und wollte sie ihren eigenen Lesern nicht antun. ;)

Apropos Backen: Maggie hat bereits viel in ihrem Leben gemacht, die unterschiedlichsten Berufe ausgeübt (allerdings nur einen ernsthaften) und hätte sogar fast an einer Backschule angefangen. Sie liebt es und hat großen Spaß daran! Wenn sie ihr tägliches Schreibpensum, das sie sich gesetzt hat (sie bemüht sich darum, ein Kapitel pro Tag zu schreiben), erfüllt hat, verbringt sie den Rest des Tages damit, Kekse zu machen und zu futtern! (Zu schade, dass sie keine mitgenommen hat...)

Als die Lesung dann (leider!!!) viel zu schnell vorbei war und die nächste Veranstaltung den Saal benötigte, mussten wir uns von Maggie verabschieden. Auf unsere Signierwünsche mussten wir allerdings nicht verzichten, denn sie kam mit uns in einen Vorraum und nahm sich dort die Zeit. Sie hat sich sogar für jeden einzelnen die Zeit genommen und persönlich signiert, also nach dem eigenen Namen gefragt, und je nach Buch Wölfe und Pferde gemalt. Meine Schätze könnt ihr hier bewundern! ♥


Zusammenfassend kann ich nur sagen: Wow! Diese Lesung war der Wahnsinn! Vielen, vielen lieben Dank an Maggie, dass sie sich die Zeit für uns genommen hat und nach Köln gekommen ist. Sie ist und bleibt eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen, aber nun hat sie auch einen ganz besonderen Platz in meinem Fanherzen! ♥

Kommentare:

  1. WOW, klasse Bericht. Ich bin schon etwas neidisch!! :D
    Rot wie das Meer <3 Ich liebe dieses Buch!!!
    Ich bin gespannt, ob ich sie in Leipzig auch aus der Nähe begutachten kann ^^
    LG Jan

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  2. Das ist ja richrig ausführlich! Klasse!
    Genau wie die Lesung. Ich war echt begeistert, wie locker und witzig Maggie Stiefvater ist.
    Wie der "Übersetzer" hieß, weiß ich aber auch nicht mehr. David irgendwas...

    War wirklich ein schöner Tag und es hat mich auch sehr gefreut, dich (und natürlich auch die anderen drei) da kennen zu lernen.

    LG

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  3. Das klingt ja toll! Da kann ich mich ja schon mal richtig auf Sonntag freuen, da besuch ich in Leipzig nämlich ihre Lesung! :-)

    Freut mich, dass du so viel Spaß hattest! Und die Autogramme sind ja auch richtig toll! :-)

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  4. Wunderschön Simone,

    das sind wirklich kleine Schätze, welche man auf Ewig bei sich behält und sich an alles zurückerinnert <3

    Ganz liebe Grüße und danke für diesen genialen Bericht !

    Conny von dieSeitenfluesterer

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  5. Aww, das klingt ja fabelhaft! Ich freu mich, dass deine erste Lesung so wunderschön gewesen ist. Ich war vor ein paar Jahren mal bei einer Maggie Lesung und kann dir nur zustimmen, sie ist so nett und lustig :) In meine Bücher hat sie leider nicht gemalt, da muss ich sie wohl irgendwann noch mal treffen ;D
    Übersetzer und deutsche Vorleser kommen in letzter Zeit immer schlechter weg, habe ich das Gefühl. Die sollten Lesungen mal nur mit den Autoren und einem Moderator auf Englisch machen, ich glaube, das käme bei vielen richtig gut an.

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  6. @Jan: Ich bin mir sicher, Maggie war in Leipzig mindestens genauso sympathisch! ;)

    @Sarah: Danke! Der Übersetzer heißt übrigens David Fermer - ich durfte in bei der Lesung von Josephine Angelini gleich noch einmal "ertragen"...

    @Lucy: Und, wie war die Lesung? :)

    @Conny: Danke DIR für dein Lob!!! :)

    @Miss Bookiverse: Klingt nicht nur fabelhaft, war es auch! :D
    Schade, dass sie bei dir nicht in das Büchlein gemalt hat. Vielleicht hat sie sich auch diesmal einfach nur die Zeit genommen, weil es relativ leer war. Maggie hatte wohl leider das Pech, dass ihre Lesung in Köln während der Woche stattfand... :/
    Ja, ich hätte auf eine deutsche Moderation wirklich verzichten können. Aber ich glaube, so "ganz ohne" wird es sich bei uns leider nicht durchsetzen...

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  7. @Lurchi: Bei mir waren damals auch nicht soo viele Leute da, glaub ich. Wenn ich sie drum gebeten hätte, hätte sie es bestimmt gemacht, aber ich wusste damals gar nicht, dass sie sowas macht D:
    Nee, ohne Übersetzer wäre ja auch doof für die Leute, die nicht soo gute Englisch können :/

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  8. @Miss Bookiverse: Ja, stimmt, das hätte sie bestimmt gemacht. Aber ich habe ehrlich gesagt auch nicht damit gerechnet, dass sie uns in die Büchlein malt! :D Hach, sie ist so toll! *_*
    Eben, das denke ich mir auch. Bei der Lesung von Josephine Angelini habe ich auch gemerkt, dass das besonders für jüngere Leser sehr wichtig ist.

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  9. @ Lurchi: Ich schreibe gerade an dem Lesungsbericht, aber ich kann dir schon mal kurz sagen, dass sie einfach WUNDERBAR war! Und ich hab auch eine kleine Zeichnung ins Buch bekommen; allerdings nur, weil ich gefragt hatte, es war nämlich einiges los! Auf jeden Fall hat es sich wirklich gelohnt, dass ich mich schon ne dreiviertel Stunde vorher reingesetzt hab - so musste ich mir zwar noch ne kleine Lesung von einer Kinderbuchautorin anhören, hatte aber einen super Platz ganz vorne! ;-)

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  10. Maggie <3 Und sie kann dazu noch so süß zeichnen :o <3

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  11. Das klingt ja wirklich nach einer ganz tollen Lesung ;) Ich war in Leipzig auch bei Maggies Lesung und sie ist wirklich total nett und lustig^^ Und nachdem ich deine Bücher sehe, bereue ich es echt, dass ich "Nach dem Sommer" nicht mitgenommen habe - der Wolf ist ja echt total süß *.* Aber gut, ich habe ein Pferd - dass muss reichen :D

    Liebe Grüße,
    Filo

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