Rezension: "Göttlich verliebt"

Titel: Göttlich verliebt
Originaltitel: Goddess
AutorIn: Josephine Angelini
ÜbersetzerIn: Simone Wiemken
Verlag: Dressler Verlag
Seitenzahl: 458
Preis: 19,95€
ISBN-10: 3791526278
ISBN-13: 978-3791526270
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Worum geht's?
Die vier Häuser sind vereint - und die Götter nicht länger an den Olymp gefesselt. Ein zweiter Trojanischer Krieg scheint unausweichlich. Nun liegt es an Helen, Lucas und Orion Verbündete um sich zu scharen, um im Kampf gegen die Götter bestehen zu können. Doch der Hass, den die Furien über die Generationen geschürt haben, steckt noch immer tief in den Herzen der Scions. Statt sich gegen die wahren Feinde zu stellen, bekämpfen sich die Töchter und Söhne der Götter gegenseitig - und bieten Zeus damit eine ideale Angriffsfläche. Helen muss handeln, aber ihre neu gewonnenen Kräfte verändern sie und machen ihre Freunde misstrauisch. Kann sie ihr Vertrauen zurückgewinnen und ihre Freunde, ihre Familie, ihre Liebe retten? Oder werden Helens Kräfte selbst zur größten Gefahr?

Kaufgrund:
Nachdem ich bereits die ersten zwei Bände gierig verschlungen habe, musste "Göttlich verliebt" natürlich unbedingt schnell bei mir einziehen!

Meine Meinung:
Mit "Göttlich verliebt" findet die Trilogie um Helen, die Scions und die Götter leider schon ihren Abschluss. Sehnlich haben wir darauf gewartet zu erfahren, wie es mit Helen, Lucas und Orion weiter- und zu Ende geht. Der dritte Band schließt beinahe nahtlos an den zweiten Teil an und lässt die gröbsten Ereignisse Revue passieren, sodass man sich recht schnell wieder in der Geschichte zurecht findet. Ohne große Schwierigkeiten nimmt einen "Göttlich verliebt" rasch wieder gefangen und zieht einen in den mitreißenden Bann, der einen bereits an die zwei Vorgänger gefesselt hat. Die Handlung legt ein rasantes Tempo an den Tag, das es unmöglich macht, das Buch beiseite zu legen. Es wird mit jeder Seite spannender, die Ereignisse jagen und überschlagen sich und unerwartete Wendungen und heiße Überraschungen runden die Geschichte zu einem fantastischen Lesevergnügen ab.

In "Göttlich verliebt" muss sich Helen während ihrer Träume zwar nicht mehr in der grausamen Unterwelt herum plagen, doch ruhen kann sie in den Nächten trotzdem nicht. Merkwürdige Visionen suchen sie heim, in denen Helen mit den Leben ihrer Vorfahren konfrontiert wird. Besonders Helena von Troja spielt dabei eine entscheidende Rolle. Durch diese "historischen" Rückblenden erfährt man sehr viel über Helen und ihre Ahnen, die das gleiche Gesicht trugen, aber auch über die Scions und die Götter, ihre Verhältnisse zueinander, die Hintergründe der gesamten Trilogie und die Prophezeiung. Fragen, die man sich schon seit "Göttlich verdammt" stellt, werden hier endlich beantwortet! Insgesamt hat Josephine Angelini die Einblicke in die längst vergangenen Leben interessant, aufregend und aufschlussreich gestaltet, doch leider wurde die Geschichte dadurch an einigen Stellen vorhersehbarer, als ich es mir gewünscht hätte.

Je tiefer man sich in Helens Welt entführen lässt, desto näher rückt das grandiose Finale, das sich Josephine Angelini für ihre Charaktere erdacht hat und jeden Fan der Trilogie von den Socken hauen wird. Es wird aufregend, episch, einfach göttlich! Angelini hat sich vom Trojanischen Krieg inspirieren lassen und sich in ihrer Geschichte in vielerlei Hinsicht an den Überlieferungen orientiert. Dadurch kommt nicht nur eine Spannung auf, die für die Götter angemessen ist, sondern auch eine antike und mitreißende Atmosphäre, die einem das Gefühl gibt, man stünde selbst - bloß mit einer Toga bekleidet! - auf dem Schlachtfeld. Dass die Autorin nicht davor zurückschreckt, mit einigen ihrer Charaktere hart und gewissenlos umzugehen, ist bloß die Kirsche auf dem tragischen und dramatischen Sahnehäubchen.

Durch Josephine Angelinis leichten, schnell lesbaren Schreibstil und den rasanten Handlungsverlauf begegnet man dem, den man sich noch in weite Ferne gewünscht hat, viel zu früh: dem Epilog. In diesem recht kurzen Kapitel bemüht sich die Autorin sichtlich darum, ihre Geschichte zu einem gelungenen Abschluss zu bringen. Leider ist ihr dies in meinen Augen nur bedingt gelungen. Der Epilog passt zwar gut zu dem spannungsgeladenen Finale, lässt aber sehr viele Fragen unbeantwortet und Handlungsstränge unaufgeklärt. Es fühlt sich absolut nicht nach einem Abschluss an und ich wäre nicht überrascht, wenn doch noch ein vierter Band auf den Markt kommen würde.

Protagonistin Helen hat sich seit jener ersten Seite in "Göttlich verdammt", auf der man sie kennenlernen durfte, stark verändert. Nur noch in wenigen kurzen Augenblicken schimmert die alte Helen durch, die zurückhaltend und schüchtern durch das Leben ging. Die neue Helen ist unglaublich stark, verfügt über zerstörerische Kräfte und scheut vor nichts und niemandem mehr zurück. Sie ist keine Diplomatin mehr, die ihre Macht nur zum Schutz ihrer Liebsten anwendet, sondern eine Kriegerin, die ohne Rücksicht kämpft, um ihr Ziel zu erreichen. Trotz ihrer Veränderungen blieb mir Helen sympathisch. Ich habe mit ihr gelitten, mit ihr gekämpft und mit ihr gebangt, als ihr klar wurde, dass ihre neuen Kräfte nicht nur Positives mit sich bringen...

Bloß was ihre Gefühle angeht, konnten Helen und ich uns nicht ganz einig werden. Während sie Lucas anschmachtet und ihrer verbotenen Liebe nachtrauert, habe ich mich ihrer traurigen Stimmung gerne angeschlossen und die Schicksalsgöttinnen für ihre ungerechten Spielereien verdammt. Doch was den ebenso gutmütigen und liebenswerten Orion betrifft, hätte ich Helen nur zu gerne eine Standpauke gehalten. Tut mir Leid, liebe Helen, so gern ich dich auch mag - die typische Dreiecksbeziehung und die Art, wie du mit ihr umgehst, hat mir nicht so gut gefallen. Bloß was Lucas angeht, bin ich jeder Zeit gerne mit dir in gefühlsduselige Schwärmereien verfallen!

Im letzten Band der Trilogie zeigen nicht nur die Hauptcharaktere neue Facetten. Auch die zahlreichen Nebenfiguren - und es kommen sogar noch ein paar neue Gesichter dazu - haben sich weiterentwickelt und können mit so manch einer ihrer Entscheidungen und Handlungen überraschen. Besonders Helens normalsterbliche Freunde Matt und Claire bringen einige unerwartete Wendungen in die Geschichte.

So gut mir "Göttlich verliebt" auch gefallen hat, eine Sache ist mir während des Lesens immer wieder negativ aufgefallen. Auf der Suche nach dem Tyrannen, der laut Prophezeiung die gesamte Welt zerstören soll, vergleichen die Charaktere diesen immer wieder mit Hitler. Sicherlich gehen die Amerikaner anders mit diesem schrecklichen Abschnitt der Geschichte um als wir, aber nichtsdestotrotz erschienen mir die Vergleiche mehr als bloß extrem unpassend. Während Helen und ihre Freunde also nach dem "Hitler mit Scion-Kräften" suchten, konnte ich nur sprachlos den Kopf schütteln.

Auf den letzten Seiten des Buches finden sich einige tolle Extras, die Fans der Trilogie das Lesen versüßen. Ein ausführliches Glossar, das die wichtigsten Begriffe erläutert und die Figuren der Geschichte kurz und bündig vorstellt, erleichtert nach einer langen Lesepause den Einstieg in den letzten Band enorm. Es ist noch genauer und umfassender als das des zweiten Bandes, schafft es aber diesmal ohne Spoiler auszukommen. Außerdem sind auf den letzten Seiten noch die Songtexte zu den drei "Göttlich"-Songs abgedruckt, die von der Mädchenband "DemiGodess" extra für die Buchreihe eingesungen wurden und auf der Serien-Homepage zu hören sind.

Cover:
Ganz im Stil der Vorgänger ist auch dieses Mal ein Mädchengesicht auf dem Cover zu sehen, das mich nicht von sich überzeugen kann. Die tollen antiken Verzierungen und die stimmige Farbgebung jedoch können punkten und für authentische "Troja-Atmosphäre" sorgen.

Fazit:
"Göttlich verliebt" von Josephine Angelini ist ein großartiger Trilogieabschluss, der sich allerdings absolut nicht nach Abschied anfühlt. Bis auf die Liebesgeschichte, von der ich mir eine andere Entwicklung erhofft hatte, gibt es kaum etwas zu kritisieren. Ab der ersten Seite wird man von einer spannenden Geschichte mitgerissen, die einen mit interessanten Einblicken in längst vergangene Leben fasziniert und zum Weiterlesen antreibt. Es wird aufregend, episch, einfach göttlich! Auch die Charaktere überzeugen mit neuen Facetten und vielen unerwarteten Wendungen. Nach dem Epilog bleiben einige Fragen jedoch unbeantwortet. Dürfen wir doch noch auf eine Fortsetzung hoffen? Für "Göttlich verliebt" gibt es 4 Lurche!


Über die Autorin:
Josephine Angelini wurde in Massachusetts geboren. Sie studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Tisch School of the Arts, New York University. Dabei interessierten sie besonders die tragischen Helden der griechischen Mythologie. Josephine Angelini lebt mit ihrem Ehemann, einem Drehbuchautor, und drei Katzen in Los Angeles.

1 Kommentar:

  1. HEYHO Lurchi,
    Die Göttlich Trilogie ist meine absolute Lieblingstrilogie!
    Bei keiner anderen habe ich so mitgefiebert, mitgelacht, mitgeweint und mitgekämpft.
    Tolll Tol Toll, genau wie deine Rezi :))


    XX Mina

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