"Aeternum"-Blogtour: Andreas Schreibwerkstatt


Herzlich Willkommen zum letzten Stop der "Aeternum"-Blogtour!
Andrea Bottlinger hat im April ihren Debütroman bei Knaur veröffentlicht - und das muss natürlich gefeiert werden! Deshalb hat sich die Autorin mit einigen Bloggern zusammengetan und eine Tour zu "Aeternum" gestartet. Nach vielen informativen und interessanten Beiträgen findet die Blogtour nun in meiner Bücherhöhle ihren (hoffentlich grandiosen! ;) ) Abschluss! Mit dabei habe ich einen Werkstattbericht von Andrea Bottlinger, in welchem sie euch von der Arbeit am Roman selbst erzählt. Viel Spaß beim Lesen!

Das Buch

"Aeternum" von Andrea Bottlinger [Kaufen?]
erschienen im April 2013 im Knaur-Verlag für 12,99€, 576 Seiten broschierte Ausgabe, ISBN: 978-3-426-51179-4

Berlin, Alexanderplatz: Ohne jegliche Vorwarnung stürzt der große Platz eines Tages ein – zurück bleibt ein riesiger Krater, der bis in die tiefsten Katakomben der Hauptstadt reicht. Nicht nur die Stadtoberen stehen vor einem Rätsel – auch die seit langem verfeindeten Parteien der Dämonen und Engel können sich nicht erklären, wer für den Einsturz verantwortlich sein könnte. Um das herauszufinden, werden die junge Magierin Amanda, die im Dienst eines Dämons steht, und der gefallene Engel Jul in die Katakomben geschickt. Dabei kommen die beiden sich nicht nur näher, sie entdecken auch ein Geheimnis, das die Existenz unserer Welt bedroht …

[Klappentext- und Coverquelle: Knaur]



Andreas Werkstattbericht

Ich habe im Verlauf dieser Blogtour nun schon einiges über die Idee hinter Aeternum, über die Charaktere und den Schauplatz geschrieben. Aber es gibt noch etwas, worüber ich bisher nicht gesprochen habe: die eigentliche Arbeit am Roman.
Es stand also alles so weit fest. Ein Engel, der seine Flügel verloren hatte, weil er Mist gebaut hat. Eine Einbrecherin mit magischen Fähigkeiten, die von einem Dämon festgehalten wird, damit sie seine Konkurrenten beschwört und bannt. Der Schauplatz Berlin und der Hintergrund aus christlicher Mythologie gespickt mit meinen eigenen Theorien über Götter und all den Fragen, die ich dazu hatte.
Aber ich bin niemand, der einen Plan macht und sich dann daran hält. Während ich eine Geschichte schreibe, kommen mir immer wieder Ideen, die ich viel cooler finde, als das, was ich mir ursprünglich überlegt habe.
Karin zum Beispiel. Sie ist die Mitbewohnerin meines Protagonisten Jul, ein weiblicher Geek, Verschwörungstheoretikerin und Trägerin von T-Shirts mit Insiderwitzen darauf. Und sie existierte in der ursprünglichen Planung überhaupt nicht.
Während ich Juls Handlungsstrang schrieb, stellte ich irgendwann fest, dass er 1. jemanden zum Reden brauchte, da seitenlange innere Monologe auf Dauer eher unspannend sind, Jul aber einiges hat, worüber er sich Gedanken machen muss. Und 2. musste irgendjemand ihm helfen, sich in der modernen Welt zurechtzufinden. Von einem ausgestoßenen Engel, der jeglicher Technik eher skeptisch gegenübersteht, weil ein Dämon an deren Entwicklung beteiligt gewesen sein könnte, kann man nicht erwarten, dass er weiß, wie er eine Dauerüberweisung für die Miete einrichtet, oder? Ganz zu schweigen davon, dass er keinen Ausweis hat.
Im Verlauf des Schreibens wurde Karin immer wichtiger, bis ich mich irgendwo bei der Hälfte des Romans der Erkenntnis stellte, dass ich eine Möglichkeit finden musste, wie sie auch zum Showdown ihren Teil beitragen kann. Ich hasse es nämlich, wenn Charaktere, die für eine Weile wichtig waren, irgendwann einfach verschwinden, weil man sie nicht mehr braucht.
Das, was ich mir daraufhin ausgedacht habe, hat dafür gesorgt, dass mein Freund beim ersten Lesen eine Pause machen musste, um mehrere Minuten lang zu fluchen. Und der Rest meiner Testleser schrieb Variationen von „Neiiiiin!“ an die Seite. Ich hatte also auf jeden Fall einen Nerv getroffen und nannte es einen Erfolg.
Bei anderen Dingen musste ich im Nachhinein zurückgehen, um noch einmal etwas zu ändern. Nachasch beispielsweise, die Anführerin der Dämonen, war zu Beginn ein Mann und hieß Markus. Im Sinne der Frauenquote habe ich sie eine Geschlechtsumwandlung machen lassen, die mich wiederum auf eine interessante Hintergrundgeschichte für sie gebracht hat.
Was auch immer wieder dazu führt, dass ich Pläne umwerfe, sind die Anmerkungen meiner Testleser. Nicht alle Ideen in „Aeternum“ stammen zu 100% von mir. Einigen Leuten habe ich den Roman Kapitel für Kapitel zu lesen gegeben, während er entstanden ist, wir haben zusammen Ideen gesponnen, und einige haben ihren Weg in die Handlung gefunden. Die Tatsache, dass Teile des Showdowns in der Schwerelosigkeit stattfinden, ist meiner Agentin Regina Seitz zu verdanken. Die fand den Welleneffekt, ein Phänomen, das mit dem Einsturz des Alexanderplatzes einhergeht, so faszinierend, dass ich beschlossen habe, mich mit dessen Auswirkungen ein wenig genauer zu beschäftigen, als es ursprünglich vorgesehen war.
Insgesamt erzählt der Roman immer noch dieselbe Geschichte, die ich mir zu Beginn überlegt hatte. Aber viele Details haben sich geändert und die Handlung macht ein paar Kehren mehr. Und ich glaube, er ist dadurch besser geworden.
Ein Jahr lang hatte ich auf diese Art eine Menge Spaß. Bei der Hälfte des Romans hatte ich einen Vertrag bei einer Agentur. Ein halbes Jahr, nachdem ich das letzte Wort getippt habe, hat Knaur das erste Angebot gemacht. Das ist nun auch schon wieder fast zwei Jahre her. Das Verlagsgeschäft ist langsam. Nun bin ich froh, dass „Aeternum“ endlich das Licht der Welt erblickt hat, und hoffe, dass ich mit dem Roman einigen Leuten ein paar schöne Lesestunden schenken kann.

Alle Blogtour-Daten

  • 5.4. - http://bibliofantastica.wordpress.com/
  • 12.4. - http://www.fantastische-buecherwelt.de/
  • 19.4. - http://www.damarisliest.de
  • 26.4. - http://www.bellaswonderworld.de/
  • 3.5. - http://www.world-of-armitage.de/
  • 10.5. - http://buchrezensionen-nazurka.blogspot.de/
  • 17.5. - http://www.fantasy-news.com/
  • 24.5. - http://www.leselurch.de/

Kommentare:

  1. Schöne Geschichte hinter der Geschichte! ;-)
    Ich habe "Aeternum" mit Interesse und Spass und vielem Rätselraten gelesen!
    Allen, die es noch lesen wollen / werden, wünsche ich ebenso diesen Spass!
    LG uas hessen! :-)

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  2. Mir fällt gerade auf, dass wir einen unglaublich ähnlichen Geschmack haben, was Bücher angeht - und wie wir sie bewerten. Toll sowas. :)

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  3. Ich liebe Blogtouren und diese hat wirklich einen tollen Abschluß und nur wegen dem Bericht wandere ich jetzt zu Amazon. Schämen solltet ihr euch :D

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