Rezension: "Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern"

© Arena
Titel: Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern
AutorIn: Johanna Rosen
Verlag: Arena
Seitenzahl: 375
Preis: 14,99€
ISBN-10: 3401068040
ISBN-13: 978-3401068046
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Worum geht's?
Ernesto und seine Freunde sind ganz normale Teenager, die ihr Leben genießen, ohne groß darüber nachzudenken. Sie genießen ihre Zeit miteinander, das Chillen, das Kiffen, das Reden über Mädchen... bis einer der Jungs eines Tages ein nacktes Mädchen entdeckt, das in den Wäldern zu leben scheint. Neugierig machen sich Ernesto und seine Freunde auf, um das Mädchen zu suchen - und können ihren Augen kaum glauben, als sie sie entdecken. Ernesto verspürt das Gefühl, das Mädchen beschützen zu müssen, doch schon bald bekommen die Medien von dem geheimnisvollen ihr Wind. Sie nehmen sie unter Beschlag, sehen in ihr nur noch eine Sensation: Wer ist das seltsame Mädchen aus den Wäldern? Woher stammt sie? Doch mit Liberty Bell kommt auch das Unglück nach Old Town. Plötzlich geschieht ein grausamer Mord, auf den noch weitere Unglücksfälle folgen sollen. Jemand scheint um jeden Preis verhindern zu wollen, dass sich die Wahrheit hinter Liberty Bells Vergangenheit aufklärt...

Kaufgrund:
Zunächst war es das Cover, das mich neugierig auf das Buch werden ließ. Der Klappentext tat dann den Rest: "Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern" musste einfach her!

Meine Meinung:
Wer ist Liberty Bell, dieses seltsame Mädchen, das alleine in den Wäldern lebt? Warum lebt sie ein solch verwildertes Leben? Woher stammt sie und wo ist ihre Familie? In ihrem Roman beschreibt Johanna Rosen die Geschichte des geheimnisvollen Mädchens, das Ernesto und seine Freunde zufällig in den Wäldern entdecken. Es ist eine traurige und tragische Geschichte, die durch Mark und Bein geht und einen nicht mehr loslässt. Eine Geschichte mit so vielen Facetten, dass man nicht mit dem Lesen aufhören mag, ehe man das letzte Geheimnis gelüftet hat.

Allein Liberty Bells Existenz ist bereits aufregend, aber was geschieht, sobald die Öffentlichkeit von ihr erfährt, schlägt die Spannung nochmals um Längen. Plötzlich geschieht ein grausamer Mord in der kleinen Stadt Old Town und die Ermittlungen der Polizei ergeben Fakten, die kaum zu glauben sind. Schnell steht fest: die fürchterlichen Taten hängen mit Liberty Bell zusammen. Die Suche nach der Wahrheit entwickelt sich von Seite zu Seite zu einer komplizierten Jagd nach Puzzleteilen, die nicht zusammenpassen wollen, ehe man das letzte Teil gefunden hat.

Die Autorin hat mit "Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern" einen Roman geschrieben, der vor Spannung geradezu in den Händen glüht. Mit der Zeit versinkt man so stark in der Geschichte, dass man alles um sich herum vergisst. Das Einzige, was noch zählt, ist die Wahrheit - un ddie hat die Autorin extrem gut versteckt. Immer dann, wenn man denkt, man hätte des Rätsels Lösung gefunden, beweist einem Johanna Rosen, wie falsch man mit seinen Vermutungen liegt. Geübte Thriller-Leser werden den alles entscheidenden Hinweis sicher schon früher entdecken, aber ich habe tatsächlich bis zum Schluss rätseln dürfen. Dabei hatte ich nicht nur großen Spaß, sondern auch eine hartnäckige Gänsehaut!

Johanna Rosen bringt ihre spannungsgeladene Geschichte über Liberty Bell in einem Epilog zu einem gelungenen und runden Abschluss, der die letzten Geheimnisse über die Herkunft des Mädchens aus den Wäldern aufklärt. Eine Angelegenheit hat mich allerdings nachdenklich werden, gar an der Logik zweifeln lassen. Insgesamt bieten die letzten Seiten des Romans jedoch ein mehr als würdiges Ende für ein tolles Buch, das man so schnell nicht mehr vergisst.

Johanna Rosen lässt die Geschichte von einem außenstehenden, allwissenden Erzähler schildern, der einen Einblick in die verschiedenen Charaktere hat und gerne mal die Perspektive wechselt. Die Figuren sind derart verschieden, dass man für jede Information dankbar ist, allerdings muss man sich an diesen Erzähler erst einmal gewöhnen. Gerade zu Beginn der Geschichte ist es nämlich gar nicht so leicht, den Überblick darüber zu wahren, wessen Gedanken der Erzähler gerade preisgibt! Hat man den Erzähler und seine ungewöhnliche Struktur erst einmal verstanden, fliegen einem die Seiten geradezu davon!

In "Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern" wird der Leser mit einer großen Vielzahl an Charakteren konfrontiert. Besonders zu Beginn fällt es einem da sehr schwer, einen Überblick über die Figuren zu bekommen. Ein Personenregister, das sich auf den letzten Seiten befindet, dient da als mehr als nützliche Unterstützung. Speziell "Langleser", die das Buch nicht innerhalb weniger Tage lesen können, werden für diese Übersicht dankbar sein. Aber Vorsicht! Das Register schließt nur eine Seite nach dem Ende der Geschichte an! Wer sich die Aufklärung also nicht verderben möchte, sollte seine Neugierde gut unter Kontrolle haben.

Obwohl viele der Figuren nicht die typischen Sympathieträger sind, habe ich viele von ihnen schnell gemocht. Richtig ins Herz schließen konnte ich allerdings nur Ernesto und Liberty Bell, die zwei Protagonisten, auf die sich Johanna Rosen konzentriert. Über die restlichen Figuren erfährt man zwar einige interessante Dinger, aber insgesamt bleiben sie leider sehr blass. Das ist mir vor allem bei Ernestos Freunden, die doch eine große Rolle im Geschehen einnehmen, negativ aufgefallen.

"Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern" ist definitiv nichts für schwache Nerven! Was noch relativ "harmlos" mit kleinen Tieren beginnt, die getötet und gehäutet werden, entwickelt sich immer mehr zu einem brutalen und schrecklichen Thriller. Johanna Rosen hat kein Blatt vor den Mund genommen, wenn ihre Geschichte ein Opfer fordert, und so manche Beschreibung jagt einem - zurecht! - einen Schauer über den Rücken. Wer kein Blut "lesen" kann, der sollte "Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern" lieber im Buchladen stehen lassen, denn hier wird einem mehr als nur einmal flau im Magen.

Cover:
Was für Farben! Mit diesem Cover haben die Grafiker von "Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern" genau meinen Geschmack getroffen. Es ist kein Mädchengesicht darauf zu sehen, stattdessen erkennt man die Wälder, die zusammen mit dem bedrohliche Rot direkt eine mulmige Atmosphäre erzeugen.

Fazit:
"Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern" von Johanna Rosen ist ein spannungsgeladenes Lesevergnügen, das mich tief getroffen hat. Ihre Geschichte über das geheimnisvolle Mädchen, das aus ihrer Heimat, den Wäldern, in das "normale" Stadtleben gerissen wird, bietet eine solch intensive Atmosphäre, das man sich gar nicht von den Seiten lösen kann. Was steckt hinter Liberty Bells Vergangenheit? Wer ist sie, woher stammt sie? Und wer will ihr Geheimnis um jeden Preis bewahren? Die Antworten auf diese Fragen liegen so gut vergraben, dass man bis zur letzten Seite rätseln darf. Gänsehaut pur! Insgesamt gibt es für "Liberty Bell: Das Mädchen aus den Wäldern" 4 Lurche.


Über den Autor:
Johanna Rosen ist das Pseudonym einer renommierten deutschen Schriftstellerin, die 1969 geboren wurde und seit 1993 mit großem Erfolg Bücher veröffentlicht, von denen zahlreiche auch ins Ausland übersetzt wurden. Mit »Liberty Bell. Das Mädchen aus den Wäldern« wechselt sie das Genre und schreibt das erste Mal für eine Leserschaft von Jugendlichen und Erwachsenen. Die Autorin lebt zurückgezogen mit ihrer Familie in der Nähe von Frankfurt am Main.

Kommentare:

  1. Seit "Der Erdbeerpflücker" habe ich keine Thriller mehr gelesen weil ich das Buch einfach so grauenvoll fand.
    Liberty Bell scheint aber ein ganz anderes Kaliber zu sein, das werde ich mal genauer unter die Lupe nehmen. :)

    Danke für's vorstellen!

    LG
    Boncuk <3

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  2. Das klingt von der Rezension her auf jeden Fall spannend - erinnert mich irgendwie ein bisschen an "Das Dschungelkind" auch wenn es vermutlich gar nichts miteinander zu tun hat :D.
    LG,
    LaLe

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  3. Das Buch ist bisher komplett an mir vorbeigegangen, aber es klingt eigentlich total interessant. Erinnert mich allerdings an Solange die Nachtigall singt.

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