Rezension: "Fieberglasträume"

© Begedia
Titel: Fieberglasträume
HerausgeberIn: Frank Hebben, André Skora
Verlag: Begedia
Seitenzahl: 336
Preis: 14,95€
ISBN-10: 3943795403
ISBN-13: 978-3943795400
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Worum geht's?
Der Kabelgott, der durch dein Hirn spukt, der Horrortrip in deinen Adern, der schwarze Code in deinem Blut … Bist du dabei? Komm schon, zeig uns, was du draufhast! Stöpsel dich ein in die Fieberglasträume: 14 illustrierte Textfiles von den Avantgardisten des deutschen Cyberpunk, die deinen Geist durch digitale Welten jagen. Schillernd bunt und brutal. Fühle den Nervenkitzel, der dich packt, wenn du deine Chips auf Hochtouren taktest. In dieser Realität darfst du alles – aber lass dich nicht erwischen.
Wir haben dich gewarnt!
[Quelle: Begedia-Verlag]

Kaufgrund:
"Cyberpunk" - was ist das denn? Als ich auf das Buch aufmerksam gemacht wurde, wurde ich auf das mir fremde Genre neugierig.

Meine Meinung:
In der Anthologie "Fieberglasträume" haben die Herausgeber Frank Hebben und André Skora 15 Kurzgeschichten (14, wenn man zwei Erzählungen der selben Welt zusammenzählt) aus deutscher Feder zusammengetragen, die sich rund um das Thema "Cyberpunk" drehen. Von spannungsgeladenen Kämpfen zwischen "Real Life" und "Cyberspace" bis hin zu kritischen Auseinandersetzungen mit dem Umgang mit dem Netz und der Technisierung des Menschen erwartet einen hier eine facettenreiche Anthologie, in der nicht jede Geschichte der nächsten gleicht.

Wie in jeder Kurzgeschichtensammlung, die Texte unterschiedlicher Autoren in sich vereint, zeigen sich auch in "Fieberglasträume" zwischen den verschiedenen Geschichten Qualitätsunterschiede. Während einige Erzählungen mit ihren strukturierten und durchdachten Handlungen gute Unterhaltung bieten und sogar so stark zum Nachdenken anregen, dass sie noch nach dem Lesen für längere Zeit im Gedächtnis herumspuken, muss man sich bei anderen durch zum Teil durch sehr langatmige Szenen kämpfen. Glücklicherweise findet man hier allerdings keine Geschichten, die aus dem Raster fallen und einen völlig enttäuscht zurücklassen. Zusammenfassend bietet diese Anthologie solide Kurzgeschichten, aber leider nur wenige Highlights.

Für Cyberpunk-Neulinge wie mich könnte es bei einigen Kurzgeschichten allerdings zu Verständnisproblemen kommen. Wer sich im technischen Bereich nicht gut auskennt, wird mit vielen Begrifflichkeiten überfordert sein und nicht recht mit ihnen umzugehen wissen. Ein paar Autoren bedienen sich Ausdrücken aus der typischen"Online-Sprache", sodass man hier das ein oder das andere Mal über ein Wort stolpern könnte, das man erst nachschlagen muss. Vieles, wenn auch nicht alles, ergibt sich jedoch im Kontext der Geschichte.

Die 15 Kurzgeschichten werden durch farbige Illustrationen unterstützt, die extra für die jeweilige Geschichte gezeichnet worden zu sein scheinen. So erhält quasi jede Erzählung ihr ganz persönliches Coverbild. Sie stellen verschiedene Aspekte der Erzählungen, teilweise sogar ganze Szenen, nach und unterstreichen auf düstere, skurrile und extreme Weise die gesamte Atmosphäre des Romans.

Was beim Lesen zeitweise negativ auffällt, sind einige kleinere Rechtschreib- und Grammatikfehler. Sicherlich ist kein Werk fehlerfrei, aber bei einigen Kurzgeschichten wird der Lesefluss durch eine falsche Zeichensetzung, vor allem durch fehlende Kommata, doch recht stark gestört. Auch nicht nachvollziehbar gesetzte Absätze hätten verhindert werden können.

Auf den letzten Seiten findet sich eine Vorstellung der einzelnen Autoren und Illustratoren, die ihren Teil zur Anthologie beigetragen haben. Sicherlich kein Muss, aber ein tolles Extra für alle, die zu den einzelnen Texten und Bildern gerne ein Gesicht und ein paar Infos bekommen.

Cover:
Das Cover ist wohl eindeutig Geschmackssache. Mir persönlich gefällt es nicht sonderlich gut, aber ich muss zugeben, dass es gut zur Thematik passt. Eine der Illustrationen aus dem Buch selbst hätte in meinen Augen allerdings besser als Cover funktioniert.

Fazit:
"Fieberglasträume", eine Anthologie voller "kybernetischer Kurzgeschichten", bietet für Fans des "Cyberpunk"-Genres und all jene, die es ausprobieren wollen, eine solide Unterhaltung. Mit 15 Kurzgeschichten und 15 Illustrationen kann die Sammlung für ein paar aufregende, aktionsgeladene und teils sehr skurrile Lesestunden sorgen. Leider findet man unter den vielen Kurzgeschichten jedoch nur wenige, die einen trotz der stets sehr extremen Thematik auch zum Nachdenken anregen. Für "Fieberglasträume" gibt es gute 3 Lurche.


Die Autoren:
Michael K. Iwoleit, Peter Hohmann, Sven Klöpping, Jens Ullrich, Niklas Peinecke, Thorsten Küper, André Wiesler, Michael Rösner, Frank Hebben, Christian Günther, Frank Werschke, Jan-Tobias Kitzel, Peer Bieber, Ingo Schulze und David Grashoff, mit einem Vorwort von Rob Boyle

1 Kommentar:

  1. Puuh.. also das wäre ja nicht so meins, aber gut, dass ich deine Rezension gelesen habe sonst hätte mich das sicherlich auch neugierig gemacht :D

    Liebst, Lotta

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