Rezension: "Jake Djones und die Hüter der Zeit"

© Penhaligon
Titel: Jake Djones und die Hüter der Zeit
Originaltitel: The History Keepers 1: The Storm Begins
AutorIn: Damien Dibben
ÜbersetzerIn: Michael Pfingstl
Verlag: Penhaligon
Seitenzahl: 352
Preis: 16,99€
ISBN-10: 3764530936
ISBN-13: 978-3764530938
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Worum geht's?
Jake Djones ist ein gewöhnlicher Junge, der mit seinen Eltern in London lebt. Dort leiten sein Vater und seine Mutter eher schlecht als recht ein Sanitärgeschäft. Jake fragt sich schon länger, wie sie damit überhaupt ihren Lebensunterhalt verdienen können; schließlich haben sie mehr unzufriedene als zufriedene Kunden. Es muss wohl an den zahlreichen Messen liegen, die sie in den letzten Jahren immer häufiger besuchen. Ständig müssen sie urplötzlich für ein paar Tage wegfahren, bloß weil Jakes Mutter wieder einmal vergessen hat, ihm rechtzeitig Bescheid zugeben. Sie kommen und gehen - nur dieses Mal sind sie nicht pünktlich wieder da. Und dann tauchen auch noch Fremde auf, die Jake in ihr seltsames Büro entführen und behaupten, etwas über den Verbleib seiner Eltern zu wissen. Jake weiß gar nicht, wie ihm geschieht, als die Unbekannten ihn mit unglaublichen Informationen überschütten: Sie gehören zu den Hütern der Zeit, einer Organisation von Zeitreisenden, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Geschichte zu wahren. Auch seine Eltern arbeiten für sie, doch während ihres letzten Auftrags hat man den Kontakt zu ihnen verloren. Sie stecken in der Zeit fest und niemand weiß, wo sie sind und wie es ihnen ergeht. Nun wird ein neuer Suchtrupp aufgestellt, um nach den Agenten Djones und Djones zu suchen. Als sie sich für ihre Mission bereit machen, schleicht Jake sich dazu - denn auch er hat die Kraft, in der Zeit zu reisen...

Kaufgrund:
Auf "Jake Djones und die Hüter der Zeit" bin ich vor allem durch die vielen positiven Stimmen aufmerksam geworden. Vorher habe ich es zwar schon entdeckt, aber recht angesprochen hat es mich nicht. Nachdem so viele andere Blogger von diesem Reihenauftakt schwärmten, wurde ich aber doch neugierig!

Meine Meinung:
"Jake Djones und die Hüter der Zeit", der Serienauftakt zum jungen Abenteurer Jake Djones von Damian Dibben, beginnt mit einem großen Knall. Der vierzehnjährige Jake war nach der Schule nichtsahnend auf dem Weg nach Hause gewesen, als plötzlich zwei fremde Männer auftauchten, ihn entführten - und zeitgleich sogar behaupteten, sie wären von den Guten! Sie bringen Jake an einen seltsamen Ort, den sie das Londoner Büro nennen, und überschütten ihn mit den unglaublichen Informationen: Sie gehören zu den Hütern der Zeit, Personen, die die Kraft besitzen, durch die Zeit zu reisen. Ihr Ziel ist es, die Geschichte zu schützen und jene zu bekämpfen, die die Macht des Zeitreisens missbrauchen, um die Weltgeschichte zu verändern. Auch seine Eltern waren Hüter der Zeit und sind während ihrer letzten Mission verschollen. Ehe Jake sich versieht, ist er bereits auf der Reise ins Jahr 1820, in welchem sich die Geschichtshüter sich in ihrem Hauptquartier Mont Saint-Michel versammeln, um einen neuen Suchtrupp zusammenzustellen.

Nach diesem fulminanten und informativen Start geht es rasant weiter ins Jahr 1506. Jake hat sich verbotenerweise der Gruppe angeschlossen, die nach seinen Eltern suchen soll, und steckt nun wohl oder übel mitten in einem unglaublichen Abenteuer. Ob seine Begleiter Topaz, Nathan und Charlie nun wollen oder nicht: Jake ist mit dabei, denn es gibt kein Zurück. Zusammen machen sie sich also auf die Suche nach den Agenten Djones und Djones und bringen sich dabei selbst in große Gefahr. Die Bösewichte sind ihnen längst auf der Spur...

Damian Dibben hat sich für seinen Serienauftakt eine großartige Geschichte ausgedacht, die mit einem rasanten Tempo von einem Abenteuer zum nächsten jagt. "Jake Djones und die Hüter der Zeit" ist ein logisch durchdachter und innovativer Roman mit einer grandiosen Handlung, der einen mit seinen aufregenden Momenten an die Seiten fesselt und nicht mehr loslässt, ehe man ihn ausgelesen hat. In den knapp 350 Seiten passiert so viel, dass man mit Fug und Recht behaupten darf: In diesem Buch wird einem niemals langweilig! Es gibt keine monotonen oder eintönigen Szenen, die einem die Lust am Weiterlesen rauben würden, denn selbst die ruhigeren Momente in diesem Roman haben ihren Sinn und Zweck. Sie dienen nicht bloß als Verschnaufpausen, sondern bereiten sowohl Jake als auch den Leser auf die nächste riskante Aufgabe vor.

Ab und zu wechselt Damian Dibben die Perspektive und beschreibt, was sich in der Zwischenzeit im Jahre 1820 im Hauptquartier der Hüter der Zeit abspielt. Während Jake und die anderen gefährliche Abenteuer erleben, geht es dort nicht weniger spannend zu. Die Kommandantin der Geschichtshüter hat eine empörende Entdeckung gemacht, die alle in große Gefahr bringt. Die Geschichte der Welt steht auf dem Spiel, wenn sie nicht bald herausfindet, wer ihrer Vertrauten ein falsches Spiel mit ihr spielt und den Bösewicht mit Informationen aus erster Hand versorgt...

Jake ist ein liebenswerter Protagonist, den man schnell ins Herz schließt. Bereits auf den ersten Seiten des Romans wird klar, dass der junge Kerl zu den Romanfiguren gehört, die sich mit ihrem Mut und ihrer Willensstärke einen festen Platz im Gedächtnis der Leser erkämpft. Jake ist trotz seines jungen Alters ein tapferer und wagemutiger Charakter, der alles tun würde, um die Menschen um ihn herum zu beschützen - auch dann, wenn es um sein eigenes Leben geht. Sein Herz ist das eines Löwen und seine Courage ist größer als die der meisten Erwachsenen! Beinahe könnte man meinen, Jake wäre sehr reif für sein Alter, wäre da nicht seine schüchterne und unsichere Seite, die sich immer wieder zeigt, sobald die hübsche Topaz in seiner Nähe ist...

Der Autor hat großen Wert auf seine Nebencharaktere gelegt und jeden einzelnen von ihnen großartig ausgearbeitet. Selbst die Bösewichte der Geschichte haben mich mit ihren fiesen und grausamen Persönlichkeiten überzeugen können! Am besten haben mir allerdings die drei Jugendlichen gefallen, die Jake auf seinem Abenteuer begleiten: die wunderschöne Topaz, die auch knallhart zuschlagen kann, ihr Stiefbruder Nathan, der einem mit seiner humorvollen und eitlen Art immer ein Lächeln auf die Lippen zaubert, und der intelligente Charlie, der für (fast) jedes Problem stets eine Lösung parat hat. Zusammen mit Jake ergeben die vier jungen Zeitreisenden ein unschlagbares Team! Ein kleines Highlight ist außerdem Mr. Drake, Charlies Papagei, der mindestens genauso schlau wie sein Besitzer ist.

Ja, auch in "Jake Djones und die Hüter der Zeit" gibt es eine Liebesgeschichte, die sich sogar bereits in den ersten Kapiteln anbahnt: Kaum hat Jake die wunderschöne Topaz das erste Mal erblickt, schon ist es um ihn geschehen. Ihre goldenen Locken und ihre tiefen blauen Augen haben ihm den Verstand geraubt. Ich hatte schon Angst, dass sich Jake in seinem Gefühlschaos nicht auf sein bevorstehendes Abenteuer konzentrieren können würde, aber ich sollte mich in ihm und auch in Damian Dibben irren. Zwar verhält sich Jake ab und zu wie ein verliebter Teenager, aber er tut das auf einer niedlichen und authentischen Art und Weise. Die Liebesgeschichte spielt sich ruhig im Hintergrund des Geschehen ab und drängt sich niemals vor. Sie treibt die Handlung nicht voran, sondern ist bloß ein herzerwärmender Teil von ihr.

Das Ende des Romans lässt einige Fragen offen und wirft sogar einige neue auf. Auf diese Weise steigert Damian Dibben geschickt die Lust seiner Leser auf den nächsten Band, ohne sie zugleich unglücklich zurückzulassen. Denn um einen gemeinen Cliffhanger handelt es sich beim Abschluss des ersten "Jake Djones"-Bandes nicht! Die Haupthandlung des Romans ist abgeschlossen und ein noch sehr frischer, bisher eher nebensächlicher Teil der Geschichte wartet darauf, sich im nächsten Teil der Reihe entfalten zu dürfen. Es verspricht, noch spannender zu werden!

Damian Dibbens Schreibstil ist gehobener als der anderer Jugendbuchautoren und passt perfekt zum Zeitreise-Setting. Kompliziert oder gar verzwickt ist er allerdings nicht, im Gegenteil: Dibben schreibt sehr flüssig und ist trotz seiner gewählteren Wortwahl leicht zu verstehen. Mit einer ausgeprägten Liebe zum Detail beschreibt der Autor jede Szene und jeden Ort so genau, dass man mit seinem Roman ein wahres Kopfkino erleben darf. Die ausladenden Schilderungen sorgen für ein buntes und feines Bild vor dem inneren Auge des Lesers, ohne dabei langatmig zu wirken und sich negativ auf die Spannung der Geschichte auszuwirken.

Cover:
Das Cover macht mit seiner geheimnisvollen Art sehr viel her und schreit geradezu nach einem abenteuerlichen Roman. Darauf ist das Zeichen der Hüter der Zeit abgebildet - toll! Das größte Highlight findet sich allerdings auf der Rückseite, denn dort sind Jake, Topaz, Nathan und Charlie abgebildet. Normalerweise bin ich kein Fan davon, wenn das Cover einem die Möglichkeit nimmt, sich selbst ein Bild zu den Figuren zu machen, aber in diesem Fall muss ich zugeben, dass der Zeichner sie perfekt getroffen hat. Hut ab!

Fazit:
"Jake Djones und die Hüter der Zeit" von Damian Dibben ist ein großartiger Serienauftakt, der nicht nur tolle Charaktere zu bieten hat, sondern auch spannende Abenteuer in der Zeit. Jake auf seiner aufregenden Suche nach seinen verschwundenen Eltern zu begleiten, sorgt für Lesestunden der besten Unterhaltung. Dieser Roman hat mich durchweg begeistert, aber auch ein eindeutiges Gefühl in mir hinterlassen: Hier geht definitiv noch mehr! Für "Jake Djones und die Hüter der Zeit" gibt es sehr gute 4 Lurche.


Über den Autor:
Damian Dibben hat als Drehbuchautor an Filmen wie Das Phantom der Oper und Der gestiefelte Kater mitgearbeitet. Er ist eine neugierige Entdeckernatur und beschäftigt sich mit vielen Dingen, von der Archäologie bis hin zur Kosmologie, und liebt nichts mehr als wirklich spannende Abenteuergeschichten. Damian Dibben lebt mit seinem Hund Dudley in London.

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