Rezension: "Sternschnuppenträume"

© Egmont INK
Titel: Sternschnuppenträume
AutorIn: Julie Leuze
Verlag: Egmont INK
Seitenzahl: 352
Preis: 14,99€
ISBN-10: 3863960653
ISBN-13: 978-3863960650
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Worum geht's?

Für eine Nacht alle Sorgen vergessen und nur die Sternschnuppen zählen, die über den Nachthimmel ziehen. Für eine Nacht einfach nur leben! Das ist Sveas Wunsch, als sie am Ende ihrer letzten Schulferien auf die große Strandparty geht - und sich auf den Aufreißer Nick einlässt. Nick, der mit ihr am Strand liegt und ihre Sorgen wegküsst. Nick, der ihr schon am nächsten Tag das Herz brechen wird. Svea weiß, dass sie niemals eine gemeinsame Zukunft haben können. Aber warum fühlt sie sich dann so einsam ohne Nick? Nick, der bei ihr ganz anders war als sonst. Nick, der wie Svea nicht der ist, der er für andere vorgibt zu sein…

Meine Meinung:

Mit „Sternschnuppenträume“ veröffentlicht Julie Leuze nun ihr zweites Buch für junge Erwachsene bei Egmont INK. Wie auch schon „Der Geschmack von Sommerregen“ ist dieser Roman allerdings alles andere als leichte Jugendlektüre, auch wenn Cover und Titel vielleicht eine unterhaltsame Sommergeschichte mit Gefühl vermuten lassen. „Sternschnuppenträume“ schlägt zwar eine andere Richtung ein als „Der Geschmack von Sommerregen“, behandelt aber erneut schwierige und bedrückende Themen, die nicht totgeschwiegen werden dürfen. Probleme verschwinden schließlich nicht, nur weil man nicht über sie spricht – eine eindringliche Erfahrung, die auch die Protagonisten Svea und Nick machen müssen.

Erzählt wird „Sternschnuppenträume“ aus zwei verschiedenen Perspektiven, nämlich die der Hauptcharaktere Svea und Nick. Kapitel für Kapitel wechseln sich die beiden Protagonisten ab und berichten von ihren ganz persönlichen Ereignissen. Dabei gewährt Julie Leuze tiefe Einblicke in ihre Gedanken und Gefühle, die es überhaupt erst möglich machen, Svea und Nick wirklich kennenzulernen. Denn in Wahrheit sind die beiden Protagonisten nicht die, die sie nach außen hin vorgeben zu sein. Sowohl Svea als auch Nick haben mit familiären Problemen zu kämpfen, von denen niemand in ihrem Umfeld etwas erfahren darf.

Julie Leuze vermittelt in „Sternschnuppenträume“ eine – nicht nur für Jugendliche! - sehr wichtige Moral: Du bestimmst dein Leben selbst. Du musst für deine Träume, für dich und deine Wünsche einsetzen, denn was aus deinem Leben wird, hast allein du in der Hand. Im Verlauf der Handlung wird dies auch Svea und Nick immer deutlicher bewusst und sie vollziehen große Entwicklungen, vor denen man nur den Hut ziehen kann. Sie müssen sich ihren Schatten stellen, ihre Ängste überwinden, Opfer bringen und Mut beweisen. Die Autorin stellt ihre Charaktere vor große Hindernisse, an denen sie wachsen, lässt sie aber durchaus spüren, dass es im Leben immer wieder Rückschläge gibt, an denen man nicht zerbrechen darf.

Obwohl sich die Gefühle zwischen Svea und Nick schnell entwickeln, wirken ihre Gefühle niemals aufgesetzt oder oberflächlich. Während andere „New Adult“-Romane schnell vor Kitsch und Unglaubwürdigkeit triefen, findet Julie Leuze für „Sternschnuppenträume“ immer die richtigen Worte. Die Autorin schreibt mit so viel Gefühl und so viel Authentizität, dass schnell der Eindruck entsteht, man würde gar keine fiktive Geschichte, sondern eine wahre Begebenheit aus dem echten Leben zu lesen bekommen. Julie Leuze verwebt die Erzählungen ihrer Charaktere mit Herzblut und Lebensfunken und schafft damit Bücher, die ins Herz gehen – und dort bleiben.

Sex spielt in „Sternschnuppenträume“ eine große Rolle und wird von Julie Leuze auch explizit beschrieben. Allerdings tut die Autorin dies auf eine Art und Weise, wie sie für junge Erwachsene angemessen und ansprechend ist. Damit hebt sie ihren Roman erneut von anderen des Genres ab. Hier geht es nicht einfach bloß um Sex, sondern um Gefühle, um die Liebe in all ihren Facetten. Nicht die rein körperliche Lust, sondern das Vertrauen, die Intimität und die Leidenschaft zu- und füreinander stehen im Vordergrund. Während andere „New Adult“-Autorinnen ihre Sexszenen leider oftmals billig und niveaulos wirken lassen, versteht es Julie Leuze die schönste Sache der Welt mit ehrlichen und gefühlvollen Umschreibungen noch schöner zu machen.

Cover:

Wie schon bei „Der Geschmack von Sommerregen“ ist ein Pärchen auf dem schwarz-weißen Cover zu sehen; nur der Titel sticht farbig heraus. Es fängt die Atmosphäre der Geschichte perfekt ein, lädt zum Schwärmen ein und sieht einfach klasse aus – toll!

Fazit:

„Sternschnuppenträume“ von Julie Leuze zieht definitiv in mein Lieblingsbuchregal. Es ist eine wundervolle Geschichte zweier Jugendlicher, die mit viel mehr Problemen zu kämpfen haben als dem bloßen Erwachsenwerden. Es ist eine Geschichte voller Gefühl und Liebe, voller Mut und Kraft, trotz all der bedrückenden und schwerwiegenden Lasten, die Julie Leuze ihren Protagonisten Svea und Nick aufbürdet. Ein Buch, das ich jedem empfehlen möchte, der sich gerne von tiefgründigen und bedeutsamen Jugendbüchern mitreißen lässt. „Sternschnuppenträume“ geht direkt ins Herz – und bleibt dort auch! Für „Sternschnuppenträume“ vergebe ich 5 Lurche.


Über die Autorin:

Julie Leuze wurde 1974 in Wiesbaden geboren. Sie studierte in Konstanz (viel See, wenig Stress), bekam drei Kinder (viel Liebe, wenig Schlaf) und arbeitete als Journalistin (viel Lokalkultur, wenig Skandalöses). Mittlerweile widmet sie sich ganz dem Schreiben von Romanen. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in Stuttgart.

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