Rezension: "Elemente der Schattenwelt: Blood & Gold"

© Carlsen
Titel: Elemente der Schattenwelt: Blood & Gold
AutorIn: Laura Kneidl
Verlag: Carlsen Impress
Seitenzahl: 416
Preis: 4,99€
ISBN-10: 3-646-60054-3
ISBN-13: 978-3-646-60054-4
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Worum geht's?

Cain ist eine Blood Huntress. Am Tag der Auswahlzeremonie hat der GenReader ermittelt, dass sie ein besonderes HunterGen in sich trägt, durch das sie sich von anderen Menschen unterscheidet. Sie ist kräftiger, schneller, stärker – und als Blood Huntress immun gegen das Gift der Vampire. Wie ihre Mutter wird sie nun zu einer Jägerin ausgebildet werden, die den grausamen Blutsaugern den Garaus machen wird. Doch als Partner wird ihr ausgerechnet Warden zur Seite gestellt, dem ein Ruf als Regelbrecher vorauseilt. Schon bald muss Cain feststellen, dass Warden auch alles tut, um seinem Ruf gerecht zu werden! Während die anderen Auszubildenden der Blood Hunter die ersten Tage traditionell in Isolation mit ihren jeweiligen Jagdgefährten verbringen, nimmt Warden Reißaus, um mit Cain auf ihre erste Jagd zu gehen…

Meine Meinung:

Nach „Light & Darkness“ veröffentlicht die junge Autorin Laura Kneidl mit „Blood & Gold“ nun ihren zweiten Roman bei Impress und liefert damit den Auftakt zu ihrer ersten Reihe „Elemente der Schattenwelt“. In dieser Serie geht es um die so genannten Hunter, Menschen, die dank eines speziellen Gens dazu in der Lage sind, gegen die Kreaturen der Nacht zu kämpfen. Insgesamt gibt es fünf verschiedene Hunter-Clans, doch in „Blood & Gold“ stehen zunächst die Blood Hunter im Vordergrund, die darauf spezialisiert sind, blutrünstigen Vampiren den Garaus zu machen.

Die Geschichte um Cain, einer junge Blood Huntress, die eben erst ihre Ausbildung antritt, beginnt eher ruhig und gemächlich. Laura Kneidl nimmt sich erst einmal genügend Zeit, um ihren Lesern die faszinierende Welt zu erklären, die sie sich für ihre „Elemente der Schattenwelt“-Reihe erdacht hat. Obwohl man als Leser mit vielen Informationen konfrontiert wird, fühlt man sich niemals überfordert oder erschlagen. Im Gegenteil: Man fühlt sich vom ersten Augenblick an wohl in „Blood & Gold“ und hat sofort Lust weiterzulesen. Kommt die Handlung erst einmal richtig in Fahrt, gibt es kein Halten mehr: „Blood & Gold“ überzeugt mit mitreißender Spannung und überraschenden Wendungen. Der Reihenauftakt zieht einen in einen Bann, dem man sich gar nicht entziehen will, und sorgt garantiert für tolle Lesestunden.

Cain ist eine mutige und schlagfertige Protagonistin, die mir mit ihrer Social-Media-Affinität schon auf der ersten Seite ans Herz gewachsen ist. Sie ist eine junge Frau, die ihr Ziel niemals aus den Augen verliert, aber auch noch wachsen und lernen muss. Als Blood Huntress ist sie trotz Training noch immer eine Anfängerin, die durchaus den einen oder anderen Fehler macht. Schaden tut das Cain allerdings ganz und gar nicht, denn sie kann sowohl mit ihren Stärken als auch mit ihren Schwächen punkten und gibt damit im Gesamtbild eine großartige Protagonistin ab, die man gerne auf der Jagd nach Vampiren begleitet.

Wer Blut nicht nur nicht sehen, sondern auch nicht lesen kann, sollte von „Blood & Gold“ lieber die Finger lassen. Auf den knapp 400 Seiten kommt es zu vielen Kämpfen, die stets ihre Opfer fordern. Nach dem eher ruhigen Start hätte ich nicht erwartet, später mit Cain darum zu bangen, auf Blutlachen auszurutschen oder über herausgerissene Gedärme zu stolpern. Die Vampire und die Hunter gönnen sich weder eine Pause noch haben sie Mitleid miteinander. Das sorgt natürlich einerseits für jede Menge Action, Nervenkitzel und Spannung, was mir persönlich sehr gut gefallen hat, könnte für zart besaiteten Lesern andererseits aber „too much“ sein. Auf schmusige Glitzer-Vampire trifft man in diesem Buch jedenfalls nicht!

Natürlich bietet Laura Kneidl ihren Lesern in „Blood & Gold“ auch eine Liebesgeschichte. Es wird ziemlich schnell deutlich, dass zwischen Cain und dem attraktiven Warden, dem ein Ruf als distanzierter und Regeln brechender Einzelgänger vorauseilt, eine gewisse Anziehungskraft besteht. Dennoch drängt sich die Liebesgeschichte niemals in den Vordergrund. Erst relativ spät erlauben sich die zwei Blood Hunter, sich ihre Gefühle einzugestehen sich langsam, aber sicher einen Schritt näher zu kommen. Von Kitsch und Schnulze fehlt hier jede Spur, dafür gibt es jede Menge Authentizität und Kribbeln im Bauch.

Trotz Laura Kneidls gelungener Umsetzung und ihren vielen Ideen bin ich einige Male über das „Kommt mir bekannt vor“-Gefühl gestoßen, das mich daraufhin etwas aus dem Lesefluss gerissen hat, um zu überlegen, wo ich die entsprechende Szene ähnlich schon einmal gelesen habe. Natürlich erwarte ich von keinem Autor, das Rad neu zu erfinden, und Laura Kneidl hat ihre eigenen Ideen wirklich großartig in eine tolle eigene Geschichte einfließen lassen, aber das Gefühl ist mir leider doch im Kopf geblieben. Dies gilt vor allem für das Schicksal von Jules, Cains bestem Freund und Cousin, das für mich leider absolut vorhersehbar war. Das ist allerdings ein Kritikpunkt, den wahrscheinlich eher Vielleser nachvollziehen werden können.

Schon im Oktober 2014 soll der zweite Band der „Elemente der Schattenwelt“-Serie erscheinen. In „Soul & Bronze“ – so der Titel – werden dann die Soul Hunter im Mittelpunkt des Geschehens stehen und sich auf die Suche nach verlorenen Seelen begeben. Wir dürfen uns nicht nur auf schaurige Geisterjagden freuen, sondern auch auf ein Wiedersehen mit bekannten Gesichtern aus „Blood & Gold“. Wie Laura Kneidl bereits verriet, soll es Gastauftritte der Blood Hunter geben. Wir dürfen also gespannt sein!

Cover:

Das Cover ist auf jeden Fall einen Blick wert. Die Farbgebung und die Verzierungen sind toll und wurden von den Grafikern großartig miteinander verbunden. Über die bekannten Gesichter lässt sich allerdings mal wieder streiten.

Fazit:

„Blood & Gold“ von Laura Kneidl ist ein mehr als gelungener Auftakt zur „Elemente der Schattenwelt“-Reihe, in der Hunter mit speziellen Fähigkeiten den Kreaturen der Nacht den Kampf ansagen. Im ersten Band geht es um Cain, eine junge Blood Huntress, die gemeinsam mit ihrem Partner Warden auf Vampirjagd geht, ohne zu ahnen, in welches blutige Abenteuer sie sich damit stürzen. Spannend, mitreißend und mit vielen überraschenden Wendungen erzählt Laura Kneidl ihre Geschichte und nimmt dabei auch bei extremen Szenen kein Blatt vor den Mund. Tolle Handlung, sympathische Charaktere, klasse Ideen, aber trotzdem habe ich so manches Mal das „Kommt mir bekannt vor“-Gefühl beim Lesen erwischt. Für „Elemente der Schattenwelt: Blood & Gold“ vergebe ich daher 4 Lurche.


Über die Autorin:

Laura Kneidl, 1990 geboren, wuchs in der Nähe von Erlangen auf. Heute studiert sie an der Hochschule der Medien “Bibliotheks- und Informationsmanagement”. Inspiriert von zahlreichen Fantasyromanen begann sie 2009 an ihrem ersten eigenen Projekt zu schreiben. Neben dem Verfassen von Romanen gilt ihr Interesse dem Lesen und Rezensieren solcher, weshalb sie einen eigenen Bücherblog betreibt. Seit Anfang 2013 ist sie Mitbegründerin des Schreibwahnsinns, einer Gruppe möwen-verrückter Autoren, die gerne über das Schreiben schnattern. Weitere Infos unter www.laura-kneidl.de.

1 Kommentar:

  1. Eine tolle und sehr ausführliche Rezi! Das Buch hat mir auch gut gefallen, ich mochte die Idee mit den Jägern :)
    In Punkt mit Jules Schicksal gebe ich dir recht, es war schon ein bisschen vorhersehbar!

    Liebe Grüße
    Nenatie

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