Rezension: "Traumlos - Im Tal der vergessenen Hoffnungen"

© Carlsen
Titel: Traumlos - Im Tal der vergessenen Hoffnungen
AutorIn: Jennifer Jäger
Verlag: Carlsen Impress
Seitenzahl: 296
Preis: 3,99€
ISBN-10: 3-646-60035-7
ISBN-13: 978-3-646-60035-3
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Worum geht's?

Seit Hailey mit Caleb aus der Klinik geflohen und die grauenhaften Machenschaften der Regierung aufgedeckt hat, hat sich ihr Leben grundlegend verändert. Sie ist nun eine Rebellin, die überall gesucht wird. Nirgendwo ist sie noch in Sicherheit, aber all das muss sie nicht alleine durchstehen. Zusammen mit ihren Freunden und ihrer Familie stellt sich Hailey der Regierung in den Weg. Koste es, was es wolle: die Herrschaft über die Träume der Menschen muss um jeden Preis beendet werden.

Meine Meinung:

Mit „Im Tal der vergessenen Hoffnungen“ liefert die junge Autorin den Abschlussband ihrer „Traumlos“-Dilogie. Obwohl die Handlung nicht sofort an „Im Land der verlorenen Seelen“ anknüpft, findet man mühelos wieder in die Geschichte hinein. Jennifer Jäger spart sich langatmige Wiederholungsphasen, webt stattdessen immer wieder feine Erinnerungsfäden in die Gedanken und Gespräche der Charaktere, sodass selbst eine längere Lesepause zwischen den Büchern keine Probleme bereiten sollte.

Nach einem aufwühlenden Prolog, der schreckliche Vermutungen aufkommen lässt, setzt die Geschichte um Hailey und ihre Rebellen zunächst eher ruhig und melancholisch ein. Schnell beginnen die Ereignisse jedoch sich zu überschlagen und der Plot entwickelt sich zu einem spannenden und mitreißenden Pageturner. „Im Tal der vergessenen Hoffnungen“ ist definitiv actionreicher, aufregender und überraschender als sein Vorgänger und dank des leichten und flüssigen Schreibstils der jungen Autorin fliegen die Seiten nahezu davon.

Vom Abschluss der Dilogie hatte ich mir allerdings ein wenig mehr erhofft. Im Vergleich zum Rest des Romans, der stets ein hohes Spannungslevel halten kann, verläuft die Auflösung um Haileys Abenteuer eher unspektakulär. Nicht unschuldig daran war die Prozentanzeige meines eReaders, der meinen Lesefortschritt anzeigt. Die letzten 7% des eBooks bestehen aus Danksagung, Autoren-Vita, weiteren Empfehlungen und einer Leseprobe zu „Watcher. Ewige Jugend“, dem Auftakt der „Niemandsland“-Trilogie. Während ich voller Erwartung auf eine weitere Steigerung weiterlas, wurde ich plötzlich mit einem Epilog konfrontiert, den ich so abrupt nicht erwartet hatte.

Protagonistin Hailey vollzieht im Verlauf der Handlung eine enorme Entwicklung, mit der sich mit absolut von sich überzeugen, aber auch überraschen konnte. Zu Beginn des zweiten Bandes musste ich zunächst mit Erschrecken feststellen, dass Hailey an den schrecklichen Ereignissen des ersten Buches eher zu zerbrechen als zu wachsen droht. Ihre Handlungen und Entscheidungen waren noch leichtsinniger, noch naiver, ließen mich nur den Kopf schütteln. Schnell wird Hailey jedoch klar, dass sie nicht in Selbstmitleid versinken darf, wenn sie etwas verändern will. Daraufhin entwickelt sich Hailey mehr und mehr zu einer toughen Kämpferin, einer starken jungen Frau, die kaum noch etwas mit dem naiven Mädchen gemein hat.

Die Dreiecksbeziehung zwischen Hailey und den beiden jungen Caleb und Wolf nimmt in diesem Band eine große Rolle ein. Während die vergangenen Ereignisse Caleb und Hailey stark zusetzen und sogar eine Kluft zwischen sie treiben, versteht es Wolf, Hailey mit seinen Sprüchen gleichermaßen aufzuheitern als auch aufzuregen. Das Herz der jungen Rebellin durchlebt hier eine wahre Achterbahn der Gefühle, mitsamt emotionalen Höhen und dramatischen Tiefen. Leser, die Dreiecksbeziehungen nichts abgewinnen können, werden sich für Haileys Gefühlswirrwarr wohl eher nicht begeistern können, für mich war die Entwicklung der Liebesgeschichte aber passend und gelungen.

Nach dem letzten Satz war ich sehr traurig darüber, die Welt der „Traumlos“-Reihe wieder verlassen zu müssen. Ein weiterer Band hätte Haileys Geschichte sicherlich gut getan, denn ich hätte gerne mehr über die Hintergründe der gesamten Serie erfahren. Was steckt hinter Regierung und Gesellschaft, wie läuft das Leben für die Menschen genau ab, wie ist es überhaupt so weit gekommen? Jennifer Jäger beantwortet ihren Lesern diese Fragen zwar, aber ich hätte gerne einen detailreicheren Blick über den Tellerrand gewagt, über die Handlung um Hailey hinaus.

Während man „Im Land der verlorenen Seelen“ noch deutlich anmerken konnte, dass es sich um einen der ersten eBook-Titel des Carlsen-Imprints handelte, erkennt man „Im Tal der vergessenen Hoffnungen“, dass Impress aus seinen Kinderschuhen herausgewachsen ist. Das Imprint hat sich mächtig ins Zeug gelegt und sich stark weiterentwickelt, was man nun auch Lektorat und Korrektorat der Geschichte anmerken kann. An dieser Stelle also auch ein Lob an den Verlag, den man mittlerweile automatisch mit tollen eBooks verknüpft!

Cover:

Das Cover ist ganz im Stil des Vorgängers gehalten und gefällt mir trotz des typischen Mädchengesichtes ausgesprochen gut! Die Farben und Verzierungen ergeben ein harmonisches Gesamtbild, das ich wirklich gerne als Printversion in mein Regal stellen würde.

Fazit:

„Im Tal der vergessenen Hoffnungen“, der Abschluss der „Traumlos“-Dilogie von Jennifer Jäger, ist ein würdiger Fortsetzung, der die geniale Dystopie-Idee der jungen Autorin zu Ende führt. Trotz einiger Kritikpunkte konnte mich dieser Band begeistern und von der ersten bis zur letzten Seite mitreißen. Hailey entwickelt sich zu einer starken Kämpferin, die ich nach dem Epilog eigentlich noch gar nicht gehen lassen möchte! Für „Traumlos: Im Tal der vergessenen Hoffnungen“ vergebe ich 4 Lurche.


Über die Autorin:

Jennifer Jäger wurde am 16.11.1992 in Neustadt a.d. Weinstraße geboren, zog allerdings mit 6 Jahren nach Würzburg. Schon in der ersten Klasse entdeckte sie ihre beiden Vorlieben: Tanzen und Schreiben. Im Sommer 2011 bestand sie erfolgreich ihr Abitur an einem Würzburger Gymnasium und zog danach nach München. Mehr Informationen: http://www.jennifer-jaeger.com

1 Kommentar:

  1. Hallöchen,
    ich hab gerade erst den ersten Band rezensiert und hab in den zweiten schon ein wenig reingelesen. Da dererste Band mich nicht ganz überzeugen konnte, bin ich jetzt schon sehr gespannt auf den Abschluss.
    Das Phänomen der letzten 7% trat bei mir beim ersten Band auch schon auf und das Ende hat mich dann ein bisschen überrumpelt...
    Auf jeden Fall eine sehr schöne Rezi :-)

    Liebe Grüße
    Jana (Luna's Leseecke)

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