Rezension: "Unter halbblauem Himmel"

Michelle Schrenk// Canim Verlag // 340 Seiten // Taschenbuch // 9,89€ // 978-3942790079 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Lena und Robin sind seit ihrer Kindheit die besten Freunde. Sie konnten sich immer aufeinander verlassen und standen sich stets zur Seite. Doch nach einem schicksalhaften Abend, der ihre Freundschaft auf eine harte Probe stellte, brach ihr Kontakt völlig ab. Fünf Jahre später treffen sich Lena und Robin auf einem Musikfestival zufällig wieder – und spüren, dass das Band zwischen ihnen so stark ist wie eh und je. Als wäre niemals etwas geschehen. Beinahe könnte ihre Freundschaft wieder aufleben, so schön und einfach wie früher. Doch Lena und Robin haben sich verändert: Während Robin seine Träume hinter sich gelassen hat und mit seiner Freundin ein vernünftiges und durchgeplantes Leben führt, reicht es Lena nicht, ihr Dasein nur unter einem halbblauen Himmel zu fristen. Sie will mehr. Sie will ihr Glück. Und sie will Robin...

Meine Meinung:

Eine Liebesgeschichte, die auf locker-flockige und berührende Art von der Suche nach dem eigenen, wahren Glück erzählt: Wer Lust auf einen solchen Roman hat, für den ist „Unter halbblauem Himmel“ genau das richtige Buch! Autorin Michelle Schrenk ist mit ihrer frischen und jungen Geschichte ein wirklich toller Roman gelungen, der einen zum Schmunzeln und Schluchzen bringt. „Unter halbblauem Himmel“ beschert seinen Lesern (die doch vornehmlich weiblich sein werden) spaßige und bewegende Lesestunden, die einen anderen erinnern, wie wichtig die eigenen Träume sind. Mir hat die Geschichte von Robin und Lena so gut gefallen, dass das Buch in Windeseile ausgelesen war.

Wer nun denkst, „Unter halbblauem Himmel“ wäre sentimentale Chick Lit, die sich bloß um große Gefühle und noch größeres Drama dreht, hat jedoch weit gefehlt. Denn so sehr sich die Geschichte auch für Träume und Emotionen ausspricht, sie ist alles andere als eindimensional. „Unter halbblauem Himmel“ hat auch eine ernste, traurige Seite, die sich zwar schon lange erahnen lässt, einen aber dennoch mit ihrer Härte in der Magengrube trifft. Die bewegende Geschichte, erzählt mit Schrenks gefühlvollen und sensiblen Schreibstil, hat mich sehr berührt und auf den letzten Seiten musste ich mich tatsächlich zusammenreißen, um nicht noch ein paar Tränchen zu vergießen.

Protagonistin Lena ist ein Freigeist. Sie denkt nicht in Schubladen, plädiert für die Bedeutung des Glücks und dessen wahren Wert und braucht die kreative Kunst – in ihrem Fall das Schreiben -, um sich verwirklichen zu können. Für Lena sind materielle Dinge wie Geld und Luxus keine Voraussetzungen, um glücklich sein zu können. Einzig die Art und Weise, wie man sein Leben führt, spielt für sie dabei eine Rolle. Lena lebt ihre Träume und tut alles, um ihre Wünsche verwirklichen zu können. Eine sympathische und bezaubernde Protagonistin, die man richtig gern hat.

„Unter halbblauem Himmel“ ist nicht nur ein Leseerlebnis, sondern auch ein echter Hörgenuss. Denn zu Michelle Schrenks Roman hat der Sänger und Songwriter Gabriel Strack eigene Songs verfasst und eingesungen, die perfekt auf das Buch und die Geschichte zugeschnitten sind. Während man schmökert, kann man den schönen Klängen seiner Musik lauschen, die auch Protagonistin Lena von Robin vorgesungen bekommt. Gabriel Strack leiht Robin durch seine Songs nicht nur seine Stimme, sondern auch ein Stück seiner Seele, was für eine ganz besondere Atmosphäre sorgt.

Was mich von einer vollen Punktzahl abhält, sind vor allem viele Kleinigkeiten, die mich beim Lesen selbst zwar kaum gestört haben, mir in ihrer Summe aber dennoch im Gedächtnis geblieben sind. Zum einen gibt es einige Entscheidungen der Charaktere, die ich weder nachvollziehen konnte noch mit jugendlichem Leichtsinn begründen wollte. Zum anderen ist da Carmen, die als Figur so viele Klischees in sich vereint, dass man sich mit jeder Seite mehr fragen muss, wie sie mit dieser extremen Überdosis überhaupt noch leben kann. Carmen bringt mit ihrer Persönlichkeit so viele leere Phrasen in den Roman, den Michelle Schrenk doch sonst so toll ohne jegliche Stereotypen geschrieben hat. Carmen passt partout nicht in die Geschichte – soll sie wohl auch nicht -, doch so extrem, wie sie herausfällt, ging es einem schon so manches Mal auf die Nerven.

Fazit:

„Unter halbblauem Himmel“ von Michelle Schrenk ist ein wunderschönes Buch über die Suche nach sich selbst und dem eigenen Glück, über die Bedeutung seiner Träume und die Chance, sie zu verwirklichen. Gemeinsam mit Lena und Robin, die sich nach fünf Jahren ohne jeglichen Kontakt zufällig wieder begegnen, erlebt man eine wahre Achterbahnfahrt der Gefühle, die einen zum Lächeln bringt, einem das Herz bricht und einen sogar wieder ein Strahlen aufs Gesicht zaubert, nachdem man fast ein paar Tränchen vergossen hätte. Ein richtig tolles Buch, das ich jedem weiterempfehlen kann, der sich gerne in zeitgenössischen Liebesgeschichten verliert. Für „Unter halbblauem Himmel“ vergebe ich 4 Lurche.

Über die Autorin:

Michelle Schrenk wurde 1983 in Nürnberg geboren. Schon von klein auf schrieb sie mit Begeisterung Geschichten. Nach dem erfolgreichen Abschluss ihrer Schullaufbahn und ihrer Ausbildung zur Kauffrau für Bürokommunikation arbeitete sie in einer Nürnberger Werbeagentur und konnte dort ihre Kreativität zunehmend zur Entfaltung kommen lassen. Beflügelt von allem Wundersamen, Geheimnisvollen und Fantasievollen widmete sie sich außerdem immer wieder ihrer großen Leidenschaft: dem Schreiben. Mit ihren ersten beiden Kinderbüchern "Das geheimnisvolle Nürnberg Buch" und "Das geheimnisvolle Nürnberg-Fürth Buch" (beide erschienen im Canim-Verlag, Nürnberg) konnte sie sich einen Traum erfüllen. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann, ihrer Tochter und zwei Hunden im barocken Allersberg.

1 Kommentar:

  1. Hey, ich hab dich getaggt :)
    http://funneswelt.blogspot.de/2014/09/tag-liebster-award.html
    LG, funne

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