Rezension: "Die Widerspenstigkeit des Glücks"

Gabrielle Zevin // Renate Orth-Guttmann // Diana // 228 Seiten // Klappbroschur // 12,99€ // 9783453358621 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Seit seine Frau durch einen Unfall gestorben ist, führt der Buchhändler A. J. Finsky ein zurückgezogenes Leben. Er hat den Glauben an das Glück verloren und ertränkt seine Trauer regelmäßig im Alkohol. Als eines Tages aber plötzlich das zweijährige Waisenmädchen Maya in seiner Buchhandlung sitzt, steht A. J.s Welt von einem Moment auf den anderen Kopf. Notgedrungen nimmt er Maya für einige Tage zu sich auf, doch A. J. wird schnell klar, dass er sein Herz an das aufgeweckte Mädchen verloren hat. Durch Maya beginnt A. J. wieder zu leben, Dinge zu wagen – und sich zu verlieben. Die quirlige Verlagsvertreterin Amelia, die er bei ihrem ersten Besuch äußerst ruppig behandelt hat, will ihm nicht mehr aus dem Kopf. A. J. scheint das Glück wiedergefunden zu haben, als das Leben mal wieder beweist, dass es voller willkürlicher Überraschungen steckt.

Meine Meinung:

„Die Widerspenstigkeit des Glücks“ von Gabrielle Zevin ist ein zauberhafter Roman, der mich nach einer zaghaften Einführung schnell für sich gewinnen konnte. Eine junge und motivierte Verlagsvertreterin, die ihren Beruf mit Herzblut und Leidenschaft ausführt, und ein grimmiger, eigenbrötlerischer Buchhändler, der seine beschauliche Buchhandlung trotz mauer Umsatzzahlen nicht aufgibt – Amelia und A. J. sind wirklich ein schräges Pärchen, das sich zwar nicht auf Anhieb sympathisch ist, die Herzen ihrer Leser aber im Sturm erobert. Und dann kommt da auch noch die kleine Maya ins Spiel, ein aufgewecktes, zweijähriges Waisenmädchen, das plötzlich in A. J.s Buchhandlung sitzt und das gefrorene Herz des Mannes mit ihrer lebhaften Art wieder zum Schlagen bringt.

Zu Anfang hatte ich immer mal wieder meine Zweifel, wie es Zevin schaffen wollen würde, ihre Geschichte, die enormen Entwicklungen ihrer Charaktere und die breite Palette an Emotionen auf so wenig Seiten so authentisch und glaubhaft darzustellen. Durch die vielen Zeitsprünge und Perspektivwechsel – die Autorin gönnt nämlich auch ihren wichtigsten Nebenfiguren ihre Momente im Scheinwerferlicht! – gewinnt man den voreiligen Eindruck, einen Roman in den Händen zu halten, der nur an der Oberfläche kratzt. Dass man mit diesem Bild völlig falsch liegt, beweist Gabrielle Zevin jedoch sehr schnell. Eine Lektorin, die man auf den Seiten des Buches kennenlernt, bringt es auf den Punkt: Gabrielle Zevin beschreibt nicht, sie zeigt. Es spielt sich viel zwischen den Zeilen ab, dass man nicht offensichtlich dargeboten bekommt und dennoch deutlich spürt. Dieses Buch liest man nicht nur mit den Augen, sondern auch mit dem Herzen!

Hach, „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ ist einfach ein Buch zum Wohlfühlen. Gabrielle Zevin erzählt auf nicht einmal 300 Seiten eine Geschichte, die zu Herzen geht. Man begleitet A. J., Maya und Amelia über mehrere Jahre hinweg auf einer Reise, wie sie nur das Leben geschrieben haben kann. Es gibt Höhen und Tiefen, große Schritte voraus und Rückschläge. Glück und Hoffnung gehen plötzlich verloren und finden sich an ungeahnten Stellen wieder. Gabrielle Zevin schreibt mit so viel Gefühl, dass ich mit jeder Faser meines Körpers mit den Charakteren mitgefiebert habe. „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ ist ein Buch voller Emotionen, die einen mit Haut und Haar mitreißen, einen zum Lachen und Weinen bringen, tief berühren und zum Nachdenken bewegen. Es ist ein Roman mit einer rührenden Atmosphäre und einer schönen Message, die mich noch oft an dieses kurzweilige Lesevergnügen denken lassen wird.

Für Bücherwürmer und Vielleser entpuppt sich „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ als heißer Insider-Tipp. Denn neben vielen persönlichen Lese-Tipps von A. J. Finsky höchstpersönlich, mit denen Gabrielle Zevin die einzelnen Kapitel des Romans einleitet, finden sich zwischen den Buchdeckeln unzählige Anspielungen und Referenzen auf andere Geschichten und Autoren. Man trifft in diesem Buch auf Figuren, die das Lesen ebenso sehr lieben wie man selbst und die Buchclubs gründen, um sich über das Gelesene auszutauschen und neue Empfehlungen zu sammeln. Bei so viel Bücherliebe kann man gar nicht anders als sich selbst in dieses Buch zu verlieben – und dabei auch ein kleines bisschen traurig darüber zu sein, dass man Alice Island und seinen Bewohnern nicht auch in Wirklichkeit einen Besuch abstatten kann.

Fazit:

Macht euch einen heißen Kakao, schnappt euch eine Kuscheldecke und legt euch eine Packung Taschentücher parat: Mit dieser Ausrüstung seid ihr bestens für „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ von Gabrielle Zevin gerüstet. Denn die Geschichte des verwitweten Buchhändlers A. J. Finsky, der eines Tages das zweijährige Waisenmädchen Maya in seiner Buchhandlung findet und sie notgedrungen aufnimmt, ist ein Herzensbuch durch und durch. Es ist ein Roman, der einen zum Lachen bringt und zu Tränen rührt, der einen wieder an das Schicksal und all seine Wendungen glauben lässt. Zwischen diesen Buchdeckeln fühlt man sich einfach pudelwohl! Man kann gar nicht anders als sich in die Geschichte und ihre Charaktere zu verlieben. Ja, „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ ist wahrlich ein herzergreifender Lesegenuss, den man ganz im wahrsten Sinne des Wortes mit einem lachenden und einem weinenden Auge zuschlägt. Für „Die Widerspenstigkeit des Glücks“ vergebe ich gute 4 Lurche.

Über die Autorin:

Gabrielle Zevin wurde in New York geboren und studierte Literatur in Harvard. Sie hat bereits mehrere Romane und Drehbücher veröffentlicht, die in über zwanzig Sprachen übersetzt und mit vielen Preisen ausgezeichnet wurden. Heute lebt die Autorin in Los Angeles.

Kommentare:

  1. Mir hat das Buch ebenfalls sehr gut gefallen, einfach eine zauberhafte Geschichte <3
    Gruß Pia

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Pia, du hast so recht! Ein absolutes Wohlfühl-Buch für einen schönen Sonntag, oder? :)
    Liebe Grüße!

    AntwortenLöschen

legal notice. based on design by Charming Templates.