[BotM] Calpurnias faszinierende Forschungen (3)


"Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen" und "Calpurnias faszinierende Forschungen" von Jacqueline Kelly sind zwei Bücher, die mich nicht nur beim Lesen absolut begeistert haben, sondern mich auch über die Seiten hinaus noch lange beschäftigt haben: Weil sie von einer Protagonistin erzählen, die mutig und leidenschaftlich ihren Weg geht, dabei jeglichen gesellschaftlichen Normen trotzt und dazu auch noch unheimlich sympathisch und liebenswert ist! Eines sei euch versprochen: Wer Calpurnia kennenlernt, vergisst sie nie mehr.

Ahhh - ein Bett, ein Buch, ein Kätzchen und ein Sandwich. Mehr braucht man im Leben eigentlich nicht.
(Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen, S. 64)

Calpurnia Tate ist gerade einmal 12 Jahre alt, als sie begreift, dass sie niemals so sein wird, wie ihre Mutter es sich - stellvertretend für die gesamte Gesellschaft des 20. Jahrhunderts - von ihrer Tochter wünschen würde. Das Musizieren und die alltäglichen Dinge des Haushalts, die eine Frau beherrschen können sollte, gehören schlichtweg nicht in ihre Welt. Calpurnia geht viel lieber nach draußen, um Flora und Fauna zu entdecken. Sie ist eine Forscherin - aber dafür nimmt sie natürlich niemand ernst. Frauen und Wissenschaft gehören eben nicht zusammen. Aber von solchen müden Vorurteilen lässt sich Calpurnia nicht beirren. Sie weiß genau, dass sie das Zeug dazu hat. Und den Mut, die Leidenschaft und die nötige Portion Herzblut bringt sie allemal mit.

Ich würde von morgens bis abends lesen und Pfirsiche essen und wäre glücklich und zufrieden. Und sollten irgendwelche jungen Ritter in ihrer Rüstung auf weißen Pferden daherkommen und es wagen, mich anzuflehen - Lass dein Haar herunter! -, dann pfeffere ich ihnen so lange Pfirsichkerne an den Kopf, bis sie wieder abziehen.
(Calpurnias (r)evolutionäre Entdeckungen, S. 22)

Jacqueline Kelly erzählt von einer authentischen und ehrlichen Protagonistin, macht es ihr aber sicherlich nicht einfach, nur weil sie die Heldin ihrer Geschichte ist. Die Autorin schreibt ebenso ehrlich über die Normen der damaligen Zeit und lädt ihre Leser zu einem gut recherchierten und realistischen Blick in die Vergangenheit ein. Das macht die beiden Bücher über Calpurnia Tate sowieso zu absolut lesenswerten Büchern (viel spannender und amüsanter als klassischer Geschichtsunterricht!). Die Steine, die der jungen Entdeckerin in den Weg gelegt werden, sind daher nicht nur kleine Stolpersteinchen, aber zum Glück hat Calpurnia ihren Großvater, seines Zeichens selbst ulkiger Entdecker, der von seiner Enkelin mehr hält als von all seinen Enkeln zusammen. Er gibt Calpurnia den nötigen Rückenwind, wenn sie doch einmal ins Zweifeln gerät.

Ich wünschte, ich hätte Calpurnia schon viel früher kennengelernt. Auch wenn ich beinahe doppelt so alt bin wie sie, habe ich sehr viel von ihr lernen können und aus den Büchern viel für mich mitgenommen. Hätte ich ihre Geschichten lesen können, als ich selbst in ihrem Alter war, hätte mich Calpurnia aber wohl nicht nur beeindruckt, sondern auch verändert. Sie ist eine Protagonistin, die Mädchen Kraft und Mut schenkt, an ihren Träumen festzuhalten, ganz egal, wie wenig Menschen an einen glauben. Calpurnias Neugierde, ihre Leidenschaft und ihr Wissensdurst sind ansteckend und bringen einen dazu, gleich nach dem Lesen auf Entdeckertour zu gehen. Sie ist eine Buchfigur, die in ihren Lesern wirklich etwas bewegen kann - und genau deshalb solltet ihr sie auch um jeden Preis kennenlernen! Seid ehrlich: Nach dem Zitat über die Prinzen wolltet ihr das sowieso! ;)

1 Kommentar:

  1. Hallöchen,
    eine sehr schöne Rezension! Ich kannte die beiden Bücher noch gar nicht, aber das hat sich aufjedenfall geändert, denn sie haben gleich Bekanntschaft mit meiner Wunschliste gemacht. ♥
    Ganz liebe Grüße
    Sara

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