[BotM] Der kleinste Kuss der Welt (2)


In der letzten Woche habe ich euch "Der kleinste Kuss der Welt" von Mathias Malzieu kurz und knapp vorgestellt. Aber seien wir mal ehrlich: Wirklich aufschlussreich ist der Klappentext nicht, oder? Der Textausschnitt gibt einen tollen Einblick in Malzieus traumhafte Schreibe, aber um wen oder was geht es in der Geschichte überhaupt?

Protagonist des märchenhaften Romans ist ein deprimierter Erfinder, der uns mit seinem ganz eigenen Blick auf die Welt durch die Geschichte führt. An einem unvergesslichen Abend, im Théâtre du Renard, verliert er an eine bezaubernde Tänzerin den kleinsten Kuss der Welt - und sie gleich mit dazu. Denn innerhalb des kurzen Augenblicks, in dem sich ihre Lippen berührten, ist die Tänzerin verschwunden. Ihren Atem und ihre Schritte kann er noch hören, also muss sie noch da sein. Unsichtbar für ihn und die Welt. Und er weiß ganz genau: Er muss sie wiederfinden! Aber wie, in einer großen Stadt wie Paris?

Unerwartete Hilfe findet er ausgerechnet bei seiner Apothekerin, der stillen und schüchternen Louisa. Sie empfiehlt ihm einen passionierten Detektiv, der aussieht wie ein Eisbär mit Brille. Eigentlich hat der Detektiv Gaspard Neige seinen Beruf längst an den Nagel gehängt, doch in seinen jungen Jahren war er ein verflixt guter "Sirenenjäger", ein Frauenheld durch und durch. Die schönsten und berühmtesten Frauen seiner Zeit hat er um seinen Finger gewickelt. Wäre also könnte dem deprimierten Erfinder besser bei der Suche nach der unsichtbaren Tänzerin helfen als er?

Gaspard Neige hätte all seine Erfahrungen allerdings nie ohne seinen treuen Begleiter und Helfer machen können: Elvis, dem blauen Papagei. Laut Gaspard Neige ist Elvis die "begnadetste Spürnase der Tierwelt. [...] Der Papagei ist besser als jeder Schäferhund, der auf Einbrecher abgerichtet ist, nur ist er eben auf wunderschöne Frauen spezialisiert" (S. 13). Und nicht nur das: Elvis ist quasi auch ein mobiles Tongerät mit schier unendlichem Speichervermögen! Zu Gaspards privatem Vergnügen stehen viele seiner abgespeicherten Laute in direkter Verbindungen mit den schönen Frauen, die er in seinem Leben kennengelernt hat - und diese sind alles andere als jugendfrei...

Nun denn: Eben diesen Elvis stellt Gaspard Neige dem deprimierten Erfinder zur Seite, um die unsichtbare Tänzerin ausfindig zu machen. Ob ihm das gelingen wird? Der sehnsuchtsvolle Held muss all seinen Mut und all seinen Erfindergeist in die Hand nehmen, wenn er sich dieser schwierigen Herausforderungen stellen will!

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