[BotM] Der kleinste Kuss der Welt (4)


Der deprimierte Erfinder verliert im Théâtre du Renard den kleinsten je verzeichneten Kuss an eine bezaubernde Tänzerin, die daraufhin ihre Sichtbarkeit verliert. Für Malzieus Protagonisten ist klar: Er muss seine Tänzerin wiederfinden.

»Und sei es nur, um meine Sammlung zu vervollständigen, die bisher nur aus einem einzigen Exemplar bestand. Meine Sammlung kleinster je verzeichneter Küsse.« (S.10)

Aber wie findet man eine Frau wieder, die man nicht sehen kann? In einer Stadt wie Paris? Der deprimierte Erfinder bekommt von einem alten Detektiv einen Papageien zur Seite gestellt, der auf wunderschöne Frauen spezialisiert ist. Aber die Sehnsucht des Erfinders ist zu groß, um tatenlos auf Neuigkeiten zu warten. Er gibt dem Papageien Nachrichten mit auf seine Suchflüge und schreibt dazu Plakate voller skurriler und dennoch faszinierender Gedichte, die die unsichtbare Tänzerin dazu verlocken sollen, sich zu melden.

»Wenn ich schon nicht mit ihr sprechen konnte, würde ich eben von ihr sprechen.« (S.30)

Eben diese kleinen, feinen Textfetzen findet man auf den letzten Seiten des Romans in einer grafisch bezaubernden Darstellung - so, wie der deprimierte Erfinder sie in ganz Paris aufgehangen hat. Ob sich die unsichtbare Tänzerin in diesen Texten wiedergefunden und - und das ist wohl viel wichtiger! - sich beim Erfinder gemeldet hat?

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