Rezension: "Black Blade: Das eisige Feuer der Magie"

Jennifer Estep // Vanessa Lamatsch // IVI // 368 Seiten // Klappbroschur // 14,99€ // 9783492703284 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Die siebzehnjährige Lila Merriweather führt ein Leben voller Lügen. Als Waise haust sie heimlich im Keller der Bibliothek, und während sie am Vormittag die Schulbank drückt, ergaunert sie sich in der Nacht als Auftragsdiebin ihren Lebensunterhalt. Ihre magischen Talente und ihre besonderen Fähigkeiten mit diversen Waffen helfen Lila dabei, stets im Verborgenen zu bleiben. Doch dann gerät sie versehentlich mitten in einen Anschlag auf den Sohn eines mächtigen Familien-Clans, der über Teile der magischen Stadt Cloud Falls regiert. Sie rettet ihn – und trifft damit eine Entscheidung, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen wird: Lila wird als seine neue Leibwächterin angestellt und nimmt damit eine entscheidende Rolle in den blutigen Auseinandersetzungen ein, die die Clans untereinander spinnen. Plötzlich muss Lila ihr Leben tagtäglich aufs Spiel setzen, um einen Jungen zu beschützen, den sie aus tiefstem Herzen hasst...

Meine Meinung:

Mit „Das eisige Feuer der Magie“ startet Jennifer Estep, die sich hierzulande durch die „Mythos Academy“ bereits einen Namen gemacht hat, in ihre neue Reihe „Black Blade“. Auch diese Serie richtet sich vornehmlich an junge Erwachsene, die von Urban Fantasy mit einem ordentlichen Schuss Romantik nicht genug bekommen können: Die fiktive Stadt Cloud Falls wird von magisch begabten Familien-Clans regiert, die der Mafia mit ihren korrupten Denkweisen und blutigen Entscheidung alle Ehre machen. Und Lila, die siebzehnjährige Protagonistin, die sich als geschickte Diebin ihren Lebensunterhalt ergaunert, ist die letzte, die etwas mit ihnen zu tun haben will.

Gleich zu Beginn lernt man Lila Merriweather, die auch als Erzählerin ihrer Geschichte fungiert, während eines Auftrags kennen und wird Zeuge ihrer flinken Finger und ihres frechen Mundwerks. Trotz des rasanten Starts und der sehr toughen Protagonistin fiel mir der Einstieg in den Roman nicht leicht. Stellenweise vergab Jennifer Estep mal zu viele, mal zu wenige Informationen über die Strukturen der Stadt, der Magie und der Familien-Clans. Es war vor allem Jennifer Esteps flüssiger Schreibstil, der mich durch die ersten Kapitel trug, bis die Handlung für mich die richtige Balance aus mitreißenden und informativen Sequenzen erreicht hatte.

Da „Black Blade: Das eisige Feuer der Magie“ mein erstes Buch von Jennifer Estep ist, kann ich mich zu den vermeintlichen Parallelen zu ihrer eigenen „Mythos Academy“-Reihe nicht äußern. Fakt ist aber: Nachdem ich erst einen Draht zur Geschichte aufgebaut hatte, fühlte ich mich bis zur letzten Seite sehr gut unterhalten. Die korruptete Mafia-Thematik, die Idee der magischen Talente und die Mischung aus blutigen Kämpfen und witzigen Dialogen macht „Black Blade“ zu einem tollen Lesevergnügen. Auch die Liebesgeschichte fügt sich gut in die Rahmenhandlung ein, ohne sich aufzudrängen.

Lila ist zweifelsohne eine mutige Protagonistin, die man nicht unterschätzen sollte. Mit ihrem magischen Talent und ihren außergewöhnlichen Fähigkeiten stellt die junge Frau, die vor keiner noch so blutigen Entscheidung zurückschreckt, eine ernst zu nehmende Kämpferin dar. Anfangs kämpft Lila nur für sich selbst und um ihr eigenes Wohl, doch je mehr Zeit sie mit den anderen Charakteren verbringt, desto stärker taut sie auf. Obwohl ich Lilas Gedanken und Gefühle nicht immer nachvollziehen konnte, konnte sie mit ihrer Entwicklung bei mir punkten. Die ersten Schritte von der egoistischen Diebin zur überwältigenden Kick-Ass-Diebin hat Lila bereits gewagt.

Wesentlich größere Kritik habe ich an Esteps Nebencharakteren. Bis auf zwei oder drei Figuren, die mich durch ihre Wesenzüge oder ihre Magie neugierig machen konnten, waren die Charaktere für mich nicht mehr als ein großer Haufen an oberflächlichen Rollenspielern. Keiner von ihnen ist mir besonders ans Herz gewachsen oder konnte mich mit Tiefe überzeugen. Dabei hätten die meisten von ihnen in Esteps Weltenidee überragende Rollen einnehmen können, stattdessen bleiben sie stereotype Figuren mit verschenktem Potenzial.

Fazit:

„Das eisige Feuer der Magie“ von Jennifer Estep ist der Auftakt ihrer neuen Buchreihe „Black Blade“, die nach der „Mythos Academy“-Serie für mitreißenden Lesenachschub im All-Age-Bereich sorgt. Die Geschichte der flinken Diebin Lila Merriweather, die sich im von korrupten Familien-Clans beherrschten Cloud Falls durchkämpft, bietet eine gelungene Mischung aus Action, Spannung und Romantik. Obwohl ich zunächst mit einem zähen Einstieg zu kämpfen hatte, konnte mich Estep mit ihrer Geschichte schnell überzeugen und mit einer toughen Protagonistin bestens unterhalten. Der Auftakt bietet definitiv noch Luft nach oben und ich bin gespannt, wie es mit Lila weitergehen wird. Für „Black Blade: Das eisige Feuer der Magie“ vergebe ich 4 Lurche.

Jennifer Estep auf der Frankfurter Buchmesse:

Über die Autorin:

Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erschien bisher ihre All-Age-Serie um die »Mythos Academy« sowie die Urban-Fantasy-Reihe »Elemental Assassin«.

1 Kommentar:

  1. Hi Lurchi! ♥

    Das klingt doch sehr vielversprechend! Ich hab bisher leider noch gar nichts von Jennifer Estep gelesen - höre allerdings durch und durch Gutes von ihren Büchern! :)
    Vielleicht sollte ich mir die Reihe mal näher ansehen *smile*

    Hab einen schönen Abend! LG ♥
    Nana

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