R7S: "Gelöscht"

© Coppenrath
"Gelöscht" von Teri Terry
Coppenrath // 432 Seiten // gebunden // 17,95€ // 9783649611837

Worum geht's?

Kyla wurde geslatet: Durch eine Operation wurden ihre Erinnerungen ausgelöscht. Durch diesen Eingriff will die Regierung kriminellen und auffälligen Jugendlichen eine zweite Chance geben, um sich in die Gesellschaft zu integrieren. Kyla merkt jedoch schnell, dass bei ihr etwas schief gelaufen sein muss: Sie erinnert sich, wenn auch nur vage, an grausige Momente aus ihrer Vergangenheit. Doch je intensiver sich Kyla mit ihrem alten Ich auseinandersetzt, desto bewusster wird ihr, dass sie sich Tatsachen stellen muss, denen sie nicht gewachsen ist...


Meine Rezension in sieben Sätzen/Punkten:

  1. Nachdem ich die ersten Seiten gelesen hatte, war ich von Teri Terrys Idee des „Slatings“ absolut angefixt: Jugendliche mit Problemen oder schweren Vergangenheiten, deren Erinnerungen gelöscht werden, um ihnen einen Neuanfang in die Gesellschaft zu bieten? Genial!
  2. Im Verlauf der Handlung flossen immer mehr gute und interessante Aspekte in die Geschichte, aber leider gab es zwischen den erkenntnisreichen und aufregenden Szenen auch meist träge Kapitel.
  3. Die Protagonistin Kyla ist im Großen und Ganzen eine angenehme Protagonistin, wenn auch sehr naiv und besonders in ihren Entscheidungen, wem sie vertrauen will und wem nicht, nicht ganz nachvollziehbar.
  4. Die Nebencharaktere sind scheinbar nicht die, die sie vorgeben zu sein, und machen sich mit ihrem Facettenreichtum äußerst interessant. Hier bietet sich noch viel Potenzial, das Teri Terry in den Folgebänden ihrer Trilogie hoffentlich nutzen wird!
  5. Am meisten hat mich beeindruckt, dass es die Autorin geschafft hat ihren Lesern das Gefühl zu vermitteln, als würde man eine schaurige Zukunftsvorstellung lesen, die in nicht allzu ferner Zukunft tatsächlich so eintreten könnte.
  6. Weniger gut gefallen hat mir der viel zu abrupte Schluss, der einen ganz plötzlich mit so vielen Fragen überhäuft, dass man beinahe vor Verzweiflung nach der Fortsetzung schreit!
  7. Der Schreibstil in drei Worten: spannend, fesselnd, flüssig.

Mein Fazit:

„Gelöscht“ von Teri Terry ist ein solider Auftakt einer Jugendbuch-Trilogie, die sich in die breite Masse der Dystopien einfügt, aber mit tollen Ideen hervorstechen kann. Terrys Welt, die sich in nicht allzu ferner Zukunft ansiedelt und sich durch das „Slating“, das Auslöschen von Erinnerungen, beschäftigt, ist realistisch und authentisch. Nichts an diesem Roman wirkt so weit hergeholt, dass es nicht auch in Wirklichkeit geschehen könnte, und sorgt damit für eine tolle und mitreißende Atmosphäre! Teri Terrys fesselnder Schreibstil tut sein Übriges, um „Gelöscht“ zu einem wahren Pageturner werden zu lassen. An der Handlung hätte Teri Terry an einigen Stellen sicherlich noch ein wenig feilen können, es sind jedoch vor allem die Charaktere, die ernüchtern. Protagonistin Kyla ist eine sehr naive Figur, deren Entscheidungen man nicht immer nachvollziehen kann. Eines steht für mich jedoch ganz klar fest: Kyla kann mehr – und in dieser Trilogie steckt noch jede Menge Potenzial! Für „Gelöscht“ vergebe ich sehr gute 3 Lurche.

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