Rezension: "Light & Darkness"

Laura Kneidl // Carlsen // 400 Seiten // Taschenbuch // 4,99€ // 9783551314956 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Seit die Existenz paranormaler Wesen bekannt ist, hat sich vieles verändert. Um die Sicherheit aller zu garantieren und ein friedliches Zusammenleben zu ermöglichen, werden die Paranormalen einem Delegierten - einem speziell ausgebildeten Menschen - zugeteilt, der für sein Wohlergehen in der Gesellschaft verantwortlich ist. Für die junge Delegierte Light ist es nun an der Zeit, ihr erstes Wesen zu bekommen. Doch ausgerechnet bei ihr kommt es zu einem Fehler. Während Mensch und Wesen normalerweise aufeinander abgestimmt werden, wird der liebenswerten Light der aufsässige Dämon Dante zugeteilt. Light lässt den Kopf nicht hängen und möchte trotzdem eine gute Delegierte für Dante sein, aber der Dämon macht es ihr alles andere als leicht…

Meine Meinung:

„Light & Darkness“ ist das Debüt der jungen Autorin Laura Kneidl. Für uns Blogger ist sie jedoch keine Unbekannte, denn Laura ist selbst Bloggerin und schreibt auf „The Mortal Bookshelf“ über ihr Leben mit Büchern, die sie entweder liest oder selbst schreibt. Mit „Light & Darkness“ ist ihr ihre erste Veröffentlichung gelungen – und diese wurde so begeistert aufgenommen, dass der ursprünglich nur als eBook geplante Roman nun auch als Print erscheinen ist. Eine Fantasy-Geschichte mit frischer Idee und einem Hauch von Dystopie, die von allen Seiten umschwärmt wird und zudem aus der Feder einer Bloggerin stammt, da kann man ja nur neugierig werden!

Die Geschichte spielt in einer fiktiven Stadt in unserer Welt, allerdings einige Jahre in der Zukunft. Nach dem Vampir-Hype unserer Zeit – ein von Laura Kneidl amüsant eingewobener Fakt, der mich zum Schmunzeln brachte – haben sich immer mehr paranormale Wesen zu erkennen gegeben, sodass sich die Gesellschaft um ein System bemühen musste, das die Sicherheit beider Seiten garantiert. Ergebnis ist das System der Delegierten: Jedem Delegierten wird ein paranormales Wesen zugeteilt, für dessen Wohlergehen sie oder er sorgen muss. Laura Kneidl erklärt in „Light & Darkness“, wie dieses System funktionieren sollte und welche Gedanken hinter dessen Entwicklung stecken. Besonders die einzelnen Artikel aus dem Buch der Delegation, die man zu Beginn eines jeden Kapitels zu lesen bekommt, erlauben tiefe Einblicke. Der jungen Autorin ist damit wirklich eine großartige Idee gelungen, die fasziniert und fesselt. Nichtsdestotrotz blieb mir die Gesellschaft, in der Light und Dante leben, für meinen Geschmack und meine Liebe zum Detail noch zu blass. Ich hätte gerne noch viel mehr Hintergrundinformationen erhalten, denke aber, dass Laura Kneidl für die breite Masse ein gelungenes Mittelmaß gefunden hat.

Protagonistin Light ist eine junge Delegierte, für die es nun an der Zeit ist, ihr erstes Wesen zugeteilt zu bekommen. Mit ihren guten Noten und ihrem wohlerzogenen Charakter zählt Light zu den Talenten ihres Jahrgangs. Doch ausgerechnet bei ihr macht das System einen Fehler: Sie bekommt den Dämonen Dante zugeteilt – und das trotz der strengen Regel, die besagt, dass Delegierter und Wesen dem gleichen Geschlecht angehören müssen. Light lässt sich von diesem Fehler allerdings nicht entmutigen. Sie möchte Dante trotzdem eine gute Delegierte sein und bleibt stets freundlich, auch wenn ihr Dämon es ihr alles andere als leicht macht. Sie ist liebenswert, rundum sympathisch, und wächst während ihrer Zeit mit Dante über sich hinaus.

Ihr Wesen, der Dämon Dante, ist das genaue Gegenteil von Light. Er hält nicht viel von Regeln und Vernunft scheint für ihn ein Fremdwort zu sein. Mit gerade einmal zwanzig Jahren gehört Dante zwar noch fast zu den Kindern der Dämonen, aber dies merkt man ihm kaum an. Mit seinem losen Mundwerk und seiner frechen Zunge macht Dante seiner paranormalen Spezies alle Ehre. Hinter der Fassade des dämonischen Bad-Boys hat Dante allerdings noch viel mehr zu bieten. Seine Persönlichkeit und seine Geschichte sind viel tiefgreifender, viel eindringlicher, als er es Light zunächst glauben machen will. Je mehr Dante und seine Delegierte jedoch gemeinsam durchstehen müssen, desto deutlicher wird sein wahrer Charakter. Dante gehört definitiv zu jenen Figuren, die Leserinnen mit einem Faible für böse Jungs in Windeseile um den Finger wickeln können.

Die Beziehung zwischen Light und Dante liegt ganz klar im Vordergrund der Handlung, hat diesen Fokus aber auch mehr als verdient. Die Delegierte und der Dämon sind ein geniales Pärchen, das nicht unterschiedlicher sein könnte und doch zusammenpasst wie Topf und Deckel. Mit ihren witzigen Dialogen, den prickelnden Schlagabtäuschen und den fliegenden Funken zwischen ihnen wachsen einem Light und Dante schnell ans Herz. Sie verleiten zum Mitfühlen und –fiebern und sorgen für kurzweiliges Vergnügen. Dabei kommt die romantische Seite natürlich nicht zu kurz. Geht Light trotz Dantes anzüglichen Sprüchen zunächst noch zaghaft mit ihm um, kommen Romantasy-Fans spätestens ab der zweiten Hälfte voll auf ihre Kosten.

Light und Dante müssen sich nicht nur dem großen Abenteuer stellen, das sie selbst füreinander darstellen, sondern auch zwei gefährlichen Banden, die es auf sie abgesehen haben. Die Censio, die es sich zum Ziel gesetzt haben, das System der Delegierten zu stürzen, und die Impia, die die Paranormalen gänzlich auslöschen müssen, sind zwei extreme Gruppierungen, die zu mindestens ebenso extremen Mitteln greifen. Besonders Dante, dessen Vergangenheit mit einer dieser Organisationen verknüpft ist, schwebt in großer Gefahr. Auch wenn die Censio und die Impia viel Spannung in das Geschehen bringen, kamen sie mir im Großen und Ganzen leider noch zu kurz. Gerne hätte ich noch mehr über sie, ihre Mitglieder, ihre Machenschaften und ihre Beweggründe erfahren.

Fazit:

„Light & Darkness“, das Debüt der jungen Autorin Laura Kneidl, ist ein gelungener Fantasy-Roman mit leichten Dystopie-Elementen. Die Geschichte um die Delegierte Light und ihr Wesen, den Dämon Dante, fasziniert mit einer neuen Idee, die selbst Viellesern zu gefallen weiß, und bietet dank der tollen Charaktere und den spannenden Entwicklungen mitreißenden Lesespaß. Auch wenn für meinen Geschmack ein paar Hintergrundinformationen mehr dem Roman gut getan hätten, ist „Light & Darkness“ stimmig. Alles in allem ein Debüt, das ich gerne weiterempfehlen kann. Kein Wunder, dass der ursprüngliche eBook-Titel nun auch als Print erschienen ist! Für „Light & Darkness“ vergebe ich 4 Lurche.

Über die Autorin:

Laura Kneidl, 1990 geboren, wuchs in der Nähe von Erlangen auf. Heute studiert sie an der Hochschule der Medien "Bibliotheks- und Informationsmanagement". Inspiriert von zahlreichen Fantasyromanen begann sie 2009 an ihrem ersten eigenen Projekt zu schreiben. Neben dem Verfassen von Romanen gilt ihr Interesse dem Lesen und Rezensieren solcher, weshalb sie einen eigenen Bücherblog betreibt. Seit Anfang 2013 ist sie Mitbegründerin des Schreibwahnsinns, einer Gruppe möwenverrückter Autoren, die gerne über das Schreiben schnattern.

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