Rezension: "Throne of Glass - Erbin des Feuers"

Sarah J. Maas // Ilse Layer // dtv // 656 Seiten // Taschenbuch // 11,95€ // 9783423716536 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Celaena Sardothien ist in Wendlyn angekommen – und sie denkt nicht einmal im Traum daran, den Auftrag des Königs zu erfüllen. Die Narbe in ihrer Hand erinnert sie stets an den Schwur, den sie geleistet hat, und Celaena würde sogar ihr Leben opfern, um ihr Versprechen zu halten. In Wendlyn erhält sie eine einmalige Chance. Dafür muss sie sich jedoch ihrer Vergangenheit stellen – und dem mit ihr verbundenen Geheimnis, das alles verändern wird …

Meine Meinung:

Nach dem fulminanten zweiten Band der „Throne of Glass“-Serie dachte ich, endlich die Richtung erkannt zu haben, in die Sarah J. Maas für ihre High-Fantasy-Saga lenken würde. Ich dachte, die Charaktere durchschaut, die Irrungen und Wirrungen der Geschichte verstanden zu haben. Heilige Götter, was habe ich mich getäuscht …

„Erbin des Feuers“ ist mit über 650 Seiten der bisher längste Band der Reihe – und so viel sei vorweggenommen: Es ist auch der bisher stärkste! Die Handlung schließt beinahe nahtlos an die Geschehnisse des Vorgängers an. Celaena ist in Wendlyn angekommen, denkt aber nicht einmal im Traum daran, dem Auftrag des Königs von Aderlan nachzugehen. Sie will den Schwur erfüllen, den sie ihrer Freundin geleistet hat, und macht sich im magischen Wendlyn auf die Suche nach Antworten auf all ihre Fragen.

Mit dem Ortswechsel kommen jede Menge neuer Charaktere ins Spiel, die im weiteren Handlungsverlauf entscheidende Rollen einnehmen werden. Sie alle sind so eigen, so facettenreich und voller eigener Geschichten, die erzählt werden wollen. Man mag sich kaum entscheiden, wer von ihnen den Titel „vielversprechendste neue Figur“ am meisten verdient hätte, weil jeder mit seinen eigenen Geheimnissen und Fähigkeiten zu faszinieren weiß. Meine ganz persönlichen Highlights waren Manon und Abraxos, die mich mit ihrer Stärke und ihrem unbezwingbaren Willen regelrecht vom Hocker gerissen haben.

Durch die vielen Charaktere und die mit ihnen verbundenen neuen Handlungsstränge, entpuppten sich die zahlreichen Perspektivwechsel zugleich als Segen und Fluch. Sarah J. Maas konzentriert sich nämlich nicht ausschließlich auf ihre Protagonistin, sondern lässt allen wichtigen Figuren ihre mehr als verdiente Aufmerksamkeit zukommen. Sie erhalten genügend Freiraum, um sich beweisen und weiterentwickeln zu können. Allerdings enden so viele Kapiteln mit kleinen Cliffhangern, die erst einige Seiten später wieder aufgegriffen werden, weil zunächst ein anderer (nicht weniger interessanter!) Handlungsstrang in den Vordergrund tritt – nur um dann später ebenfalls mit einem fiesen Cliffhanger abgelöst zu werden. Wer „Erbin des Feuers“ liest, braucht entweder ein gutes Nervenkostüm oder jede Menge Lesezeit, anders ist die konstant mitreißende Spannung kaum auszuhalten! Die Autorin weiß genau, wie man eine Leserschaft an den Seiten kleben lässt.

Neben all den Neuerungen des dritten Bandes, den neuen Figuren, Ortschaften und Begebenheiten, kommen die altbekannten und heiß geliebten Elemente der „Throne of Glass“-Serie dennoch nicht zu kurz. Chaol, Dorian und allen voran natürlich Celaena glänzen wie eh und je und setzen im Verlauf der Handlung sogar noch ordentlich einen drauf. Jeder von ihnen verfolgt einen eigenen spannungsvollen und atemberaubenden Faden der Geschichte, die sich mit jedem Kapitel intensiver miteinander verweben und ein nervenzerreißendes Gesamtbild ergeben. Chaol und Dorian nimmt man mit ihren extremen Entwicklungen schon gar nicht mehr als Nebencharaktere, sondern als Mitprotagonisten wahr, die gemeinsam mit Celaena für die Epik der Saga verantwortlich sind.

Während ich „Erbin des Feuers“ las, konnte ich mir beim besten Willen nicht mehr erklären, warum ich Celaena in „Die Erwählte“ als Enttäuschung empfand, und wollte mich dafür am liebsten selbst ohrfeigen. Celaena gehört zu den stärksten Protagonistinnen, die mir je begegnet sind, und hat mich in diesem Band regelmäßig aus den Socken gehauen. Sie ist eine mutige und unbezwingbare Kriegerin, die trotz ihres stählernen Willens nicht perfekt ist und auch Fehler macht. Celaena weiß genau, was es heißt, zu fallen und gebrochen zu werden und dennoch nicht die Kraft zu verlieren, wieder aufzustehen. Sie ist der Inbegriff von Wahnsinn – in all seinen Bedeutungen – und so vielschichtig, so originell wie kaum eine andere Heldin der Buchwelt.

Und das Ende? Wer die ersten beiden Bände kennt, wird sich denken können, was auf den letzten Seiten auf die Leser wartet: Ein unglaublicher Abschluss, der einen zähneknirschend, nach Luft schnappend und schreiend wieder in die Realität entlässt. Dabei wünscht man sich in diesem Moment nichts sehnlicher als die Fortsetzung …

Fazit:

Epischer geht es kaum: Mit „Erbin des Feuers“, dem dritten Band der High-Fantasy-Saga „Throne of Glass“, hat Sarah J. Maas nicht nur den bisher längsten Band ihrer Serie abgelegt, sondern auch den stärksten! Es wird noch fesselnder, noch mitreißender, noch atemberaubender. Mit dem Ortswechsel kommen viele neue, sehr interessante Charaktere ins Spiel, deren Handlungsstränge sich perfekt in das dichte Netz der Geschichte einfügen und dunkle Geheimnisse offenbaren. Die Atmosphäre bleibt von der ersten bis zur letzten Seite stimmungsvoll, aufregend und teilweise auch sehr emotional, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will. „Erbin des Feuers“ hat mich absolut aus den Socken gehauen, denn solch einen epischen Lesespaß habe ich schon lange nicht mehr in den Händen gehalten! Und Celaena, die starke und unbezwingbare Bad-Ass-Queen, setzt dem Ganzen natürlich noch das Krönchen auf. Für „Erbin des Feuers“ vergebe ich voller feuriger Vorfreude auf den nächsten Band 5 Lurche!

Über die Autorin:

Sarah J. Maas wuchs in Manhattan auf und lebt seit einiger Zeit mit Mann und Hund in Pennsylvania. Bereits mit dem ersten Entwurf zu ›Throne of Glass‹ sorgte sie für Furore: Mit 16 veröffentlichte sie ›Queen of Glass‹ (so der damalige Titel) auf einem Online-Forum für Autoren und initiierte damit eines der frühesten Online-Phänomene weltweit.

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