Rezension: "Another Day In Paradise"

Laura Newman // Books on Demand // 396 Seiten // gebunden // 20,49€ // 9783738646092 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Naya und Summer kennen sich seit ihrer Kindheit und sind die besten Freundinnen. Früher haben sie zusammen über Jungs gekichert, Klamotten geshoppt – heute kämpfen sie gemeinsam ums nackte Überleben. Eine grausame Seuche hat ganz Texas dahingerafft und den Großteil der Bevölkerung in seelenlose Mutanten verwandelt, die nur noch das Töten im Sinn haben. Zusammen mit den beiden Jungen Sam und Gadget ziehen Naya und Summer durch das apokalyptische Texas, auf der Suche nach Schutz, Nahrung und anderen Überlebenden. Ihre große Hoffnung ist eine Militärbasis an der Küste. Doch der Weg dahin ist beschwerlich – und jeder Tag droht, ihr letzter zu sein.

Meine Meinung:

„Another Day In Paradise“ von Laura Newman ist der Auftakt einer neuen Buchreihe, deren Handlung sich inmitten eines apokalyptischen Endzeit-Szenarios positioniert. Eine Seuche ist über Texas eingebrochen, die ihre Opfer in undurchschaubare Killer mutieren lässt. Nur wenige Menschen sind übrig, die in der Hoffnung auf Rettung ums nackte Überleben kämpfen. Fast alle haben ihre Familien in Ungewissheit zurücklassen müssen oder gar sterben sehen. So auch Naya, Summer, Sam und Gadget – eine kleine Gruppe junger Erwachsener, die sich zusammengeschlossen hat, um gemeinsam nach einem Weg aus der Hölle zu suchen.

Mit der ersten Seite ist man sofort mitten im Geschehen: „Ein neuer Tag im Paradies“. Mit dieser Parole beginnen die vier Verbündeten jeden Tag, um sich gegenseitig zu versichern, dass sie nicht zu den Infizierten der Seuche gehören. Dann heißt es: Sachen packen, weiterziehen, sich gegen Deadheads behaupten und in verlassenen Wohngebieten nach Nahrung und Trinkwasser suchen. Überleben ist das einzige, das noch zählt, doch auf diesem blutigen und brutalen Roadtrip ist das viel leichter gesagt als getan. Für meinen Geschmack hätte Laura Newman gerne noch eine ordentliche Portion Brutalität draufpacken können, aber auch so liest sich „Another Day In Paradise“ spannend und rasant.

Das liegt nicht zuletzt auch an Laura Newmans packendem Schreibstil, der einen schnell in einen lockeren Lesefluss zieht und einem auch Bilder von ekelerregenden Deadheads vor das innere Auge zaubert, die zarte Gemüter wahrscheinlich gar nicht sehen wollen. „Another Day In Paradise“ ist bei weitem nicht so grausam und abscheulich wie etwa die „Ashes“-Reihe von Ilsa J. Bick, aber dennoch nicht für zu junge oder sanfte Leser zu empfehlen. Das gesamte Setting von „Another Day In Paradise“ ist packend und fordert auf schreckliche Weise seine Opfer. Vor Albträumen ist man nicht sicher, wenn man vor dem Schlafengehen noch ein paar Seiten lesen möchte!

Die Deadheads, wie sie von Nayas Gruppe genannt werden, sind die große Bedrohung in „Another Day In Paradise“. Im Gegensatz zu den klassischen Zombies sind die Deadheads allerdings nicht tot. Die Seuche tötet sie nicht, sie entfachtet in den Infizierten einen unbändigen Zorn. Die Sucht nach roher Gewalt, das Verlangen zu Töten dominiert ihr Gehirn und scheint alle anderen Funktionen auszuschalten. Das macht sie nicht unbedingt zu den schlausten, aber dennoch zu furchterregenden Gegnern, denen man ganz sicher nicht begegnen möchte.

Obwohl ich so manches Mal über einen kleinen Rechtschreib- oder Zeichensetzungsfehler stolperte und mir ein paar Dinge in der Geschichte nicht ganz logisch erschienen, konnte mich „Another Day In Paradise“ fesseln und überzeugen. Ich mochte die Atmosphäre des Romans, die Dynamik zwischen den Charakteren und die düsteren Geheimnisse, die sich um die Seuche winden. Gespannt, wie Laura Newman ihre Geschichte auflösen würde, hing ich an den Seiten und mochte das Buch nur selten unterbrechen. Sogar die zarte Romanze, die sich im Verlauf der Handlung anbahnt, empfand ich innerhalb des apokalyptischen Settings nicht als störend, sondern als gelungene und authentische Fügung. Je näher das letzte Kapitel rückte, desto nervöser wurde ich allerdings aufgrund der vielen offenen Fragen und Handlungsstränge. Gänzlich zufrieden bin ich mit dem Abschluss von „Another Day In Paradise“ nicht, aber ich hoffe, dass Laura Newman die Fortsetzung nutzen wird, um endlich Licht ins Dunkel zu bringen.

Naya ist die Protagonistin und Erzählerin der Geschichte. Mit ihren jungen 17 Jahren musste sie, genau wie ihre Teamkollegen, schon grausamen Dingen ins Auge blicken. Nichtsdestotrotz hat sich die mutige Naya von den Geschehnissen niemals unterkriegen lassen. Sie ist eine mutige und tapfere Protagonistin, die durchaus ihrem Alter entsprechend zweifelt und sich von Emotionen lenken lässt, aber das hat sie in meinen Augen sehr natürlich wirken lassen.

Jeder in Nayas Gruppe hat seine Stärken und Schwächen, was sie zu einem guten Team zusammenschweißen lässt: Sam ist der geborene Anführer, Gadget ein Tüftler-Genie und Summer, eigentlich das aufgedrehte Mitglied der Truppe, hat ein besonderes Talent für die medizinische Versorgung. Auch als sie später auf weitere Überlebende treffen, bleiben einem die bunt gemischten Charaktere stets sympathisch. Leider ist einem schon von Anfang an klar, dass in einer mörderischen Apokalypse nicht alle mit dem Leben davonkommen werden und man sich von einigen Figuren schon vor der letzten Seite verabschieden muss. Laura Newman hat ihre Figuren bis an ihre Grenzen getrieben, im Rahmen der Geschichte gute Rollen für sie gefunden und sie mit ansprechenden – oder ganz bewusst nicht ansprechenden – Facetten versehen.

Fazit:

„Another Day In Paradise“ von Laura Newman ist der Auftakt einer Buchreihe, die im apokalyptischen Texas angesiedelt ist. Protagonistin Naya und ihre kleine Gruppe suchen auf einem blutigen und spannenden Roadtrip durch Texas nach Sicherheit und Antworten auf die Frage, was es mit der furchterregenden Seuche auf sich hat, die beinahe die gesamte Bevölkerung in seelenlose Deadheads verwandelt hat. Laura Newmans toller Schreibstil, die grauenerregende Handlung sowie die bunt gemischten Charaktere machen „Another Day In Paradise“ zu einem spannenden Lesevergnügen, in dem für meinen Geschmack sogar noch etwas mehr Blut hätte fließen können. Ein paar logische Ungereimtheiten sowie die vielen offenen Fragen haben meinen Spaß an dem Reihenauftakt etwas geschmälert, aber da ich zuversichtlich bin, dass Laura Newman in der Fortsetzung für Aufklärung sorgen wird, drücke ich hier gerne noch ein Auge zu. Für „Another Day In Paradise“ vergebe ich 4 Lurche.

Über die Autorin:

Laura Newman wurde 1983 in Berlin geboren und schrieb bereits als Kind gerne bunte, spannende und fantasievolle Geschichten. Im Laufe ihres Lebens beschäftigte sie sich mit Videoschnitt, Fotografie Mode- und Grafikdesign bis sie schließlich den Beruf des Mediengestalters erlernte und diese Tätigkeit etwa 10 Jahre lang ausübte. 2013 ließ sie ihre Leidenschaft zum Schreiben erneut aufleben und veröffentlichte ihren ersten Roman.

Kommentare:

  1. Die Rezi ist toll! Das Buch steht auch auf meiner Wunschliste. Aber erst will ich die Nachtsonne-Trilogie von ihr lesen :)

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    1. Danke! Die "Nachtsonne"-Trilogie landet sicherlich auch bald auf meinem SuB! :)

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