Rezension: "Soul Beach - Frostiges Paradies"

Kate Harrison // S. Knuffinke, J. Komina // Loewe // 352 Seiten // gebunden // 17,95€ // 9783785573860 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Nachdem sie eine Castingshow gewonnen hatte, stand der hübschen Meggie und ihrer Gesangskarriere nichts mehr im Weg. Aber dann kam alles anders - und nun ist Meggie tot. Ermordet. Und niemand weiß, wer der Mörder ist... Alice kann den Verlust ihrer Schwester noch immer nicht begreifen, geschweige denn akzeptieren. Als sie am Tag der Beerdigung eine Mail von ihrer toten Schwester bekommt, glaubt Alice erst an einen verrückten Stalker, der sich einen schlechten Scherz erlaubt. Doch als sie von Meggie eine Einladung zum virtuellen "Soul Beach" erhält, einer exklusiven Online-Welt, siegt ihre Neugier. Alice registriert sich - und trifft im Netz auf ihre tote Schwester...

Meine Meinung:

Mit "Frostiges Paradies", dem ersten Band der "Soul Beach"-Trilogie, startet Kate Harrison in eine spannende Jugendbuch-Reihe, die vor Spannung und Nervenkitzel nur so strotzt. Die Autorin kann ihre Leser bereits nach wenigen Seiten in den Bann ihrer Geschichte ziehen, in der die Trennlinie zwischen realer und virtueller Welt immer stärker zu verwischen droht. Am "Soul Beach", einem wunderschönen Strand im Netz, hausen Seelen, die nicht mehr in die Welt der Lebenden gehören, und führen dort ein sorgenfreies Dasein. Nur besondere Menschen erhalten einen Zugang zum "Soul Beach" - so wie Alice, die dort ihre ermordete Schwester Meggie wiedersehen kann. Eine sonderbare, aber faszinierende Idee, gepaart mit einem gruseligen Häppchen Mystik und grausigen Begebenheiten - der "Soul Beach"-Auftakt bietet die spannenden Lesestunden, die es verspricht.

"Soul Beach" hat ein enormes Suchtpotenzial! Das bekommt nicht nur Protagonistin Alice zu spüren, sondern auch man selbst als Leser. Durch den leichten und zügigen Schreibstil der Autorin und die sehr kurzen Kapitel fliegen einem die Seiten nahezu davon. Kaum hat man ein Kapitel ausgelesen, denkt man sich "Eines schaffe ich noch!" - und ehe man sich versieht, ist "Soul Beach" bereits ausgelesen. Kate Harrison ist mit ihrem Trilogie-Auftakt ein toller Pageturner gelungen.

Die Autorin lässt die Geschichte aus zwei verschiedenen Perspektiven erzählen. Hauptsächlich ist es Alice, die Hauptfigur, die das gesamte Geschehen aus ihrem persönlichen Blickwinkel schildert und uns an ihren Theorien, Vermutungen und sonstigen Gedanken teilhaben lässt. Ab und an hat Kate Harrison aber auch sehr kurze Einwürfe in den Roman eingewoben, die aus der Sicht des Mörders beschrieben werden. Jedes Mal, wenn sich die Geschichte bei Alice zu beruhigen scheint, schießt die Spannung durch diese kurzen Gedankenstränge wieder in die Höhe und sorgen für Herzklopfen. Denn der Mörder liefert nicht nur vage Hinweise auf seine Identität, er deutet auch andere Dinge an, die nichts Gutes verheißen...

Protagonistin Alice hat schwer mit dem Tod ihrer Schwester Meggie zu kämpfen. Zwar findet sie in der virtuellen Welt "Soul Beach" die Gelegenheit, weiter mit Meggie in Kontakt zu bleiben, doch das hat einen hohen Preis: Alice verliert mehr und mehr den Bezug zur Realität und findet sich bald im Netz viel glücklicher als in der Wirklichkeit. Sie ist ohne Frage eine liebenswerte Hauptfigur, die einem schnell sympathisch wird, aber trotzdem fiel es mir sehr schwer, einen Zugang zu Alice zu finden. Sie handelte in meinen Augen oftmals nicht nachvollziehbar, gar leichtsinnig. Obwohl ich leider Schwierigkeiten damit hatte, mich während des Lesens voll und ganz auf Alice einzulassen, habe ich sie gerne durch das Buch begleitet.

Kate Harrison hat die Nebencharaktere individuell gestaltet, sodass jeder von ihnen mit seiner eigenen Persönlichkeit seinen Teil zum Geschehen beitragen kann. Durch die Vielzahl an Figuren blieben viele von ihnen blass und oberflächlich, aber ein Nachteil ist das keinesfalls: Indem man wenig über sie alle erfährt, bleiben sie mysteriös und geheimnisvoll, was jeden einzelnen von ihnen zu einem potenziellen Mörder macht - und genau dieses Unwissen macht einen beträchtlichen Teil der Spannung in "Soul Beach" aus!

Tja, und wer ist nun der Mörder? Kate Harrison führt ihre Leser gekonnt an der Nase herum! Ist man erst auf der letzten Seite angekommen, hat man zwar jeden in "Soul Beach - Frostiges Paradies" schon als möglichen Täter in Betracht gezogen, aber tatsächlich wissen kann man es nicht! Diese entscheidende Frage ist jedoch nicht die einzige, die ungeklärt bleibt: Was hat es mit "Soul Beach", dem virtuellen Strand für Tote, auf sich? Was haben seine Gäste zu erzählen? Und wer steckt hinter dieser abstrusen Welt im Netz? Fragen über Fragen, die einen nach der Fortsetzung betteln lassen!

Fazit:

"Soul Beach - Frostiges Paradies" von Kate Harrison ist der Auftakt einer spannenden Jugendbuch-Trilogie, die mit Nervenkitzel zu begeistern weiß. In ihrem Buch lässt die Autorin die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt so stark verschwinden, dass man selbst als Leser nicht mehr einschätzen kann: Was ist am "Soul Beach" tatsächlich echt?! Skurril, aber faszinierend erzählt Kate Harrison die Geschichte der sechzehnjährigen Alice, die auf der Suche nach dem Mörder ihrer Schwester so manch seltsame Geschehnisse erlebt. "Soul Beach" reißt mit, ist spannend und bietet aufregende Lesestunden! Bloß mit den Charakteren konnte ich leider nicht so viel anfangen, wie ich es mir gewünscht hätte. Für "Soul Beach - Frostiges Paradies" vergebe ich 4 Lurche.

Über die Autorin:

Ursprünglich arbeitete Kate Harrison beim britischen Fernsehen. Nachdem sie bereits sehr erfolgreich Romane für Erwachsene veröffentlichte, erscheint nun mit Soul Beach ihre erste Jugendbuch-Trilogie. Wenn sie nicht gerade in Spanien am Strand liegt, lebt sie in Brighton.

1 Kommentar:

  1. Hey =)
    Die Reihe steht bei mir noch auf der Wunschliste, jetzt ist sie schonmal höher gerutscht :P

    Ich lasse dir mal einen Tag da ♥
    http://annasalvatoresbuchblog.blogspot.de/2015/12/getaggt-winter-weihnacht-tag.html

    Anna

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