Rezension: "Witch Hunter"

Virginia Boecker // Alexandra Ernst // dtv // 400 Seiten // gebunden // 17,95€ // 9783423761352 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Die sechszehnjährige Elizabeth ist eine der besten Hexenjägerinnen des Landes. Ob kleiner Kräuterkundiger oder mächtiger Hexenmeister – im Namen des Königs fängt sie sie alle! Doch dann wird sie mit einem Bündel Kräuter entdeckt und plötzlich findet sich Elizabeth selbst im Gefängnis wieder. Ihr Urteil: Auf einem Scheiterhaufen soll sie brennen, wie alle Ketzer und Verräter. Elizabeth kann es nicht fassen. Inständig hofft sie auf ein Missverständnis, eine Rettung. Ihre Hoffnung ist nicht vergebens. In letzter Sekunde wird Elizabeth gerettet. Von jenen, die sie sonst selbst auf den Scheiterhaufen gebracht hat …

Meine Meinung:

Getreu dem Autorenleitspruch „Show, don’t tell“ hält sich Debütautorin Virginia Boecker nicht mit Erläuterungen auf, sondern steigt direkt in das Geschehen ein und lässt ihre Leser an der Seite von Protagonistin Elizabeth an einer actiongeladenen Hexenjagd teilhaben. Gruselige Beschwörungen, fliegende Dolche und knackende Knochen sorgen für einen rasanten und packenden Einstieg in die Geschichte. Die Neugierde ist geweckt und das Buch hat seine Leser bereits nach wenigen Seiten fest im Griff.

So spannend, wie „Witch Hunter“ beginnt, geht es auch weiter. Ein Ereignis jagt das nächste, und während man nach einer aufregenden Wendung kurz mit den Charakteren verschnauft, lässt einen die mitreißende Stimmung bereits erahnen, dass der ruhige Moment nicht von langer Dauer sein wird. Virginia Boecker hat ihre Geschichte gut ausbalanciert und hält von der ersten bis zur letzten Seite ein konstantes Spannungslevel, das es mir sehr schwer gemacht hat, das Buch aus der Hand zu legen. Ihr lockerer und bildstarker Schreibstil passt hervorragend zu ihrer Erzählweise und unterstützt das Pageturner-Feeling zusätzlich.

Elizabeth ist eine starke Figur, die völlig zurecht die Rolle der Protagonistin innehat. Mit gerade einmal 16 Jahren ist sie eine der besten Hexenjägerinnen des Landes. Ihre Ausbildung hat sie schon als kleines Mädchen begonnen, ihre Prüfungen haben sie an ihre Grenzen getrieben, doch all die Herausforderungen haben sich gelohnt: Aus Elizabeth ist eine mutige Frau geworden, die mit ihrer Willensstärke überzeugt, ihrer Loyalität Sympathien weckt und auch mit ihren Schwächen begeistert. Man begleitet eine Protagonistin, die man ins Herz schließt und ebenso bewundert, und es tut so gut zu wissen, dass man sich nach der letzten Seite noch nicht von ihr verabschieden muss!

Virginia Boecker konnte bei mir viele Pluspunkte damit sammeln, wie sie die einzelnen Elemente ihrer Geschichte gewichtet hat. Die Hexenthematik mitsamt ihren düster-dunklen und magisch-schönen Seiten steht im Fokus des Romans und ist zum großen Teil für die besondere und stimmungsvolle Leseatmosphäre verantwortlich. Virginia Boecker hat sich intensiv mit ihrem Weltenbau beschäftigt, was sich deutlich in den kleinen, aber feinen Details ihrer Beschreibungen abzeichnet. Auch die Art und Weise, die Magie ihrer Welt darzustellen, ist so faszinierend, dass man sich nur zu gerne von der Geschichte gefangen nehmen lässt.

Auch ihre Nebencharaktere sind gut durchdacht und alles andere als platt strukturiert. Virginia Boecker hat jedem von ihnen eine eigene Hintergrundgeschichte gegeben, die sie zu den Figuren haben werden lassen, die sie sind. Ihre Ecken und Kanten sorgen ebenso für Trubel wie ihre Stärken zur Lösung verhelfen. Sie alle tragen ihren Teil zur Geschichte bei, spielen also nicht bloß langweilige Statistenrollen, und werden so manches Fanherz sicherlich um kleine Novellen zu ihren Lieblingscharakteren schreien lassen. Auch die Dynamik zwischen den Charakteren begeistert: Egal, ob es sich um romantische Gefühle zwischen zwei Figuren handelt oder um Hass, Wut und Enttäuschung – sie agieren so ehrlich miteinander, dass es sich in der Geschichte einfach richtig anfühlt.

Fazit:

Mit „Witch Hunter“, dem Auftakt einer Dilogie, hat Debütautorin Virginia Boecker ein spannungsgeladenes Erstlingswerk abgeliefert, das sich lesen lassen kann. Die Geschichte um die junge Hexenjägerin Elizabeth, die von der Jägerin selbst zur Gejagten wird, ist ebenso mitreißend wie aufregend und versteht es, ihre Leser an die Seiten zu fesseln. Die starke Protagonistin und die facettenreichen Nebencharaktere überzeugen auf ganzer Linie, während die rasante Handlung mit faszinierender Magie, einer stimmungsvollen Atmosphäre und einer tollen Erzählweise ebenfalls zu begeistern weiß. „Witch Hunter“ ist ein Pageturner, der seine Leser die Zeit vergessen lässt! Man darf mehr als gespannt sein, welche Ideen Virginia Boecker sich für das Finale der Geschichte noch aufgehoben hat. Für „Witch Hunter“ vergebe ich sehr gute 4 Lurche.

1 Kommentar:

  1. Hi :)

    Ich kann mich noch an die Blogger Aktion erinnern als jeder das Buch vorgestellt hat, seit dem hat es mich wahnsinnig interessiert aber leider ist es nie bei mir im Regal gelandet! Aber alle scheinen das Buch zu lieben also muss ich es mir doch noch zulegen :D

    Liebe Grüße
    Tamara

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