Review: "The One"

Kiera Cass // HarperTeen // 336 Seiten // gebunden // ca. 15,70€ // 9780062059994 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Die „Selection“ geht in die alles entscheidende Runde: Nur noch vier Mädchen kämpfen im Palast um Prinz Maxons Herz und die Krone Illéas. Doch America ist längst nicht mehr die einzige Favoritin in diesem Wettkampf. Sie muss eine Entscheidung treffen, mit all ihren Konsequenzen: Für wen wird sie sich entscheiden? Aspen oder Maxon?

Meine Meinung:

„The One“ schließt direkt an die Ereignisse aus „The Elite“ an und führt das Liebeschaos weiter. America hat endlich verstanden, für wen ihr Herz wirklich schlägt, mit wem sie den Rest ihres Lebens verbringen will – oder? Das Wirrwarr geht in „The One“ gewohnt weiter und stürzt America in die bekannten Existenzängste. Ist sie bereit, eine Prinzessin, später sogar Königin zu sein? Will sie all das für Maxon auf sich nehmen? Mit Aspen dagegen fühlt sich auf eine Weise verbunden, die niemals enden wird. So viel sei gesagt: America entscheidet sich. Und ich für meinen Teil war mit dieser Entscheidung auch sehr zufrieden!

Der Weg dorthin war allerdings nicht ganz leicht. Aspen ist in dem Liebesdreieck der Einzige, der tatsächlich ausspricht, was er fühlt und was er will. Maxon und America dagegen drucksen von Kapitel zu Kapitel um ihre Liebesgeständnisse herum, sodass man nach einem weiteren „Ich sag’s erst, wenn du’s gesagt hast!“-Dilemma nur noch die Augen verdrehen kann. Für so ein gekünsteltes Drama sind die Charaktere meines Erachtens schon viel zu erwachsen.

Vor allem die – neben der Liebesgeschichte noch immer zu kurz kommende – Geschichte des Landes Illéa und die anstehenden Veränderungen, in die America, Maxon und Aspen stark involviert sind, lassen die Charaktere reifen. Sie trauen sich mehr, sind bereit, etwas zu opfern. Und tatsächlich bekommt die Rebellion, über die man seit des Bandes spricht, endlich etwas mehr Aufmerksamkeit. Nichtsdestotrotz hätte Kiera Cass hier wesentlich mehr herausholen können. Die Rebellion wirkt neben der „Selection“ sehr blass und wird trotz der ersten wirklich tragischen Opfer von der Autorin viel zu stiefmütterlich behandelt. Immerhin sind diesmal einige Szenen dabei, die man wirklich als spannend bezeichnen kann.

Aber seien wir mal ehrlich: Die „Selection“-Reihe lebt eben von ihrem Drama, von der aufrichtigen und gleichzeitig aufmüpfigen America, die sich partout nicht entscheiden kann und es sich immer wieder selbst vermasselt, wenn ihre Gefühle einen großen Schritt nach vorne gemacht haben. Die ganze Reihe liest sich wie eine kurzweilige Soap-Opera. Dank Kiera Cass angenehmen und leichtem Schreibstil lesen sich die jeweils 300 Seiten der einzelnen Bände in Windeseile von der Hand und machen einfach Spaß.

Im Grunde ist die Geschichte um America Singer in „The One“ mit dem dritten Band der „Selection“-Serie abgeschlossen, so, wie es von Kiera Cass von Anfang an gedacht war. Der Haupthandlungsstrang wird in diesem Band zu Ende geführt und lässt keine Fragen mehr offen – zumindest, was Americas Herz angeht. Bei der Fortsetzung „The Heir“ handelt es sich eher um ein Spin-Off der Reihe, das weitere 20 Jahre in der Zukunft spielen wird. Für Fans zweifelsohne ein Muss! Wer „The One“ jedoch nur noch aus Neugierde gelesen hat, für wen sich America entscheiden wird, kann nach diesem Band für sich definitiv einen Schlussstrich ziehen.

Fazit:

Drama, Herzschmerz, schwere Verluste: Im letzten Band der „Selection“-Reihe, in welchem America noch als Protagonistin agiert, fährt Kiera Cass noch einmal alle Geschütze auf. Es wird schnulzig, romantisch, höchst dramatisch – und sogar tragisch. Das erste Mal fordert die Dystopie Opfer, um die man auch als Leser trauert. „The One“ ist definitiv spannender und mitreißender als seine beiden Vorgänger, auch wenn die etwas zu übertriebene Liebesgeschichte selbstverständlich noch immer im Fokus der Handlung steht. Meines Erachtens hat Kiera Cass ihre „Selection“-Trilogie alles in allem zu einem würdigen Abschluss geführt. Und wer noch nicht genug von dem Königshaus Illéas hat, darf sich freuen: In „The Heir“ geht es weiter, ganze 20 Jahre nach den Geschehnissen aus „The One“! Für „The One“ vergebe ich gute 3 Lurche.

1 Kommentar:

  1. Hallo liebe Simone ;-)
    Konsequent 3 Leselurche und dazu hat es mir viel Freude bereitet, deine Rezensionen zu dieser Reihe zu lesen. Was wohl auch daran liegt, dass ich sie sehr ähnlich empfunden habe und dennoch musste ich von Teil zu Teil weiterlesen. Lust auf Weiteres/Zusätze hatte auch ich nicht.
    Zu vieles wurde gesagt, getan, gedacht. Worte haben durch unterschiedliche Taten an Bedeutung verloren, während Gedanken, die vorher noch bewegt haben, immer mehr verblasst sind. America hat zwischenzeitlich nicht nur immer wieder abwechselnd Aspen oder Maxon vergessen, sondern auch sich. Aber he, alles findet sich.^^
    Liebste Grüße, Hibi

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