"Elias & Laia"-Special: Laia: Feigling, Sklavin oder Rebellin?


In unserem heutigen Beitrag zum "Elias & Laia"-Blogspecial möchten euch Effi und ich die beiden titelgebenden Protagonisten der Reihe näher vorstellen: das Kundigenmädchen Laia und die Maske Elias Veturius.

Auf meinem Blog stelle ich euch heute Laia vor, während ihr auf Effis Blog alles nachlesen könnt, was ihr über Elias wissen müsst!

Laia ist eine Kundige. Früher, als ihre Heimat noch für ihre Bibliotheken und Universitäten bekannt war, hätte das kluge Mädchen ein glückliches Leben führen können. Sie hätten ihren Traum leben können, eine Geschichtenerzählerin zu werden. Heute ist sie für den Imperator und seine Masken jedoch nicht mehr wert als Dreck.


Zusammen mit ihrem Bruder Darin lebt Laia seit ihrem fünften Lebensjahr bei ihren Großeltern. An ihre Eltern erinnert sie sich nur noch vage, doch ihre letzte Erinnerung an sie ist Laia stets präsent: Der Abschied von ihrer Mutter, ehe sie gemeinsam mit ihrem Vater und ihrer älteren Schwester Lis zu einer Mission aufbrach, von der sie alle niemals zurückkehren sollten. An diesem schicksalsschweren Abend hat Laias Mutter ihr ihren Armreif vermacht, den Laia stets bei sich trägt. Obwohl das Silber längst angelaufen ist, nimmt Laia den Armreif niemals ab. Er schenkt ihr Kraft, wenn die Angst sie übermannt.

Furcht und Sorge sind es, die das Leben der mittlerweile 17-jährigen Laia bestimmen. Jeder noch so kleine Fehler, jeder falsche Schritt könnte nicht nur das eigene, sondern das Leben ihrer gesamten Familie gefährden. Die Masken, die durch die Gassen streifen und alle beobachten, sind erbarmungslos und ohne Gnade. Sie verzeihen nichts und nehmen sich, was sie wollen. Deshalb setzt Laia alles daran, in den Schatten zu bleiben und nicht aufzufallen. Still erledigt sie ihre Aufgaben, um ihre Großeltern zu unterstützen, und Angst und Schrecken sind dabei ihre treusten Begleiter.

Mutter hätte gekämpft. Sie wäre lieber gestorben, als diese Demütigung zu ertragen. Aber ich kann mich nicht rühren. Meine Angst hält mich gefangen wie ein dumpfes Tier.
(S. 25)

Als die Masken in ihr Zuhause eindringen, ihre Großeltern ermorden und ihren Bruder Darin gefangen nehmen, kann Laia nichts tun, als tatenlos zuzusehen. Als all das plötzlich wahrhaftig passiert, wovor sie sich schon seit Jahren aus tiefstem Herzen fürchtet, ist es die eiskalte Panik, die ihren Körper bewegungsunfähig macht. Im letzten, entscheidenden Moment gelingt ihr die Flucht, ehe auch sie der Maske zum Opfer fallen würde. Die Vorwürfe, die sich Laia seitdem macht, lassen sie kaum noch einen klaren Gedanken fassen. Sie sieht sich selbst nur noch als Feigling, als Schandfleck ihrer Familie. Auch als Leser ertappt man sich dabei, wie man Laia während des Überfalls auf ihre Familie am liebsten an den Schultern gerüttet oder ihr Nun mach doch etwas! ins Ohr geschrien hätte. Aber hätte man selbst tatsächlich anders gehandelt? Hättet ihr Mut und Kraft, eure Angst zu besiegen?

Laia muss dies erst lernen. Sie muss die Furcht, mit der sie aufgewachsen ist, und das Grauen, das stets in ihren Knochen steckte, überwinden. Fest entschlossen, Darin aus den Fängen des Imperiums zu befreien, ist Laia nur kurze Zeit nach ihrer Flucht wie ausgewechselt. Obwohl die Angst noch immer tief in ihr verankert ist, erlaubt sie ihr nicht mehr, ihr Leben zu bestimmen. Sie sucht den Widerstand, geht einen gefährlichen Deal ein, und wird schließlich sogar in die Akademie von Schwarzkliff eingeschleust, wo sie der grausamen Kommandantin als Sklavin dienen und zugleich als Spionin der Rebellen agieren soll. Erst hier wird ihr bewusst, welche Stärken sie besitzt und wie sie diese nutzen kann. Dass Laia als Mädchen im Verborgenen das Lesen gelernt hat, ist nur eines ihrer Talente.

Laia, du bist voller Leben. Voller Leben und Dunkelheit und Stärke und Geist. [...] Du wirst brennen, denn du bist wie Glut in der Asche. Dies ist dein Schicksal. Ein Spitzel des Widerstands zu sein - das ist nur ein geringer Teil von dir. Das ist nichts.
(S. 458)

Was Laia in Schwarzkliff erlebt, zwingt sie dazu, sich ihren Schatten zu stellen. Sie ist Sklavin, Rebellin und Kämpferin zugleich. Nur die Feigheit lässt sie hinter sich. Und sie spielt ihre Rollen gut - für ihr Gewissen, ihre Schuld, ihre Freiheit. Für Darin. Ihre Entwicklung hat mich tief beeindruckt und ich bin gespannt, mit welchen Kräften sie mich im nächsten Band aus den Socken hauen wird!


Welcher der beiden Protagonisten überzeugt/e euch mehr: Elias oder Laia? Wessen Entwicklung hat euch mehr beeindruckt?

Kommentare:

  1. Juhuuu!

    Dein Post ist schön geworden.

    Ich persönlich mag Elias (und auch Helena) mehr als Laia. Doch ihre Entwicklung und den Mut, den Laia für Darin aufbringt, finde ich anrührend.
    Ich bin sehr gespannt zu sehen, wie es mit ihr weitergeht, nun da sie ihre eigene Stärke gefunden hat.

    Liebste Grüße
    Effi

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  2. Hallo Simone ;-)
    Anfänglich war Laia nicht wirklich eine Kämpferin. Doch ihre Bemühungen darum, ihren Bruder zu befreien, lassen sie so vieles ertragen, was andere vor ihr in den Tod getrieben hat. Sie trotzt der Angst,begibt sich immer wieder in Gefahr und muss lernen, dass man Vertrauen nicht leichtfertig verschenken darf. Sie durchläuft eine starke Entwicklung und ich bin gespannt, was sie darauf macht.
    Liebe Grüße, Hibi

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