[Wochenende der Schmetterlinge] Rezension


Am zweiten Tag unseres Blogspecials haben wir unsere Rezensionen zum "Garten der Schmetterlinge" für euch dabei. Heute gehen wir ins Detail: Was hat uns an diesem Psycho-Thriller so beeindruckt? Was hat seinen Reiz ausgemacht? Lest es in unseren ausführlichen Rezensionen - selbstverständlich spoilerfrei!


Dot Hutchison // Peter Groth // Amazon Crossing // 348 Seiten // Taschenbuch // 9,99€ // 978-1503940987 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Die FBI-Agenten Victor Hanoverian und Brandon Eddison können es kaum fassen, was ihnen die junge Frau erzählt, die vor ihnen auf dem Verhörstuhl sitzt: Maya, wie sie behauptet zu heißen, ist eine der Schmetterlinge. Aufgrund ihrer Schönheit von einem Mann entführt, den sie und ihre Leidensgenossinnen den Gärtner nennen, hat sie zusammen mit anderen jungen Frauen in einem versteckten Garten gelebt und zu einer perversen Sammlung eines Psychopathen gehört. Jedes der Mädchen hat ein wunderschönes Paar Schmetterlingsflügel auf den Rücken tätowiert bekommen, das ihre Schönheit unterstreichen soll. Doch Schmetterlinge sind kurzlebig, und der Gärtner ist nicht gewillt, ihre Schönheit aufzugeben … Während Maya den Ermittlern die Geheimnisse des Gartens enthüllt, wird Victor Hanoverian und Brandon Eddison schnell klar: Auch dieses Mädchen hat etwas zu verbergen …

Meine Meinung:

Dot Hutchison setzt ihren Psycho-Thriller „Garten der Schmetterlinge“ dort an, wo die Charaktere das Schlimmste bereits hinter sich haben: Kaum hat man das Buch aufgeschlagen, findet man sich im Befragungsraum wieder, wo die FBI-Agenten Victor Hanoverian und Brandon Eddison eine der Überlebenden des wohl schlimmsten Falls ihrer Karriere verhören. Maya, wie die junge Frau heißt, soll den Ermittlern von den Geschehnissen berichten, während ihre Leidensgenossinnen noch im Krankenhaus medizinisch versorgt werden. Erzählt wird die Geschichte aus zwei Perspektiven: Während man einerseits mit den Ermittlern versucht, die Puzzleteile des Falls zusammenzusetzen, lässt Maya in eindringlichen Kapiteln ihr Leben im Garten Revue passieren.

Wer nun glaubt, dass das Wissen über den Ausgang der Geschichte dem Thriller die Spannung rauben würde, irrt gewaltig. Im Gegenteil: Die vielen offenen Fragen wollen beantwortet, die Masken der Charaktere aufgedeckt werden. Zugegeben: Die Spannung, die den „Garten der Schmetterlinge“ auszeichnet, ist ungewöhnlich. Sie baut sich nicht durch den Nervenkitzel auf, zu wissen, dass die Geschichte noch ihre Opfer fordern wird. Es ist die unfassbare Grausamkeit, der Schauer ob des Ekels, die auf verstörende Weise fasziniert und einen als Leser an die Seiten fesselt. Was Maya über den Garten erzählt, was innerhalb seiner Mauern geschehen ist, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren.

Obwohl der Großteil der Handlung von Maya selbst erzählt wird, bleibt sie als Protagonistin für den Leser lange undurchsichtig. Sie wirkt kalt, gar abgebrüht, und ist von Anfang an so gefasst, dass man sich schnell die Frage stellt: Wer ist Maya wirklich? Wer ist dieses Mädchen, das nach all den Erlebnissen noch derart gelassen mit den Ermittlern sprechen kann? Das nicht an den Traumata zerbricht? Maya ist keine Heldin, die man mitleidig ins Herz schließt. Sie ist vielmehr eine komplexe Protagonistin, die man ebenso genau und ruhig beobachtet, wie sie sich im Verhör gibt. Man will wissen, wer Maya ist, wie ihre Geschichte lautet, was sie antreibt. Diese spannungsgeladene Distanz, die man zu ihr wahrt, gibt dem Roman eine spezielle und interessante Atmosphäre.

Die Stärke des Psycho-Thrillers liegt ganz klar in den perversen Emotionen, die der Gärtner für seine Schmetterlinge hegt, und in ihren Beziehungen zueinander. Der "Garten der Schmetterlinge" ist nicht nur physisch blutig, sondern auch psychisch brutal und hat mich derart herausgefordert, dass auch ich mich bei manch einer verqueren Denkart erwischt habe. Zum Schluss wartet Dot Hutchison noch mit einer überraschenden Wendungen auf, die im Vergleich zum Rest des Romans zwar etwas schwach daherkommt, das tut dem Gesamtbild aber keinen Abbruch: Dieser Psycho-Thriller ist eiskalt, schonungslos und komplex, spielt zugleich aber mit feinen und leichten Zügen eines Schmetterlings. Ekelerregend und nervenaufreibend hallt er noch lange nach, wie es sich für einen gelungenen Psycho-Thriller gehört.

Fazit:

„Garten der Schmetterlinge“ von Dot Hutchison ist ein komplexer und gut durchdachter Psycho-Thriller, der auf ungewöhnliche Art für Spannung sorgt und seine Leser mit einer widerwärtigen Faszination an die Seiten fesselt. Die Geschichte um den Gärtner, der Mädchen entführt, ihnen Schmetterlingsflügel tätowiert und sie innerhalb der Mauern eines geheimen Gartens als Teil seiner perversen Sammlung gefangen hält, lässt einem das Blut in den Adern gefrieren und hallt mit seiner abstoßenden Atmosphäre noch lange nach. Protagonistin Maya, die als eine der Überlebenden von dem Fall erzählt, sorgt mit ihrer gefassten und ruhigen Art nicht nur bei den Ermittlern für Herzrasen, sie weckt auch bei den Lesern eine aufregende Neugierde. Dot Hutchisons „Garten der Schmetterlinge“ ist ein gelungener und empfehlenswerter Psycho-Thriller, bei dem der Spruch „Nichts für schwache Nerven“ nicht bloß Werbung, sondern eine klare Warnung ist. Ich vergebe sehr gute 4 Lurche.

Kommentare:

  1. Hallo Simone ;-)
    Dass ich das Buch gern lesen mag, ist nun wirklich kein Geheimnis mehr.^^ Generell mag ich Psycho-Thriller, wenn auch nicht ständig sondern eher zwischendurch. Bei diesem Buch scheint die LeserInnen eine ganz gruselige Atmosphäre zu erwarten, der man sich ganz offensichtlich nicht entziehen kann.
    Danke für die tolle Rezension.
    Liebste Grüße und einen zauberhaften 1. Advent wünsche ich dir.
    Hibi

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  2. Eigentlich wollte ich nur die Bildergalerie zur Rechten kommentieren. Die sieht einfach toll aus! 412 Rezensionen?

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  3. Hallo Simone,
    die Rezension hat mir sehr gefallen. Allerdings werde ich das Buch wohl nicht lesen, weil es mir zu heftig erscheint.
    Ich folge Dir jetzt.
    Liebe Grüße
    Gela
    http://gelas-home-of-books.blogspot.de/

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