[Blogspecial] Sieben Minuten nach Mitternacht: Filmkritik


Charlousie und ich hatten das große Glück, die Verfilmung von "Sieben Minuten nach Mitternacht" bereits vorab bestaunen zu dürfen! Heute verraten wir euch, wie uns der Film gefallen hat. Natürlich absolut spoilerfrei für alle, die noch nicht die Buchvorlage kennen (auch wenn ihr das ganz schnell ändern solltet, also vor dem Kino unbedingt noch im Buchladen vorbeischauen!).

Sieben Minuten nach Mitternacht

STUDIOCANAL GmbH präsentiert einen Film von Juan Antonio Bayona

BESETZUNG
Lewis MacDougall als Conor // Felicity Jones als Lizzie, Conors Mutter // Sigourney Weaver als Conors Großmutter // Toby Kebbell als Conors Vater // Geraldine Chaplin als Schulleiterin // Liam Neeson als Das Monster // und vielen mehr

STAB
Regie: J. A. Bayona // Produzent: Belén Atienza // Drehbuch & Romanvorlage: Patrick Ness (nach einer Idee von Siobhan Dowd) // Kamera: Óscar Faura // Szenenbild: Eugenio Caballero // Schnitt: Bernat Vilaplana, Jaume Martí // Kostüme: Steven Novle // Maske: Marese Langan // Musik: Fernando Velázquez // VFX Supervisor: Félix Bérges // SFX Supervisor: Pau Costa

Meine Meinung:

Als ich davon erfuhr, dass "Sieben Minuten nach Mitternacht" verfilmt werden soll, wurde meine grenzenlose Vorfreude nur von einem überboten: Meiner Angst vor einer schlechten Umsetzung. Das Buch von Patrick Ness, das er stellvertretend für Siobhan Dowd fertig geschrieben hat, die leider vor der Fertigstellung ihrem eigenen Krebsleiden erlag, ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher. Zwischen den Buchdeckeln lauert eine Geschichte, die so fest in meinem Herzen verwurzelt ist wie die Eibe vor Conors Haus. Die Eibe, aus der das Monster erwacht ...

© STUDIOCANAL: Conor (Lewis MacDougall) vor dem Monster (gesprochen von Liam Neeson)
Meine Sorge war zum Glück unbegründet. Mit Juan Antonio Bayona hat sich ein Regisseur dem Stoff angenommen, der es versteht, Realität und Fantasie auf authentische Weise zu verknüpfen. Mit der bitteren Härte, aber auch der nötigen Wärme hat er Conors Geschichte von der Leinwand in die Herzen seiner Zuschauer bringen können. Für mich, die die Buchvorlage bereits kannte, war der Film trotz des gefüllten Kinosaals intim und intensiv zugleich.

Neben der großartigen Gestaltung des Monsters (Liam Neeson) hat mich vor allem die Umsetzung der Geschichten begeistert, die das Monster Conor erzählt. Diese werden nicht etwa durch Schauspieler interpretiert, sondern in ein zauberhaften Farben - im wahrsten Sinne des Wortes! - auf die Leinwand gemalt. Die Szenenbilder, die auf diese Weise entstehen, erinnern an die Illustrationen, die Jim Kay für die Romanvorlage gezeichnet hat. Jede Geschichte ein Kunstwerk für sich, bietet "Sieben Minuten nach Mitternacht" seinen Zuschauern ein wertvolles und wundervoll gestaltetes Kinoerlebnis.

© STUDIOKANAL: Mood Board
Belén Atienza, die bereits Bayonas frühere Werke produziert hatte, hat auch den preisgekrönten Film "Pans Labyrinth" produziert. Diesen Einfluss kann man in "Sieben Minuten nach Mitternacht" deutlich spüren, die Atmosphäre ist in beiden Filmen sehr ähnlich: Düster, schwermütig und unheimlich dicht. Diese Schwere, die einen 108 Minuten lang in den Kinosessel drückt, zwingt die Zuschauer sanft, aber bestimmt dazu, dem Leben in die Augen zu sehen - so, wie es auch das Monster mit Conor macht.

Der Cast ist mit namhaften SchauspielerInnen wie Felicity Jones, Sigourney Weaver und Liam Neeson prominent besetzt, was sich für den Film zweifelsohne bezahlt gemacht hat. Doch niemand konnte die Stimmung der Romanverfilmung auf so großartige Weise beeinflussen wie Lewis MacDougall, der den Protagonisten Conor perfekt verkörpert. In jeder einzelnen Szene sind sein innerer Konflikt, seine Zerrissenheit, seine Wünsche und Ängste zu sehen und zu spüren. Ich bin sehr gespannt, in welchen Rollen man Lewis MacDougall in Zukunft noch zu sehen bekommen wird.

© STUDIOKANAL: Conor (Lewis MacDougall) und seine Mutter (Felicity Jones)
"Sieben Minuten nach Mitternacht" ist das einzige Buch, das es jemals geschafft hat, mich in Tränen ausbrechen zu lassen. Obwohl ich fest darauf eingestellt war, vermochte mich der Film jedoch nicht zum Weinen zu bringen. Der Funke hat im letzten, entscheidenden Moment dafür gefehlt. Das Kino habe ich daraufhin mit einem etwas ernüchternden Gefühl verlassen, das allerdings nur kurz in meinem Kopf herumspukte. Dieser kleine Kritikpunkt konnte den insgesamt mehr als gelungenen und wunderschön inszenierten Film in keinster Weise entstellen. Wer weiß, vielleicht lag es ja auch an meiner eigenen Stimmung am Tag der Pressevorführung. Ein erneuter Kinobesuch wird es zeigen, denn "Sieben Minuten nach Mitternacht" lasse ich mir am kommenden Donnerstag auf keinen Fall entgehen.

Fazit:

Bayonas Umsetzung von "Sieben Minuten nach Mitternacht" ist eine Buchverfilmung, die ihren Platz auf der großen Kinoleinwand verdient hat. Auch wenn mich der Film nicht so stark berühren konnte, wie das Buch es konnte, habe ich die wunderschöne und kunstvolle Inszenierung von Conors Geschichte sehr genossen. Es ist ein schwerer, atmosphärisch dichter Film, der seinen Zuschauern nichts beschönigt. Doch gerade diese Ehrlichkeit ist es, die ihn so sehenswert macht.

Auch Charlousie verrät euch heute auf ihrem Blog, wie ihr der Film gefallen hat. Zu ihrer Meinung kommt ihr mit einem Klick hier!

Trailer:


SIEBEN MINUTEN NACH MITTERNACHT
ab dem 04. Mai im Kino!

Kommentare:

  1. Es freut mich sehr, dass dir der Film auch so gut gefallen hat. Meine Rezensionen (Buch + Film) stehen noch aus, aber mich hat die Geschichte auch unheimlich berührt. Bei mir hatte der Film beim ersten Mal sogar noch einen stärkeren Eindruck hinterlassen als es das Buch konnte. Ich will damit nicht sagen, dass ich das Buch weniger gelungen finde, ganz und gar nicht, aber mich konnte der Film sogar noch mehr berühren, zumindest wenn die Menge meiner Tränen irgendein Indiz ist. :)

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  2. Hallo Simone,
    das klingt, als sei der Film wirklich eine gute (und damit seltene) Buchverfilmung.
    Meinst du, man sollte den Film als eigenes Projekt ansehen, oder ist er wirklich mit dem Buch vergleichbar? Bis auf die Sache mit dem fehlenden Funken natürlich.
    Ich habe immer große Probleme damit, wenn ewtas fehlt, verfälscht wurde oder einfach nur abweicht. Jetzt weiß ich nicht, ob mir eher Film oder Buch zusagen, Hilfe! :D
    Grüzie
    Kia

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  3. Hallo Simona..danke für deine Meinung zum Film. Bisher kenne ich natürlich nur den Trailer, aber die Besetzung gefällt mir bisher schon sehr gut. Ich bin auf den Film wahnsinnig gespant und erwarte schon eine Gefühlvolle Story und starke Charaktere :-)

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