[Der Schwarze Thron] Königin Arsinoe, die Naturbegabte



Stirnrunzelnd betrachtet Arsinoe den Wandteppich […]. Er zeigt die Krönung der letzten großen Naturbegabtenkönigin, die es auf der Insel gab. Bernadine, die im Vorbeigehen ganze Obstgärten reifen ließ […].
„Ich hasse dieses Ding“, stellt Arsinoe fest.
„Wieso?“
„Weil es mir vor Augen führt, was ich nicht bin.“
(S. 52)

Würde man es ihr mit ihrem schwarzen Haar und ihren schwarzen Augen nicht sofort ansehen, käme man wohl nicht auf die Idee, dass es sich bei Arsinoe um eine der Drillingsschwestern handeln könnte. Denn Arsinoe ist alles andere als königlich – und bereitet den Naturbegabten damit große Sorgen. Ihre Gabe ist in all den Jahren nicht erwacht … und damit ist Arsinoes Todesurteil bereits unterschrieben.

Arsinoe ist in Wolfsquell aufgewachsen, einer beschaulichen Stadt am Meer, die vor allem von der Fischerei lebt. Dort lebt sie ein beschauliches Leben bei den Milones, deren eigener Spross sich im Gegensatz zu Arsinoe als stärkste Naturbegabte seit mehr als 50 Jahren bezeichnen darf. Jules Milone ist talentiert, stark, begabt. Ihr Familiaris, eine Berglöwin, ist einer Königin würdig und mit Abstand der stärkste Tierbegleiter, den die Naturbegabten seit Königin Bernadines Wolf gesehen haben. Neidisch auf Jules ist Arsinoe deshalb allerdings nicht, auch wenn die junge Königin sich sehr nach ihrem eigenen Tiergefährten sehnt. Die beiden Mädchen sind wie Schwestern für einander. Und Jules würde sogar ihr Leben geben, um Arsinoe zu beschützen.


Arsinoe ist gewitzt, klug und nicht auf den Mund gefallen. Sie weiß, dass sie quasi schon halb tot ist, denn gegen ihre Schwestern hat sie nicht den Hauch einer Chance. „Aufgeben“ ist für sie jedoch ebenso ein Fremdwort wie „Verzweiflung“! Auch wenn sich Arsinoe in Anbetracht ihrer kümmerlichen Möglichkeiten keine Hoffnungen macht, so versucht sie doch alles, um wenigstens ihre Chance zu nutzen. Dabei trifft sie nicht immer die besten Entscheidungen, doch sie kann sich nicht vorwerfen lassen, etwas unversucht zu lassen. Sie will leben – für ihre Familie und ihre Freunde.

Arsinoe ist nicht nur bei den Naturbegabten beliebt. Auch wenn sie sich wenig um ein royales Auftreten schert: Ihr frohes Gemüt, ihre witzige Art und ihr offenherziger Umgang mit anderen Menschen machen sie zu einer Königin des Volkes – selbst wenn es niemand wagt, an sie zu glauben. Würde ihre Gabe doch nur endlich erwachen … Doch eine Königin ohne Gabe ist in Fennbirn unvorstellbar. Ob es Arsinoe doch noch gelingen wird, ihre wahren Kräfte zu entfachen?

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