Ein Treffen mit den Ink Rebels oder Warum Kurt Cobain wirklich sterben musste


Habt ihr schon von den Ink Rebels gehört? Ja? Sehr gut, damit beweist ihr ein beneidenswertes Feingefühl für buchige Geheimtipps! Falls ihr die Frage allerdings mit Nein beantwortet habt, gilt es diese prekäre Wissenslücke nun schnell zu schließen! Nicht, dass das Schicksal noch weitere Opfer fordert. Wie Kurt Cobain. Aber dazu kommen wir später …

Ich hatte auf der Messe die große Ehre, die fünf rebellischen Tintenschwinger gleichzeitig treffen zu können. Sie hatten im Vorfeld Meet & Greets verlost – und da das Schicksal mir noch einige Gefallen schuldet, haben die fünf Autorinnen doch tatsächlich meinen Namen aus dem Lostopf gezogen. Die Vorfreude war riesig, aber ich hätte niemals geahnt, wie toll dieses Treffen wirklich werden würde. Es war das Highlight meiner diesjährigen Messe und deshalb gibt für die Rebellinnen auch einen eigenen Post. In den klassischen Messebericht hätten sie vor lauter Liebe gar nicht mehr reingepasst.

Ein Label voller Patentanten


Aber fangen wir von vorne an: Die Ink Rebels sind ein Autorenlabel, bestehend aus den Autorinnen Jennifer Benkau, Julia Dibbern, Franziska Fischer, Kira Minttu und Daniela Ohms. Zu fünft machen sie all das, was sonst eigentlich ein Verlag für sie übernimmt, sobald sie ein Manuskript fertiggestellt haben. Von der Covergestaltung über das Lektorat und das Korrektorat bis hin zur Social Media Präsenz liegt alles in ihren eigenen Händen. Nur das Drucken der Bücher, das überlassen sie ihrem Lizenzpartner Jürgen vom Amrûn Verlag, der die Printausgabe mit tollem Papier und schicken Klappen in den Buchhandel bringt.

Die Rebellinnen beim Signieren
Mit Autoren und ihren Büchern ist es ja ein bisschen wie bei Müttern mit ihren Kindern: Sie wollen nur das Beste für ihre Babys, die sie mit so viel Liebe und Hingebung großgezogen haben. Die Ink Rebels sind allerdings nicht nur alle liebende Geschichtenmamis, sondern durch ihr eigenverantwortliches und selbstständiges Arbeiten miteinander eine eng verbundene Tintenfamilie. Sie sind quasi allesamt Patentanten und mindestens ebenso stolz darauf, wenn sie ein frisch gedrucktes Buch einer anderen Rebellin in den Armen halten können, als wäre es das eigene. Sie helfen ihm ja alle beim Wachsen, indem sie ihr Herzblut miteinander teilen.

Das Autorenlabel ist aus dem Wunsch heraus entstanden, unabhängiger von den Verlagen zu sein. Die Rebellinnen wollen nicht nur schreiben, was der Verlag gerade will oder was sich im Handel gut verkauft. Sie wollen ihre Ideen, ihre Kreativität leben und sich nicht mehr von einem „Das passt nicht in unser Programm“, „Der Hype ist längst vorbei“ oder „Das Thema bedienen wir schon mit einer Lizenz“ abspeisen lassen. Sie wollen sich auf das konzentrieren, was einen Autor auszeichnen sollte: Keine Fließbandproduktionen nach Bestseller-Liste, sondern das Schreiben von bunten und innovativen Geschichten, die erzählt werden wollen.

Aus Liebe zu den Geschichten, die fernab den Mainstreams erzählt werden wollen


Die fünf Autorinnen kommen aus den unterschiedlichsten Winkeln Deutschlands und teilen sich ein Online-Büro: Einen Chat, indem sie täglich miteinander schreiben, brainstormen und professionell herumalbern. So verwundert es keine der Fünf mehr, wenn sie nach ein paar Stunden offline auf hunderte ungelesene Nachrichten trifft. Im Online-Büro entstehen die wildesten Geschichten und Ideen, die die Ink Rebels auch regelmäßig über ihre sozialen Netzwerke teilen. So richtig „in echt“ haben sich die Rebellinnen vor dieser Messe aber noch nie komplett gesehen! Das habe ich kaum glauben wollen, denn zwischen ihnen herrscht so eine zauberhafte und ehrliche Vertrautheit, dass sie mir auch hätten erzählen können, sie wären alle Sandkastenfreundinnen. Oder der gleichen Geschichte entsprungen. Ich hätt’s geglaubt.

Apropos Anekdoten: Wir müssen das Kurt Cobain-Mysterium ja noch aufklären. Rebellin Kira Minttu war früher Redakteurin für eine kleine Musik-Zeitschrift. Wie wir Blogger hat auch sie zu Rezensionszwecken Muster zugeschickt bekommen: CDs von Künstlern, die hoch hinauswollen. Die wenigsten talentiert, die meisten mit zu viel Selbstbewusstsein und Willenskraft ausgestattet. Als eines Tages eine CD mit einem seltsamen und wirklich schrägen Baby auf dem Cover im Postkasten landete, hat sie das Album ohne weitere Überlegung direkt weggelegt (ja, ihr ahnt schon richtig). Auch als die CD ein weiteres Mal eintrudelte, schenkte Kira ihr keine Beachtung (ja, so wie ihr jetzt habe auch ich geguckt).

Als sie schließlich „Smells Like Teen Spirit“ das erste Mal zufällig hörte, war Nirvana schon zu bekannt, um nun andersherum Kiras Zeitschrift Beachtung zu schenken. Tja, hätte Kira damals anders reagiert, hätte sie Kurt Cobain kennenlernen, ihn groß herausbringen können – und ihn nach eigenen Angaben auch direkt geheiratet. Dann wäre Kurt noch am Leben, Kira mit ihm ständig auf Welttournee – und die Ink Rebels hätten sich niemals zusammengefunden. Manchmal muss eben auch das Schicksal makabre Prioritäten setzen … (Und dass das Wordpress-Theme der Rebellinnen „Nirvana“ heißt, ist natürlich auch nur Zufall …)


Weitere Geschichten über und von den Ink Rebels könnt ihr auf ihrem Blog nachlesen. Es lohnt sich, ihr werdet aus dem Grinsen und Staunen gar nicht mehr herauskommen. Und wenn ihr euch ohnehin schon auf der Seite herumtreibt, dann bestellt euch doch auch gleich die wunderschönen Bücher … Wir wollen ja nicht, dass das Schicksal und sonst wieder für unsere Fehlentscheidungen bestraft!

Kommentare:

  1. Was für ein schöner Beitrag.
    Ich muss gestehen, dass ich nur durch dich von den Ink Rebels erfahren habe, aber das hört sich alles so sympathisch und cool an (und Jenny ist mit von der Partie!), dass ich mir das alles mal näher ansehen werde.:)

    Ich hoffe, dein Post macht noch mehr Leser neugierig, die bis jetzt noch nichts von den Ink Rebels gehört haben.

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  2. Ein wundervoller Beitrag! Die fünf Damen scheinen wirklich sehr sympathisch zu sein, obwohl ich bisher nie etwas von Ink Rebels gehört habe. Ich dachte zuerst an eine Gruppe Tätowierer :D Erst nach einer peinlich langen Zeit fiel bei mir der Groschen..
    Liebe Grüsse
    Julia

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  3. Auch sein sehr schöner Beitrag. Ich habe gleich mal ein bisschen auf deren Website gestöbert und ein Buch gefunden, dass ich mir nach Erscheinen auf jeden Fall mal genauer ansehen werde. 'Me, Without Words' hört sich nämlich sehr interessant an.

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  4. Liebste Simone,

    ich kann dir hier nur aus vollstem Herzen zustimmen und fand dieses Treffen und die Ink Rebels ebenfalls einfach wundervoll! ♥

    Liebe Grüße,
    Fay

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