Rezension: "Dark Elements - Eiskalte Sehnsucht"

Jennifer L. Armentrout // Sander // HarperCollins ya! // 400 Seiten // gebunden // 16,90€ // 9783959670043 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Layla ist verzweifelt und einsam! Sie vermisst Roth, den teuflisch attraktiven Dämonen-Prinzen. Und ihr bester Freund Zayne, der sie vielleicht über den Verlust hinwegtrösten könnte, bleibt dank ihrer seelenverschlingenden Küsse für sie tabu. Dass ihre sonst so fürsorgliche Gargoyle-Ersatzfamilie auf einmal Geheimnisse vor ihr hat, macht alles schlimmer. Schließlich entdeckt sie auch noch neue Kräfte an sich. Dann taucht völlig unerwartet Roth wieder auf. Aber bevor Layla die Zweisamkeit mit ihm genießen kann, bricht die Hölle los. [Quelle: HarperCollins]

Meine Meinung:

Zwei Wochen sind seit den Ereignissen aus „Steinerne Schwingen“ vergangen. Dank einer kleinen, geschickt in die Handlung eingebauten Rückblende macht Jennifer L. Armentrout es ihren Lesern leicht, wieder in die Geschichte von „Dark Elements“ hineinzufinden. Für diese Stütze ist man umso dankbarer, als es am Ende des ersten Kapitels bereits Knall auf Fall zu seltsamen Ereignissen kommt, die dem Roman ein ordentliches Tempo verleihen. Willkommen zurück in der Welt von Layla, in der Ruhe und Entspannung definitiv überbewertet werden!

Layla, halb Dämonin, halb Wächterin, bleibt als Protagonistin und Erzählerin der Geschichte treu. Nachdem man sie als wankelmütige, in Anbetracht ihrer Situation aber realistische Figur kennengelernt hat, muss sie in „Eiskalte Sehnsucht“ umso stärker darum kämpfen, nicht ihren Kopf zu verlieren. Ihr entrinnt zu Beginn der Geschichte nicht nur aus unerfindlichen Gründen ein Teil ihrer Fähigkeiten, sie muss mit noch mehr Gefahren und Sorgen umgehen lernen: Liliths Ketten sind gerissen, die Lilin wurde beschworen und in ihrem direkten Umfeld geschehen die seltsamsten und grausigsten Dinge. Ihre Mitschüler werden wahnsinnig, Geister treiben ihr Unwesen – und inmitten des Chaos steckt Layla, die ihr persönliches Gefühlswirrwarr geregelt bekommen muss.

„Eiskalte Sehnsucht“ bietet in gewohnter Armentrout-Manier unterhaltsame Lesestunden voller Action, Romantik und Drama. Im Gegensatz zu ihrer beliebten „Lux“-Serie geht es in „Dark Elements“ wesentlich erwachsener zu. Die spannungsgeladenen Kampfszenen sind brutaler und die Liebesszenen prickelnder, ohne dabei eine gewisse Grenze zu überschreiten. Mit dieser düsteren Atmosphäre richtet sich „Dark Elements“ eher an begeisterte „New Adult“- als an „Young Adult“-Leser.

Obwohl die Reihe definitiv viel Stoff zum Erzählen bereithält, kann sie mich einfach nicht so sehr packen wie die anderen Bücher von Jennifer L. Armentrout. Von Anfang an geht es spannend und mitreißend zu, ein Ereignis jagt das nächste und dennoch hatte ich erst im letzten Drittel von „Eiskalte Sehnsucht“ das Gefühl, endlich in der Geschichte angekommen zu sein. Zwischen diesen Buchdeckeln wird es niemals langweilig, denn die Autorin hält viele düstere und fesselnde Kapitel für die Leser bereit, das steht ganz außer Frage. Das Erzähltalent, das mich begeistert an den Seiten kleben lässt, habe ich allerdings viel zu spät zu spüren bekommen. Der Showdown und das absolut überraschende Ende lassen das gesamte Buch rückblickend heller strahlen, als ich es beim Lesen der ersten 250 Seiten tatsächlich empfunden habe.

Was die Figuren betrifft, sollte man in „Eiskalte Sehnsucht“ keine allzu großen charakteristischen Entwicklungen erwarten. Neben der Suche nach der beschworenen Lilin steht das Liebesdreieck von Layla, Roth und Zayne eindeutig im Vordergrund des Geschehens. Die Karten werden neu gemischt, Zayne und Roth bekommen gleichermaßen ihre Chancen, die Herzen von Layla und ihren Fans für sich zu gewinnen, und lassen dabei keine Aufseufz-Möglichkeit ungenutzt. Das driftet manchmal schon sehr ins Kitschige ab, lässt Romantasy-Fans aber voll auf ihre Kosten kommen. Sowohl Team Roth als auch Team Zayne dürfen hoffen – und nach „Eiskalte Sehnsucht“ wird es wohl auch ein paar Teamwechsler geben!

Wie auch schon im ersten Band wird zum Abschluss des Romans ein kleines Dessert in Form einer Bonusszene serviert. Während man in „Steinerne Schwingen“ einen Einblick in Roth erhielt, bekommt man nun eine Szene aus Zaynes Perspektive geboten. Ein nettes Extra, das Team Zayne zum Seufzen bringen wird.

Fazit:

„Eiskalte Sehnsucht“, der zweite Band der „Dark Elements“-Reihe von Jennifer L. Armentrout, wartet mit noch mehr Spannung, Romantik und Drama auf und stellt seinen Vorgänger „Steinerne Schwingen“ damit ganz klar in den Schatten. Vor allem Romantasy-Fans kommen voll auf ihre Kosten, denn die Karten für Team Zayne und Team Roth werden völlig neu gemischt! Trotz der Steigerung zum Vorgänger sprang der entscheidende Funken für meinen Geschmack viel zu spät über. Der Lesespaß ab der ersten Seite steht ganz außer Frage, aber wie unterhaltsam und fesselnd Jennifer L. Armentrout wirklich schreiben kann, bekommt man erst im letzten Drittel des Romans zu spüren. Dank des überraschenden Endes bin ich aber so neugierig auf den Abschluss der Trilogie, dass die Schwächen von „Eiskalte Sehnsucht“ kaum eine Rolle spielen. Für „Eiskalte Sehnsucht“ vergebe ich schwächelnde 4 Lurche.

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