[Ewig und ein Sommer-Tour] Interview mit Kerstin Arbogast


Gestern haben wir euch bereits unsere Meinungen verraten, heute startet unsere Tour zu Kerstin Arbogasts neuem Buch "Ewig und ein Sommer". Da mich die Autorin bereits mit ihrem Debütroman "Im Schatten deines Herzens" absolut abholen konnte und auch "Ewig und ein Sommer" mir den Einstieg in den echten Sommer unheimlich versüßt hat, freue ich mich wahnsinnig, die neue Tour heute einleiten zu dürfen - und das auch gleich mit einem Interview mit der sympathischen Autorin!

Das Interview mit Kerstin Arbogast

Liebe Kerstin, dein Debütroman „Im Schatten deines Herzens“ war fantastisch und poetisch, nun wird es in deinem Contemporary-Roman „Ewig und ein Sommer“ frech, emotional und trotzdem witzig. Wie lange haben dir Sophie und Konrad schon im Kopf herumgetanzt, ehe du mit dem Schreiben begonnen hast?
Ich glaube, die beiden sind mir schon auf der Nase herumgetanzt, als ich „Im Schatten deines Herzens“ geschrieben habe. Denn danach wollte ich unbedingt etwas ganz anderes schreiben. Etwas weniger Melancholisches und Düsteres, sondern eher eine freche, heitere und verrückte und dennoch gefühlvolle Geschichte mit ebensolchen Charakteren. Zu der Zeit habe ich auch „Adorkable“ von Sarra Manning gelesen und habe mich gefragt, warum es nicht mehr weibliche Hauptfiguren wie „Dork Queen“ Jeane Smith gibt. Et voilà: Sophie war geboren!

Songs und Musik im Allgemeinen spielen in „Ewig und ein Sommer“ eine größere Rolle: Jedem Kapitel steht ein Titel voran, der deine Geschichte unterstreicht. Wenn du Sophie und Konrad mit jeweils nur einem Song beschreiben müsstest, welche wären es?
Ganz spontan würde mir zu Sophie „I knew you were Trouble“ von Taylor Swift einfallen. Der Song kommt schließlich auch im Roman vor und Konrad spukt diese Textzeile zu Anfang ihrer Freundschaft bestimmt ständig im Kopf herum, weil Sophie zunächst für nichts als Unruhe und Spontaneität, Unberechenbarkeit und Abwechslung steht.
Zu Konrads Gemütsverfassung passt zuerst „Summertime Sadness“ von Lana Del Rey, weil er sich am liebsten die ganzen Sommerferien hindurch in seinem Zimmer zu Hause verkriechen würde – mit Chips und Fernbedienung. Wobei er sich im Laufe der Geschichte verändert - genauso wie Sophie - und vermutlich blubbert am Ende eher „Can´t stop the Feeling!“ von Justin Timberlake durch seine Adern.


„Ewig und ein Sommer“ steckt voller einzigartiger Charaktere, die sich mit ihren ganz speziellen Persönlichkeiten und besonderen Charakterzügen unvergesslich machen. Wie viel von dir selbst steckt in deinen Charakteren? Mit wem identifizierst du dich am meisten?
Zuerst einmal Danke für das Kompliment. Ich glaube, es gibt nichts Schöneres, als zu hören, dass Buchfiguren beim Leser nicht so leicht in Vergessenheit geraten werden.
Spontan würde ich sagen, Sophies und Konrads Kreativität, obwohl ich nicht besonders gut zeichnen kann und Nähen kann ich schon gar nicht. Vielleicht Konrads ruhige Nachdenklichkeit? Oder Sophies Vernarrtheit in ihren Hund? Die teile ich auf jeden Fall mit ihr. Oder die Liebe zur Musik.
Aber so genau kann man das eigentlich gar nicht benennen, denn eine Geschichte braucht die Figuren, die für sie notwendig ist, damit sie funktioniert. Deshalb bin ich als Autorin eher wie eine Schauspielerin, die auf der Bühne ihre Rolle ausfüllt, und nicht ich, wie ich als Privatmensch bin und handeln würde. Daher haben wohl alle Buchfiguren nichts und gleichzeitig ganz viel mit mir gemeinsam. Ein Thrillerautor hat ja schließlich auch keine Leichen im Keller ;O). Im Normalfall …


Dein Schreibstil hebt sich sehr von anderen AutorInnen ab: Du schreibst atmosphärisch, poetisch, emotional und verlierst dabei trotzdem nicht die lockere Leichtigkeit, die ein Pageturner braucht. Solch einen besonderen Stil eignet man sich bestimmt nicht ohne Übung an! Deshalb erlaube mir die für Autoren sehr klischeehafte Frage: Seit wann schreibst du? Gab es ein prägendes Ereignis, das dich zum Schreiben gebracht hat, oder war es schon immer ein Grundbedürfnis von dir?
Auch an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank für das Lob *rot werde*.
Vor „Im Schatten deines Herzens“, meinem Debütroman, der 2015 erschienen ist, habe ich lediglich eine einzige Novella geschrieben, die ich spontan für einen Schreibwettbewerb verfasst habe. Ich hatte eine Idee im Kopf und zufällig gab es zeitgleich diese Ausschreibung. Natürlich habe ich bei dem Wettbewerb nicht einmal einen Blumentopf gewonnen, aber ich war schon glücklich über die Tatsache, dass das Manuskript so ausgesehen hat, als wäre es tatsächlich gelesen worden.
Davor habe ich wirklich nie daran gedacht, ein eigenes Buch zu schreiben, geschweige denn es zu veröffentlichen. Das war nie ein Kindheitstraum von mir. Es gab sogar eine Zeit, in der ich lediglich ein Buch pro Jahr gelesen habe. Ich war also auch nicht immer eine Leseratte. Erst als ich mitten im Manuskript zu „Im Schatten deines Herzens“ steckte, habe ich Feuer gefangen.
Von mir gibt es also keine peinlichen Jugendsünden in Form von herzzerreißenden Liebesliedern, Gedichten über goldige Welpen oder die vier Jahreszeiten oder in Form von traurigen oder sozialkritischen Kurzgeschichten, die in meinen Schubladen schlummern.


Du verbindest in deinen Geschichten stets Witz und Charme mit tiefgreifenden, bewegenden, schwermütigen Themen. Welche Kapitel schreiben sich leichter von der Hand? Die lockeren, die zum Schmunzeln einladen, oder die melancholischen, die einem das Herz schwer werden lassen?
Eindeutig schreibe ich lieber die leichten und frechen Szenen. Da habe ich immer wieder neue Einfälle, die ich noch nachträglich in Dialoge einfüge. Um die traurigen Szenen mache ich lieber einen großen Bogen, trotzdem müssen sie ab und zu sein, aber dann muss ich mich oft auch durchquälen und bin erleichtert, sobald ich es geschafft habe.
Andererseits habe ich bei meinem letzten Projekt festgestellt, dass ich auch gerne über schaurigen und gruseligen Szenen brüte. Das macht fast genauso viel Spaß wie die humorvollen und lockeren Kapitel.


Spontan und aus dem Bauch heraus: Waffeln oder Zuckerwatte? See oder Schwimmbad? Sommer oder Winter? Laut oder Leise? Kissen oder Decke?
Ganz klar Waffeln (Zuckerwatte habe ich noch nie versucht …)
See
Darf ich auch Frühling und Herbst sagen?
Leise
Beides ;O)


Wenn du dein Buch mit drei Schlagworten beschreiben müsstest, welche wären es?
Konfettibunt, Cupcake-süß und Brausepulver-prickelnd.

Last but not least eine Frage für alle deine Leser, die das Buch bereits gelesen haben: Welches ist dein persönliches Lieblingskapitel und welches hat dir am meisten abverlangt? Eine Seitenangabe reicht, wir wollen ja schließlich nicht spoilern … ;)
Ein Lieblingskapitel habe ich nicht. Aber ich mag auf alle Fälle die Kapitel am liebsten, in denen Sophie verrückte und unerwartete (und vielleicht für ihr Alter unangemessene) Dinge anstellt und Konrad damit aus seinem Schneckenhaus herauslockt. Beispielsweise (Vorsicht, ich spoilere nicht!) als sie mit Konrad zusammen Katzensitter spielt oder als sie sich auf der Kostümparty leicht daneben benimmt oder als sie Konrad zum Klingelputzen herausfordert.
Am meisten abverlangt haben mir hingegen die Kapitel ab Seite 200, die mit „River flows in you“ von Yiruma beginnen. Um nichts zu verraten, gebe ich natürlich nicht preis, warum. Aber ich denke, dass viele Leserinnen/Leser nachvollziehen können, warum einem das Schreiben solcher Kapitel ziemlich schwerfallen kann.


Danke dir für deine Zeit, Kerstin!
Vielen Dank, Simone, für deine tollen Fragen und dass ich deinen Leserinnen und Lesern Sophie und Konrad ein wenig näherbringen durfte!

Die Tourdaten im Überblick

28. Mai - Rezension auf allen Blogs
29. Mai - Leselurch
30. Mai - Wortmalerei
31. Mai - Elchi's World of Books and Crafts
1. Juni - Kumos Buchwolke
2. Juni - Kunterbunte Flaschenpost
3. Juni - "Ewig und ein Sommer" für die Sinne
4. Juni - Gewinnspiel auf allen Blogs

Kommentare:

  1. Guten Morgen Simone und auch Kerstin, die bestimmt das Interview auch noch einmal wird. ;)

    Was für ein tolles Interview , am Besten hat mir das mit dem Brausepulver prickeln gefallen, weil ich das ja auch so empfunden habe. Liebe Kerstin, bin schon jetzt auf mehr gespannt.
    Liebe Grüße Cindy

    AntwortenLöschen
  2. Guten Morgen,
    das Interview hat mir wirklich sehr gut gefallen und hat mich nun noch neugieriger auf das Buch gemacht^^
    Liebe Grüße,
    Maike Rieck

    AntwortenLöschen
  3. Hallo ,

    vielen Dank für den interessanten Interview.
    Ich bin gespannt wie es weiter geht.
    Ich wünsche Dir schönen Abend :)

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt (Stern44 )
    margareta.gebhardt@gmx.de

    AntwortenLöschen
  4. Hallo Simone,
    mal wieder ein tolles Interview, das ich mit großem Interesse gelesen habe, danke!

    lg, Jutta

    AntwortenLöschen

legal notice. based on design by Charming Templates.