Rezension: "Das Lied der Krähen"

Leigh Bardugo // Michelle Gyo // Knaur // 592 Seiten // Paperback // 16,99€ // 978-3-426-65443-9 // Zum Fazit?

Worum geht's?

Ketterdam – pulsierende Hafenstadt, Handelsmetropole, Tummelplatz zwielichtiger Gestalten: Hier hat sich Kaz Brekker zur gerissenen und skrupellosen rechten Hand eines Bandenchefs hochgearbeitet. Als er eines Tages ein Jobangebot erhält, das ihm unermesslichen Reichtum bescheren würde, weiß Kaz zwei Dinge: Erstens wird dieses Geld den Tod seines Bruders rächen. Zweitens kann er den Job unmöglich allein erledigen …
Mit fünf Gefährten, die höchst unterschiedliche Motive antreiben, macht Kaz sich auf in den Norden, um einen gefährlichen Magier aus dem bestgesicherten Gefängnis der Welt zu befreien. Die sechs Krähen sind professionell, clever, und Kaz fühlt sich jeder Herausforderung gewachsen – außer in Gegenwart der schönen Inej …
[Quelle: Knaur]

Meine Meinung:

Leigh Bardugo ist hierzulande keine Unbekannte: Mit ihrer „Grischa“-Trilogie hat sich die amerikanische Autorin bereits eine Fangemeinde aufbauen können, die sich sehnsüchtig eine Rückkehr in die Welt der Grischa gewünscht hat – mich eingeschlossen! Mit „Das Lied der Krähen“, dem ersten Band einer Dilogie, erfüllt sie ihren Fans diesen Wunsch und legt zudem einen außergewöhnlichen Roman vor, der in jedes Regal eines eingefleischten Fantasy-Fans gehört.

Obwohl es sich bei „Das Lied der Krähen“ um ein Spin-Off handelt, das ebenfalls im Grischa-Universum angesiedelt ist, ist es nicht zwingend notwendig, die „Grischa“-Trilogie gelesen zu haben. Die Geschichte um Kaz und seine Mannschaft spielt einige Jahre später in einem anderen Land, in dem sowohl andere Gesetze als auch eine andere Atmosphäre herrschen. So ist es vor allem für den Einstieg zwar hilfreich, wenn man die Magie der Grischa bereits kennt, man wird sich aber auch ohne Vorwissen schnell in Leigh Bardugos einzigartiger Welt zurechtfinden können.

Kaz Brekker, das diebische Genie. Inej Ghafa, die meisterhafte Spionin. Jesper Fahey, das glücksspielsüchtige Adlerauge. Nina Zenik, die mächtige Entherzerin. Matthias Helvar, der unbezwingbare Verurteilte. Wylan van Eck, der unschuldige Ausreißer. Sechs Protagonisten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und doch um jeden Preis zusammenhalten müssen! Dieses außergewöhnliche Team begleitet man auf einem spannungsgeladenen Abenteuer, das ihnen alles abverlangen wird. Sie alle haben ihren ganz eigenen Grund, wieso sie sich der tödlichen Mission angeschlossen haben. Und doch steht viel mehr auf dem Spiel als eine satte Belohnung.

Liest man den ersten Part der Geschichte, ist man schnell von der einzigartigen Magie der Welt verzaubert und fasziniert. Man will um jeden Preis mehr erfahren, die dunkelsten Ecken Ketterdams entdecken, die Geheimnisse der Charaktere entdecken, ihre Persönlichkeiten ergründen. Es sind die großartigen Dialoge zwischen den Figuren und ihre unbeschreibliche Dynamik, die „Das Lied der Krähen“ so lebendig, so abwechslungsreich und so unterhaltend machen. Je tiefer man in die Geschichte eindringt, desto deutlicher wird einem jedoch bewusst, dass die Geschichte neben einem gut durchdachten Weltenbau und starken Figuren auch einen dicht gestrickten Plot voller Überraschungen und Intrigen bereithält. Leigh Bardugo schafft es bis zur letzten Seite, ihre Geschichte unvorhersehbar und interessant zu gestalten.

Diversität wird in „Das Lied der Krähen“ großgeschrieben. Noch nie habe ich einen Fantasy-Roman aus dem Jugendbuchbereich gelesen, der so unterschiedliche Charaktere so stark gezeichnet hat. Alle sechs Protagonisten haben markante Charakterzüge, besondere Fähigkeiten und Einschränkungen sowie ausgeklügelte Hintergrundgeschichten, die sich im Handlungsverlauf mehr und mehr entfalten. Diese erklären, wie sie zu den düsteren, facettenreichen, tragischen Figuren geworden sind, die nun mit allen Kräften darum kämpfen, ihr persönliches Glück zu finden – oder zumindest ihrem Abgrund zu entkommen.

Fazit:

Mit „Das Lied der Krähen“ ist Leigh Bardugo ein wahres Meisterwerk der Fantasy-Literatur gelungen. Alles, einfach alles an diesem Buch ist perfekt: Von den diversen Charakteren über den ausgeklügelten Plot bis hin zum atmosphärischen Weltenbau greifen alle Zahnräder der Geschichte so hervorragend ineinander, dass ein einzigartiges Leseerlebnis entsteht. Der Faszination des Krähenclubs kann sich niemand entziehen! „Das Lied der Krähen“ ist ein Muss für jeden Fantasy-Fan und bekommt eine eindeutige Leseempfehlung! Ich vergebe 5 Lurche.

Kommentare:

  1. So viel Begeisterung ist ansteckend! Allerdings habe ich von der Autorin nichts anderes erwartet. Ich freue mich schon riesig auf die Krähen.

    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen

legal notice. based on design by Charming Templates.